von Ronald Wecker
Das präoperativ angefertigte Einzelbild liess bereits eine enge räumliche Beziehung der periapikalen Läsion zum N. alveolaris inferior vermuten. Um unerwünschte Ereignisse bei der chemo-mechanischen Aufbereitung zu vermeiden und die Vorgehensweise optimal auf die anatomische Situation abstimmen zu können, war hier die dreidimensionale präoperative Röntgendiagnostik von großem Wert.
MB und ML konfluierten ca. 1,5 mm vor dem gemeinsamen Foramen. Alle eingesetzten Spülkanülen wurden auf AL minus 1 mm abgemessen. Der Tug-Back wurde durch Beschneiden der Guttapercha-Points etwas stärker „eingestellt“ als üblich.
Die zweizeitig durchgeführte Behandlung hat angesichts der bereits nach 6 Monaten deutlich vorangeschrittenen knöchernen Regeneration gute Aussichten schon bei der 1-Jahres-Kontrolle als erfolgreich bewertet zu werden.

Super Behandlung und tolles Ergebnis (voller Neid), ohne Frage!
Aber das präoperative Röntgenbild liess bereits eine enge räumliche Beziehung vermuten. Deshalb sei die Frage erlaubt: inwieweit hat das DVT mit erhöhter Strahlenbelastung die Behandlungplanung bzw. die Behandlung positiv beeinflusst oder verändert?
Wäre die Behandlung ohne DVT nicht genauso verlaufen?Wusste man doch schon vorher, dass Vorsicht geboten war.
Christian Vöpel ( etwas DVT-kritisch)
Ja , mit etwas Erfahrung weiss man das vorher. Nicht aber die genaue Konfiguration der Konfluation in der mesialen Wurzel und nicht, dass es tatsächlich keine knöcherne Abgrenzung zum N.alv. inf. gab. Das beeinflusst insbesondere mein präoperatives Beratungsgespräch ganz erheblich. Chancen vs. Risiken. Je nach Verlauf des N. im Raum kann eine im 2D Bild vermutbare Beziehung tatsächlich nicht vorhanden sein, weil der N. weiter lingual verläuft. Daher möchte ich in solchen Fällen das DVT präoperativ nicht missen.
Herzliche Grüße von Herrn Wecker