Horizontale Wurzelfraktur im oberen Wurzeldrittel

von Bonald Decker

so wie gestern auf WURZELSPITZE stelle auch ich heute einen Fall nach Frontzahntrauma vor. Es handelt sich um die „Geschichte“ des 8-jährigen Khiro, der vor ca. 10 Wochen ein Frontzahntrauma mit daraus resultierender horizontaler Wurzelfraktur erlitten hat. Die Notfallbehandlung mit Reponierung und Schienung des Zahnes (mittels Titan-Trauma-Splint) erfolgte alio loco in einer Kinderzahnarztpraxis. Die weitere Nachfolge sollte bei uns durchgeführt werden.

Zustand nach Frontzahntrauma und daraus resultierender horizontaler Wurzelfraktur bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum

Zustand nach Frontzahntrauma und daraus resultierender horizontaler Wurzelfraktur bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum

Leider stellte sich innerhalb der nächsten Wochen eine vestibuläre Fistel ein, die eindeutig dem verunfallten Zahn zugeordnet werden konnte. Daraufhin entschieden wir uns für einen Erhaltungsversuch mittels orthograder Wurzelkanalbehandlung in zwei Terminen.

Als (etwas) „besorgniserregend“ erwies sich hierbei der sehr weit zervikal gelegene Verlauf der Frakturlinie.

Zustand nach medikamentöser Ca(OH)2 Einlage

Bereits kurz nach endodontischer „Intervention“ heilte die vestibuläre Fistel jedoch innerhalb weniger Tage ab. Daraufhin entschlossen wir uns zum (vorläufigen) Abschluss der Behandlung mittels MTA plug und adhäsivem Verschluss der Zugangskavität. Aufgrund des weit zervikal gelegenen Frakturspalts ist die Entfernung der semi-rigiden Schiene nach drei Monaten geplant. Die Zeit wird zeigen müssen, was der apikale Resorptionsprozess und der sehr weit zervikal befindliche Frakturspalt für die Prognose des Zahnes bedeutet…

ich werde berichten.

Ein Gedanke zu „Horizontale Wurzelfraktur im oberen Wurzeldrittel

  1. 1. Oha, interessant. Ich kann mir noch keinen vollständigen Reim darauf machen. Z.B. Warum diese Resorption des apikalen Fragmentes? Und so überstürzt?
    Ich bitte um weitere Infos, wenn möglich: Gab es nur die Fraktur als Diagnose, oder war der Zahn auch parodontal geschädigt (verlagert/gelockert/perkussionsempfindlich)? War das das erste Trauma, das diesen Zahn betraf (bitte mit Berücksichtigung etwaiger Milchzahntraumata)? Gibt es mehr Rö-Aufnahmen (direkt nach Trauma)? Können die Abbildungen (Rö-Aufnahmen, Fotos) genau datiert werden bzw. kann der zeitliche Abstand vom Zeitpunkt des Unfalles genauer angegeben werden? Wo war die Fistel? Auf Fraktur- oder Apexniveau? Gibt es ggf. klinische Fotos?
    2. Die Prognose ist ja nun eher mau… Therapieoptionen angedacht? Es könnte derzeit eine Milcheckzahn-Transplantation möglich sein…

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