Mutter aller Fallberichte (I)

von Bonald Decker

Seit Beginn meiner zahnärztlichen Tätigkeit habe ich in den Jahren eine Vielzahl klinischer Fallberichte gelesen und für mich daraus unterschiedlichste Erkenntnisse gewonnen. Meine persönliche „Mutter aller Fallberichte“ ist dabei die Veröffentlichung von Branchs und Trope aus dem Jahr 2004:

Der dort publizierte Therapieansatz mit der damit (für mich erstmals beschriebenen) verbundenen „Abkehr“ von der „mechanischen“ Endodontie beeindruckt mich noch heute.

Um so mehr „freut“ es mich, dass wir nun einen sehr ähnlich gelagerten Fall behandeln „dürfen“, bei dem u.a. Informationen aus der Veröffentlichung bei der Erklärung der enstandenen Pulpanekrose geholfen haben.

Dass Patienten mit asiatischem Ursprung vermehrt okklusale Tuberculi aufweisen, die unter Kaubelastung abscheren können (und es somit zu freiliegendem Dentin kommt) war mir bis 2004 nicht bekannt.

Eine solche Vorgeschichte mache ich (wie Branchs und Trope damals) in „unserem“ Fall für die Pulpanekrose mit daraus resultierender apikaler Parodontitis + submukösem Abszeß (bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum) verantwortlich.

Als Therapie haben wir den oben beschriebenen Revitalisierungsansatz gewählt, wobei sich durch weitere Veröffentlichungen der letzten Jahre gewisse Modifikationen des Protokolls (I) / (II) ergeben haben.

Zum Abschluss des ersten Behandlungstermins haben wir nach Trepanation und eingehender Spülung des Kanalsystems mit NaOCl (bei sorgsamer Anwendung) und EDTA ein Mix aus Ciprofloxacin und Metronidazol appliziert und den Zahn provisorisch verschlossen…

Demnächst werde ich über die weiteren Behandlungsschritte berichten…

75 Gedanken zu „Mutter aller Fallberichte (I)

  1. Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
    Osswald sagte am :

    Wünsche gutes Gelingen, Herr Decker!
    Darf ich fragen, mit welcher Konzentration von Hypochlorid Sie spülen?
    Danke und herzliche Grüße
    Rüdiger Osswald

    • Wäre es möglich, darauf zu achten, dass an dieser und an anderer Stelle nicht fälschlicherweise von Hypochlorid, somdern von Hypochlorit gesprochen wird.
      Wir sprechen ja auch nicht von Amalgan oder von Flour- Prophylaxe und auch nicht von Parodontose, wenn wir eine entzündliche Veränderung des Zahnhalteapparates meinen.
      Wenn Frau Färber als belesene Fachfremde den chemisch richtigen Terminus verwendet, dann sollten „die Zahnärzte“ (es ist ja beileibe nicht nur Rüdiger Osswald, sondern sogar in Fachvorträgen liest man immer mal wieder auf Powerpoint- Folien diesen Schreibfehler) in der Lage sein, das Chlorid vom Chlorit (dem Salz der unterchlorigen Säure) zu unterscheiden.

      • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
        Osswald sagte am :

        Das will ich gerne versuchen, Ha-Wi.
        Falls es daran liegen sollte, dass meine Frage bisher unbeantwortet ist, gerne noch einmal richtig:
        Darf ich fragen, mit welcher Konzentration von Hypochlorit Sie spülen, Herr Decker?

        Herzliche Grüße

        Rüdiger Osswald

        • Nein, daran lag es offensichtlich nicht, da – quod erat demonstrandum die Antwort schon längst gegeben wurde. Ich selbst spüle im Übrigen mit 3%iger NaOCl – Lösung und hatte in mittlerweile 22 Jahren keinen einzigen NaOCl- Zwischenfall in eigener Praxis. In dieser Zeit habe ich hingegen eine ganze Reihe von sogenannten „Toxavit“- Zwischenfällen gesehen. Wäre es daher nicht sinnvoller, sich für ein Verbot der Devitalisierungsmittel auszusprechen, Rüdiger ?

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            Nein Ha-Wi, ein Verbot ist sicher nicht der richtige Weg. Aber man sollte die notwendigen Anstrengungen unternehmen, um Toxavit mit einer Kontraindikation bzw. eher mit einem eindeutigen Verarbeitungshinweis zu belegen (wenn das nicht eh schon so ist, ich erinnere den Beipackzettel jetzt nicht mehr aus dem Kopf heraus): Nur in absoluten Notfällen (Anästhesieversager), maximal für 24 Stunden und nur mit sicherem speicheldichtem Verschluss. Damit wäre das justiziabel und man könnte seine Anwendung sehr deutlich eindämmen.

