von Ronald Wecker
Bei der ersten Betrachtung des präoperativen Einzelbildes hätte ich nicht vermutet, dass sich das Obturationsmaterial derart weit im Periapikalbereich befinden würde.
Das DVT zeigte eine größere Menge von Fremdmaterial ausserhalb des Kanalsystems gelegen. Die stark schräg verlaufene Resektionsfläche täuschte im 2D-Röntgenbild eine intrakanaläre Lage vor.
Nach präendodontischem Aufbau konnte im Inneren des Zahnes ein Thermafill-Obturator freigelegt werden. Ob diese Warmfüllmethode hier angebracht war, darf bezweifelt werden.
Mit Hilfe von feinsten Handinstrumenten mit in verschiedenen Richtungen angulierten kleinen Haken gelang es das periapikal gelegene Fremdmaterial bis auf wenige, mit dem Gewebe verbackene Reste zu entfernen.
Die Obturation erfolgte nach ausgiebiger Irrigation mit MTA, nachdem zuvor ein periapikales Widerlager aus Kollagen angelegt worden war.
Die schräge Resektionsfläche lässt auch beim postoperativen Röntgenbild den Eindruck entstehen, dass die Obturation zu kurz erfolgt wäre. Hätte der Zahn auch ohne präoperatives DVT erfolgreich behandelt werden können?
Vielleicht. Aber sicher nicht so vorhersagbar und komplikationslos.








Lieber Ronald,
wie so oft wieder ein wunderbar gelöster Fall von Dir – kann man nur den Hut ziehen.
Und leider erneut die Erkenntniss das 2D lügt , oder zumindest nicht die ganze Wahrheit sagt.
LG Nils
Na ja, lügen würde ich nicht sagen, aber nach fast 5 Jahren 3D werde ich zunehmend skeptischer.
Hat sich Dein diagnostisches Betrachten und interpretation von zweidimensionalen Röntgenaufnahmen durch die Erfahrung mit dreidimensionalen Datensätzen verändert?
LGM
Ja, aber nicht in einem wünschenswerten Mass.Kommt mir ein wenig vor wie bei einem Brettspiel. Mit zunehmender Erfahrung erkennt man bestimmte Spielsituationen. So ist es auch im 2D. Erinnerung an schon einmal erlebte Situationen.
LGJ