Schwarzes Gold …

von Ronald Wecker

… so nennen Studienkollegen meines Praxispartners ein paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel.

Weil es die klinischen Symptomatik einer akuten irreversiblen Pulpitis vorhersagbar beseitigt. Und das ohne endodontische Therapie.

Oder wie es in der Werbung lautet: Lege artis angewendet erleichtert …  die Behandlung und die Einhaltung der Termine.

Wie es ausgehen kann, wenn ein Devitalisierungsmittel auf einen suboptimalen temporären Verschluss trifft, zeigt das Beispiel dieser 13-jährigen Patientin.

16 26 D.001

Die Zähne 16 und 26 wurden „notfallmässig“ versorgt, wobei sich die Frage aufdrängt, ob der Notfall erst nach der offensichtlich ungenügend durchgeführten Ausführung der Erst-„Therapie“ ausgerufen werden muss.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Eltern und behandelnde Person ein gutes freundschaftliches Verhältnis pflegen. Da stellt sich bei mir spontanes Kopfschütteln ein.

6 Gedanken zu „Schwarzes Gold …

  1. Hallo Ronald,

    warum erfolgte denn die Überweisung zu Dir erst nach dieser in meinem Augen katastrophalen Initialtherapie ? 13 – Jahre ! Die Pulpa wäre doch sicherlich zu retten gewesen.
    Aber es bleibt die Frage nach der Konsequenz ( für den Erstbehandler ). Ein in unser aller Augen falscher Therapieweg, hart an der Grenze zur Körperverletzung. Wird das rechtlich Folgen haben oder sind zum Schluß alle glücklich mit deiner sicherlich optimalen endodontischen Therapie. Ich muss mich in solchen Situationen auch immer daran erinnern lediglich mit dem Kopf zu schütteln um die Patienten nicht unnötig zu verunsichern.

    LG Nils

  2. Sind die Achter angelegt? Ich würde in diesem Falle auch eine Extraktion und Lückenschluß mit den 7ern in Betracht ziehen, hat in ähnlichen Fällen sehr gut geklappt. Klar, eine Endo ist schneller, aber so hat der Patient die Chance einen defektfreien Molaren zu erhalten, und mit entsprechender Indoktrination von perfekter Mundhygiene könnte das sehr lange sehr gut klappen…

    • Die Idee hatte Herr Wecker ebenfalls, sagt er. 18 ist nicht angelegt, der 28 schon. Eine kieferorthopädische Therapie erscheint zur Zeit nicht notwendig und wird seitens der Eltern auch abgelehnt.

      Herzliche Grüße

      Jörg Schröder

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