von Ronald Wecker
Zweite untere Molaren weisen nicht selten eine s-förmige Wurzelgeometrie auf. Die Aufbereitung solcher Anatomien kann noch zusätzlich erschwert werden, wenn sich MB und ML im apikalen Drittel „treffen“ und die Konfluation beider Kanalsystem nahezu rechtwinkelig erfolgt.
Aufgrund der ausgeprägten periapikalen Lyse wurde zur Abklärung der Lagebeziehung des N. alveolaris inferior zur periradikulären Lyse ein präoperatives DVT erstellt.
Die Auswertung ergab, dass beide Kanäle im apikalen Drittel konfluieren und MB dabei rechtwinkelig auf ML trifft. Der „einfacher“ bis apikal aufzubereitende Kanal war der ML. Nach initialer Erweiterung des oberen Drittels (bis kurz vor die erste Krümmung) mittels rotierender NiTi-Instrumente erfolgte das Katheterisieren des ML unter endometrischer Kontrolle mittels vorgebogener Handinstrumente der Größe 008 und 010. Anschliessend kamen PathFiles der Größe 013, 016 und 019 vollrotierend zum Einsatz. Nach erneuter Überprüfung der Arbeitslänge und nach ausgiebiger Schall- und ultraschallunterstützter Spülung erfolgte die Aufbereitung des ML mittels Hyflexfeilen bis zu einer Größe von 30/06. Die Arbeitslänge des ML betrug dabei 26,5 mm.
Erst anschliessend wurde MB bis zur Konfluation instrumentiert. Die Obturation erfolgte in warmer vertikaler Kompaktion.
Das Kontrollbild und die Masterpointeinproben zeigen, dass es relativ gut gelungen war die multiplanaren Krümmungen auch bis zur definitiven Aufbereitung weitestgehend beizubehalten. Ein Umstand, der meiner Ansicht nach in engem Zusammenhang mit den besonderen Eigenschaften der verwendeten Hyflex-Instrumente steht.
Eine kleine Besonderheit stellte der Dentikel dar der den distalen Kanal im mittleren Drittel fast vollständig ausfüllte. Die präoperativ zu vermutende Perforation im Bereich des Pulpakammerbodens konnte klinisch nicht bestätigt werden.









Hallo Ronlad,
unglaublich schöne Endo. Frage: Wie bist Du vorgegangen, als Du gemerkt hast, dass die WF mb zu kurz war? Ich meine, die GP war drin und koronal schon abgetrennt? Nochmal alles raus, aufbereiten, spülen und neu füllen? Oder ist das das Cone-Fitting für mb im Rö-bild?
Herzliche Grüße,
Harald
Hallo Harald,
ich soll von Ronald schön grüßen. Er hat, nachdem er gesehen hatte, dass die Guttapercha deutlich zu kurz war, den Heat-Carrier genutzt, um die vorhandene Guttaperchamasse zu erwärmen und mit einem NiTi Plugger ISO 35 soweit wie möglich nach apikal kompaktiert. Da hat er wohl auch ein wenig Glück gehabt. Allerdings hätte ja auch nichts extrudiert werden können, da in ML ja schon die Guttapercha eingebracht war. Vertretbares Risiko, wie er meint.
Liebe Grüße
Jörg
Ronald,
das ist „The Art of Endodontics“ (nach Cohen/Burns). Wieder mal ganz großes Kino.
Grüße vom Lande,
Thomas
Lieber Thomas,
Ronald freut sich über Dein Lob.
Herzliche Grüße
Jörg