Obturation statt Revitalisierung

von Ronald Wecker

Vor ca. 1 Jahr erlitt dieser 8,5 jährige Patient eine unkomplizierte Kronenfraktur an den Zähnen 11 und 21.

Die Dentinwunden waren also loco adhäsiv abgedeckt  worden, regelmässige Sensibiltätsprüfungen wurden durchgeführt. Seit etwa 3 Wochen reagierte 11 nicht mehr positiv auf Kälte. Auch hatte sich die  Kompositversorgung  an 11 mittlerweile gelöst. Die  vorhandene „Zugangskavität“,  vom Behandler ohne Lokalanästhesie durchgeführt, war nicht geeignet eine endodontische Therapie durchzuführen.

Angesichts des Lebensalter des Patienten, ein Röntgenbild lag zu dieser Zeit noch nicht vor, zog Herr Wecker zunächst ein Revitalisierungsverfahren in Betracht.

Radiologisch und klinisch zeigte sich das apikale Formen mit ISO 90 jedoch als zu klein für ein solches Verfahren. Desinfektion und Obturation mit MTA erfolgten einzeitig. Der dentinadhäsive Aufbau wird, da die Compliance des jungen Patienten nach 1.15h etwas nachliess, in einer zweiten Sitzung erfolgen.

6 Gedanken zu „Obturation statt Revitalisierung

  1. Zur angesprochenen und verworfenen Alternative – so üblich ist sie ja noch nicht – habe ich ein paar Fragen:
    Wo liegen die Grenzen nach Ihrer Erfahrung? Wann versucht man noch, wann besser nicht mehr? Ist das nur die Weite des WK am Foramen apikale? Revaskularisation am avulsierten Zahn ist auch (bzw. eher/überwiegend?) von der Länge des WK abhängig.
    Welche Technik/welche Materialien? TripleAB? Welche? Selbst gemixt? Oder konventionelle Desinfektion? Wie?

    • Herrn Wecker habe ich befragt: Er hat erst in 10 Fällen Revitalisierungsbehandlungen unternommen, insofern sicher keine verlässliche Datenbasis. Er hat bisher apikale Foramina „bevorzugt“ die sicher größer als ISO 140 waren. Bei ISO 100 und kleiner ist die Wurzelentwicklung zumeist so weit vorangeschritten, dass er den kleinen Patienten einen möglichen Zweiteingriff wegen misslungener Revitalisierung ersparen möchte. Da erscheint ihm der MTA Verschluss vorhersagbarer im Ergebnis. Bislang ergaben sich zwar unterschiedliche Heilungsverläufe (Fortschreiten Längen- und Dickenwachstum, nur Dickenwachstum, keine Veränderung im Wachstum aber radiologisch zu vermutendes Einwachsen von Knochen bei normalem Klopfschall) Die apikalen Aufhellungen waren radiologisch in keinem Fall mehr nachweisbar.

      Bislang noch nie der Fall der Avulsion, alles Fälle nach lateraler Dislokation oder Subluxation mit unkomplizierter Kronenfraktur, ein Fall mit horizontaler Wurzelfraktur. Technik: zweizeitig. 1. Sitzung NaOCl 5%-ig und viele Ultraschall. Dann Einlage Double Mix: Metronidazol und Ciprofloxacin. 1:1 aus Kapseln als Pulver aus der Apotheke,Anämischen mit steriler Kochsalzlösung, kein Minocyklin. 2 Wochen später 2. Sitzung Spülung EDTA 17&-ig, kein Vasokonstringens, Blutung initiieren, keine Kollagenmatrix, nur Koagulum abwarten, MTA Angelus weiss, adhäsiver Verschluss.

      In diesem Fall zeigte sich zudem das apikale Gewebe als schwielig(nicht schwierig! also kein Schreibfehler und nicht so, wie er bisher die apikale Papille hat wahrnehmen können.

      Herzliche Grüße

      Jörg Schröder

      • Vielen Dank für die Infos. Nachvollziehbares Konzept, gefällt mir gut.

        Ist medcem.ch bekannt? Leider bisher nicht im Export aus der Schweiz möglich. Ich halte eine standardisierte Mischung – schon aus Vergleichsgründen – für höchst wünschenswert. Wie sehen Sie das?

        Weitere Fragen/Bitten zur Revitalisierung:
        Einer der Hauptgründe für dieses Procedere ist die Weiterbildung von Hartsubstanz mit der Erwartung, zervikale Frakturen zu vermeiden, die nach konventioneller Endo ja sehr häufig sind, jedenfalls nach Langzeitanwendung von Ca(OH)2. Meine Beobachtungen der Revitalisierungsfälle (keine eigenen, publizierte) zeigen, dass es gerade zervikal nicht dazu kommt/kommen kann, da dort bereits das MTA platziert ist… Bei den bisher geringen publizierten Fallzahlen sind daher Beobachtungen und Mitteilungen über Erfolge und Misserfolge so extrem wichtig, bitte am Ball bleiben.

        Wie wird die Problematik lokale Antibiotika-Applikation (Sensibilisierung, Resistenzentwicklung), teils aus der „Reserve“, gesehen? Kann darauf ggf. verzichtet werden oder ist das ein Muß?

        Beste Grüße
        Yango Pohl

        • Medcem.ch ist bekannt. Jedoch ist ein legaler Bezugsweg nicht offensichtlich.

          Klar, zervikales Wachstum geht nicht, wenn dort oder leicht darunter MTA liegt. Dieses Problem ist nicht zu lösen.

          Ein befreundeter griechischer Kollege , Antonis Chaniotis, führt auch einzeitige Revitalisierungen mit alleiniger NaOCl Spülung erfolgreich durch. Es geht also offensichtlich aus auf andere Weise.

          Herzliche Grüße

          Jörg Schröder

  2. Warum lese ich so einen ferfassten „Artikel“ auch noch bis zum Ände? Ich kann die Frage leider nicht beantworten. Viel Spas macht dieser grammatikalich schlecht geschriebene Text mit vielen Reschtschreibvehler nicht.

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