            Warum? Toxavit ist in meinen Augen ein Notfallmedikament, auf das ich nicht verzichten möchte. Es sind schon so viele Medikamente aus der Zahnheilkunde verschwunden. Ich habe es in rund 30 Jahren selbst zweimal ohne Zwischenfall angewendet und war heilfroh, dass es dieses Medikament gab.

            Herzlichen Dank für den Hinweis auf die Antwort, die ich, wie man sieht, inzwischen gefunden habe. Ich bin momentan im Urlaub und internetmäßig ziemlich behindert.

            Dass Du (wie viele andere) bisher keinen Zwischenfall hattest, glaube ich gerne. Man darf jedoch darüber nicht vergessen, dass es sich bei der Anwendung um den Goldstandard nach der Lehrmeinung handelt und dass Konzentrationen von bis zu 5.5% empfohlen werden (Siehe das dicke Lehrbuch von Hülsmann). Die Frage ist also, ob man das noch lehren kann. Und hier ist die Antwort eindeutig: Kann man nicht.

            Man kann in einen Beipackzettel schließlich nicht reinschreiben: „Diese Gegenanzeige gilt nicht für Herrn Herrmann, Herrn Kaaden, Frau……“….smile…

            Viele Grüße

            Rüdiger

  2. Hallo Herr Osswald, ich denke Herr Decker verwendet eine Konzentration von 2,5%. Genau wie wir.
    Obgleich man insbesondere in solchen Fällen besondere Sorgfalt bei der NaOCl-Awendung walten lassen sollte, habe ich _keinerlei_ Sorge vor einem „Spülunfall“. Dieser tritt ggf. nur dann ein, wenn man NaOCl _aktiv_ ins Gewebe injiziert. Der blosse Kontakt von Hypo zu (extraradikulärem) Gewebe stellt klinisch kein Problem dar.
    Wie auch Kollege Decker (und tausende Kollegen weltweit) haben wir in den Jahren unserer Tätigkeit bei vielen vielen (vielen) Fälle mit weit offenem Foramen bedenkenlos unser Spülprotokoll angewandt. In _keinem_Fall kam es zu einem Spülunfall.
    Ich denke es ist gut und notwendig auf mögliche negative NaOCl-Wirkung hinzuweisen (und ggf dafür zu sensibilisieren), eine „Panikmache“ halte ich für falsch.

    Übrigens…in gut 10 Jahren zahnmedizinischer klinischer Lehrtätigkeit musste ich auch hier keinen einzigen Fall eines Spülunfalls vermelden.

    Wie würde Ihr Behandlungsprotokoll in dem gezeigten Fall aussehen?
    Viele Grüsse
    Christoph Kaaden

    • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
      Osswald sagte am :

      Mit 2.5% befinden Sie sich in der Grauzone, Herr Kaaden. Keine Ahnung, wie das vor Gericht ausgehen würde, wenn etwas passiert, was ja – da haben Sie zweifellos Recht – mit Blick auf die Zahl der Anwendungen zum Glück selten ist. Allerdings schützt das ja niemanden vor Pech, auch nicht in dieser Konzentration, wie Hülsmann ja in einer Übersicht vor wenigen Jahren eindrucksvoll zusammengefasst hat. Und größer als in Ihrem Fall kann das foramen apicale kaum offen sein. Ich denke aber auch, dass die Zahl der Zwischenfälle, die nicht bekannt werden, erheblich ist. Ich allein kenne inzwischen mindestens 5, die nicht in die Literatur eingegangen sind. So berichtet beispielsweise auch Schäfer über unerwünschte Nebenwirkungen, seitdem er sich bemüht, jenseits des Apex zu spülen (wenn meine zuverlässige Quelle korrekt berichtet hat). Bisher allerdings nur Schmerzzustände.

