2D vs. 3D (XXVI)

von Ronald Wecker

Die Anfertigung eines DVT vor der Durchführung einer endodontischen Revisionsbehandlung hat sich besonders bei Zähnen die bereits eine Resektion mit retrogradem Verschluss „erlebt“ haben als sehr hilfreich erwiesen.

In der Mehrzahl der Fälle ist eine  in Länge oder Weite unvollständig Aufbereitung der Kanalsysteme die Ursache für den Misserfolg. Nicht selten finden sich, insbesondere bei oberen Moralen, zusätzlich unaufbereitete Kanalsysteme, in der Regel handelt es sich um MB2.

In solchen Fällen muss auch von einer Kontamination der retrograden Füllmaterialien ausgegangen werden, die zum Teil nicht unmittelbar unter dem Foramen, sondern häufig „versetzt“ eingebracht wurden.

Um eine Lagebestimmung im Raum , die die Voraussetzung für eine vorhersagbare orthograde Entfernung ist, durchführen zu können, wird in unserer Praxis in diesen Fällen immer ein präoperatives DVT durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine apikale Pathologie besteht.

In vorliegendem Fall nach orthograder Revision mit Entfernung aller ortho- und retrograd eingebrachter Füllmaterialien war gleich zu Beginn der Behandlung eine deutliche Reduktion der klinischen Symptomatik zu verzeichnen . Eine vollständige „Missempfindungsfreiheit“ trat jedoch erst kurz vor dem 1-Jahres-Recall auf. Sobald eine erkältungsähnliche Erkrankung vorlag, war Zahn 26 zumindest fühlig. Um vor definitiver prothetischer Neuversorgung eine Aussage zu den apikalen Verhältnissen ermöglichen zu können, wurde 1 Jahr nach Revisionsbehandlung ein hochauflösendes DVT der Region angefertigt.

Bei der Betrachtung der verschiedenen Schnittebenen fällt der allseitig durchgehende Parodontalspalt positiv ins Auge. Lediglich bukkal der mesialen Wurzel ist dieser noch geringfügig erweitert. Insofern kann eine dentogene Ursache der vom Patienten beschriebenen Missempfindung bei Erkältung als unwahrscheinlich erachtet werden.

5 Gedanken zu „2D vs. 3D (XXVI)

  1. Lieber Ronald,
    mesiobukkal, wie distobukkal ist eine apikale Transluzenz zu erkennen. Ferner fällt eine Unterbrechung der Kortikalis auf: https://app.sugarsync.com/iris/wf/D7301881_69889059_7860549. Somit ist durchaus denkbar, daß die beschriebene Sensitivität bei bakterieller Rhinosinusitits mit diesen Läsionen als locus(i) minoris resistentia assoziiert sein kann. Wie dem auch sei, endodontologisch toll gelöst.
    https://app.sugarsync.com/iris/wf/D7301881_69889059_7860549.
    Herzliche Grüße
    Marc

    • Lieber Marc,

      den verbreiterten Parodontalspalt ordne ich angesichts der durchgeführten chirurgischen Massnahmen unter bindegewebiger Abheilung ein. ;) Aber im Ernst: Revison der Resektion aus diesem Befund heraus? Was mir immer wieder auffällt, sind kleinste transluzente Zonen in Nachbarschaft zum doch recht radioopaquen MTA. Pathologie oder Artefakt? Wir warten dann einmal die Recalls ab. Vielleicht werden wir’s ergründen können.

      Den Zusammenhang zwischen Resektionsstelle und Sinus hatte Ronald der Patientin auch schon geschildert.

      Herzliche Grüße

      Jörg

      • Lieber Jörg,
        so ist es; ob wir dies als bindegewebiges oder narbiges [Merino] Gewebe ansehen, es ändert nichts an der Abwesenheit relevanter klinischer Symptome und, um Gittes Willen, natürlich führt dieser Befund nicht zu einer erneuten Intervention. Unter Berücksichtigung der guten Einstellung des Scans denke ich hier nicht an Artefakte. Insbesondere in der Sequenz, in der Ronald das Volumen eindreht (00:15) würde sich hier distobukkal eine veränderte Darstellung ergeben, wenn es ein Artefakt wäre. Mesiobukkal wäre die „Transluzenz“ in anderer Richtung zu erwarten, folgt man dem generellen Verlauf der Artefakte in den Schnitten.
        Herzliche Grüße
        Marc

  2. Vielen Dank für die sehr interessante Darstellung! Wurden die DVT Bilder mit Filtern angepasst, oder sehen wir hier die original Daten in den Querschnitten?
    MfG E Kramer

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