All Inclusive

von Ronald Wecker

Dieser erste obere Molar hatte ausser einer Perforation und einem Instrumentenfragment alles zu bieten, was eine endodontische Revisionsbehandlung interessant sein lässt.

Neben einem unaufbereiteten MB2, einem apikal stark engeengten und nach mesial gekrümmten DB konnten auch P und MB1 etwas bieten:

Apikal gabelte das initial sehr schmal-ovale palatinale Kanalsystem auf dem letzten Millimeter nochmal in 2 getrennte Foramina auf. Nach ausgiebiger Irrigation zeigte sich  in MB1 bereits in der Messaufnahme  apikal eine kugelige Erweiterung des Kanalhohlraums wie sie nach einer internen Resorption zu finden ist.

Da aufgrund der Gussteilkrone eine Messaufnahme aller Kanalsysteme nicht möglich war (das gleichzeitige Platzieren unter endometrischer Kontrolle führte immer wieder durch unerwünschten Kontakt der Instrumente mit dem Metall der Krone oder mit anderen Instrumenten zu falsch positiven Messergebnissen) wurde die zweite Messaufnahme dazu genutzt das Instrument im palatinalen Kanal auch in das zweite Foramen zu platzieren.

Ärgerlich war der Lufteinschluss nach Obturation in P, der sich jedoch Dank der Warmfülltechnik leicht beheben liess.

Der Blick auf das palatinale Kanalorificium nach  Anlegen der Zugangskavität lässt erahnen, warum eine laterale Kompaktionstechnik ovale Kanäle nur unzureichend füllen kann.

5 Gedanken zu „All Inclusive

  1. Guten Abend,
    auf welche Weise lassen sich Lufteinschlüsse dieser Art entfernen? Haben Sie einen guten Tipp?
    Tolle Dokumentation, einfach beeindruckend.
    Schönes Wochenende
    S.Rang

    • Sehr geehrter Herr Rang,

      durch Wiedererwärmung der Guttapercha bis auf das Niveau des Lufteinschlusses ist man in der Lage durch Anwendung vertikal gerichteten Drucks mit entsprechenden Handinstrumenten den Lufteinschluss zu „beheben“.

      Herzliche Grüße aus Berlin

      Jörg Schröder

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