Revision nach Resektion

von Ronald Wecker

Revisionsbehandlungen bereits resezierter Zähne gehören mittlerweile zu den regelmässig auftretenden Behandlungsfällen.

R2

Um die orthograde Entfernung der oftmals kontaminierten retrograden Füllungsmaterialien vorhersagbar durchzuführen, wird in diesen Fällen in unserer Praxis ein präoperatives DVT angefertigt.

In vorliegendem Behandlungsfall kam erschwerend hinzu, dass sich aufgrund einer offensichtlich infektionsbedingten Resorption der palatinalen Wurzel (eine palatinale Resektion konnte ananmnestisch ausgeschlossen werden) ein Teil des Obturationsmaterial im periapikalen Raum befand.

Nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers wurden P, MB1 und DB mit MTA, der MB2 in Warmfülltechnik obturiert.

6 Monate postoperativ zeigt sich die Ausheilung des periapikalen Pathologie bereits weit fortgeschritten.

 

4 Gedanken zu „Revision nach Resektion

  1. Ein schöner Fall,
    mich würde interessieren, wie Sie mit dem/den Patienten die Erfolgsaussichten im Vorfeld besprechen bzw. was Sie in Aussicht stellen.
    M. Pittrof

    • Ronald sagt Danke. Er hat in vorliegendem Fall mit dem Patienten besprochen:
      1.Zeigen sich keine Hinweise für einen Vertikalriss und gelingt es die retrograden sowie die periapikal gelegenen Obturationsmassen zu entfernen nimmt er zu 75% an, dass eine Ausheilung eintreten wird. Es besteht aber immer die Möglichkeit einer extraradikulären Infektion sodass ein weiterer chirurgischer Eingriff (mesiale Wurzel) notwendig sein kann. Aus parodontaler und restaurativer Sicht bestehen an der Erhaltungsfähigkeit keine Zweifel. Über das Risiko einer langfristig eintretenden Vertikalfraktur wurde aufgeklärt.
      2. Es besteht die Möglichkeit der Zahnentfernung und der implantologischen Versorgung, die, falls die medizinischen Voraussetzungen gegeben sind, von einem erfahrenen Implantologen durchgeführt, eine deutlich höhere Erfolgsprognose aufweist, als die endodontische Revisionsbehandlung.

      In diesem Fall wünschte der Patient der Erhaltungsversuch.

      Herzliche Grüße

      Jörg Schröder

      Jörg Schröder

      • Hallo aus Wien
        Gerade bei den Revisionen resezierter Zähne bin ich mittlerweile etwas vorsichtiger geworden . Die Misserfolge zeigen sich nach 3-4 Jahren und sind hauptsächlich durch parodontale Einbrüche bedingt . Vermutlich kommt es dadurch zu Reinfektionen der Ex-apikalregion ( +/- zu Resorbtionen ) . Die WSR ist in solchen Fällen nicht indiziert .

        • Diese Erfahrung habe ich, zum Glück, (noch) nicht machen müssen. Im Gegenteil. Ich habe subjektiv bei den Revisionen nach Resektion ein besseres „Gefühl“ als bei Revisionen von Zähnen mit komplexer apikaler Anatomie. Allerdings besteht aufgrund des Substanzdefektes ein erhöhtes Risiko einer Vertikalfraktur dieser Zähne. Entfernen Sie grundsätzlich die retrograden Füllungsmaterialien?

          Herzliche Grüße

          Jörg Schröder

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