Manchmal…

von Ostidald Wucker

Manchmal kommen merkwürdige Dinge in der täglichen Praxis vor.
Hier ein Fall von eienem Patienten, welcher sich in unserer Praxis vorstellte und steif und fest behauptet einen zweikanaligen Frontzahn zu haben.

Der Zahn zeigte sich klinisch mit einer gelbgräulichen Verfärbung, ohne Lockerungsgrade und ohne Perkussionsschmerz. Die Sondierungstiefen waren in der 6-Punktmessung unter 3mm. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine ungewöhnliche Wurzelfüllung. Auf Grund der Verfärbung und der großen insuffizienten Füllungen wünscht der Patient eine prothetische Therapie mit einer Krone. Die Krone wiederum wollte der Hauszahnarzt nicht mit diesem Befund planen.

Meinen Verdacht einer apikalen Entzündung in Folge einer iatrogenen oder resorptiven Problematik wischte der Patient beiseite und sagt der damals behandelnde Kollege hat die zwei Kanäle erkannt und erfolgreich behandelt. Er ist seitdem völlig schmerzfrei.
Das zweikanälige obere Inzisivi nicht wirklich in der Literatur auftauchen ließ er ebenso wenig gelten. Dann ist dieser Zahn eben der erste „Präzedenzfall“.
Wir haben dem Patienten die Lösung des Falles vorgeschlagen: Anfertigung eines DVT und nach entsprechender Diagnostik die erforderliche Therapie beginnen.

Wie interpretieren Sie das Bild?

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3 Gedanken zu „Manchmal…

  1. Gibt’s nicht gibt´s nicht…
    Vor ca einem Jahr stellte in unserem Erfurter Arbeitskreis (http://www.wurzelkanal-erfurt.de/fuerkollegen_erfurterendoabende_567_1046.htm?PHPSESSID=d6037b1fa1bc74c24d0e0b23b751b193)
    Kollege Baumgärtel (http://www.zahnarztpraxen-baumgaertel.de/pausa/startseite.html)
    einen oberen 1er mit akzessorischer palatinal gelegener Wurzel vor.
    Es gibt also seltene Varianten!
    Also warum sollte dieser Zahn also nicht eine apikale Aufteilung haben? Stärker angulierte Zahnfilme oder noch besser das DVT werden es zeigen. Kurz vor der von mir vermuteten Aufteilung könnte auch noch eine Lakune sein…
    Ich bin gespannt.

  2. Guten Morgen,
    ich bin mir hinsichtlich eines resorptiven Prozesses nicht so sicher, da ich auf der Röntgenaufnahme eine vergleichbar irreguläre Anatomie am benachbarten 1er zu erkennen meine.
    Daher bin ich mir auch nicht so sicher ob tatsächlich eine iatrogene Perforation vorliegt.
    Bin gespannt, was sich diagnostisch im Weiteren ergibt, wobei der Patient nur bedingt kompliant erscheint….

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