      Dass ich weit davon entfernt bin, Panik zu verbreiten, mögen Sie daran erkennen, dass ich mich darauf beschränke, in innerzahnärztlichen Medien auf die potentielle Gefahr hinzuweisen. Wer wüsste besser als die Endodontologen, dass sich nicht alle Kollegen auf diese beschränken…smile.. Wenn ich meinen würde, einen ärztliche Verpflichtung zu haben, Panik zu verbreiten, dann würde ich nicht hier schreiben, sondern in der Regenbogenpresse. Auf der anderen Seite, und da beißt die Maus keinen Faden ab, gilt ohne jeden Zweifel: Eine Kontraindikation ist eine Kontraidikation ist eine Kontraindikation! Und auch das ist nun einmal so sicher wie das Amen in der Kirche: shit happens, und was schief gehen kann, tut es irgendwann. Dass ich, nur weil ich innerkollegial darauf hinweise, in diesem Zusammengang den schwarzen Peter bekomme, kann nur daran liegen, dass ich der Überbringer der schlechten Nachricht bin, der ja gerne geköpft wird. Denn ich habe die Gegenanzeige ja nicht beschrieben, sondern – ganz ohne mein Zutun – das Bundesamt für Arzneimittel.

      Wie dem auch sei. Ich verstehe allerdings nicht, warum man NaOCl immer noch verwendet. Dies völlig unabhängig von den potentiellen Nebenwirkungen insbesondere deshalb, da es ja gar nicht überall hinkommt (und hinkommen darf), wo sich die Bakterein aufhalten. Noch dazu ist die Einwirkzeit, um beispielsweise faecalis abzutöten, ganz offensichtlich viel zu gering. Und als Langzeiteinlage kann man es auch nicht verwenden. Irgendwann muss man doch einmal einsehen, dass man dieses Protokoll grundsätzlich verändern muss, wenn man die Performance verbessern will. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass nunmehr auch epidemiologisch nachgewiesen zu sein scheint, dass sich die Performance in der Endodontie in den letzten 20 Jahren nicht verbessert, sondern verschlechtert hat. Ich praktiziere ein deutlich überlegenes und noch dazu deutlich einfacheres Protokoll, und Sie werden mir deshalb nachsehen müssen, dass ich es bewerbe und die aktuelle Lehrmeinung (dies auch bisher streng innerkollegial) laut und deutlich in Frage stelle.

      Ihrer Frage, wie ich diesen Fall behandeln würde, will ich nicht ausweichen, auch wenn ich einen solchen glücklicherweise noch nie hatte und deshalb unsicher wäre. Ich würde natürlich den Kanal auch chemomechanisch gründlich reinigen, dabei aber auf Hypochlorit und CHX verzichten, sondern mit 3%igem H2O2 spülen. Ich glaube nicht, dass ich versuchen würde, eine neue Pulpa zu züchten (Sind sie denn sicher, dass es wirklich eine neue Pulpa werden kann, will heißen, wird der Zahn auf einen Kältereiz positiv reagieren, oder wird es nur ein bißchen steriles Bindegewbe?). Ich würde einen solchen Zahn wahrscheinlich in einem ersten Versuch mit Ca(OH)2 versorgen und – wenn der Zahn so beschwerdefrei bleibt – das für eine ziemlich lange Zeit alle 6 Monate erneuern und zuschauen, was passiert.

      Entschuldigen sie die lange Antwort, aber wenn ich mir eines nicht nachsagen lassen will…..smile…

      Herzliche Grüße

      Rüdiger Osswald

      • Ich allein kenne inzwischen mindestens 5, die nicht in die Literatur eingegangen sind.

        Hast Du diese 5 Fälle mit eigenen Augen gesehen, Rüdiger ?
        Oder von Kollegen dies gehört, denen dies passiert ist ?
        Oder hast Du es nur von Kollegen gehört, die von einem Kollegen gehört haben…

        Ich frage dies, weil ich selbst bislang in 20 Jahren noch keinen einzigen hatte, noch keinen einzigen live gesehen habe und von 3 NaOCl – Zwischenfällen persönlich gehört habe.
        Die Kollegen fragten mich um Rat, nachdem es passiert war.
        Zwei davon waren „echte“ NaOCl – Zwischenfälle, beim dritten hatte der Zahnarzt versehentlich bei einer UK – Leitung NaOCl statt Anästhetikum gespritzt.

        Ich persönlich möchte so etwas nie erleben in meiner Praxis, aber der Anteil an Toxavit/Depulpin – Zwischenfällen, die mir im Laufe der letzten 22 Jahre untergekommen sind (der erste eine gewaltige Kiefernekrose im Oberkiefer als junger Assistenzarzt in meinem ersten Notdienst) , ist um ein Vielfaches höher. Insofern erscheint mir die Ambivalanz in deiner Kritik NaOCl vs. Toxavit/Depulpin nicht rational begründet.

        Ich hätte kein Problem mit Devitalisierungsmitteln, sofern sie, wie in deinen Händen, indikationsgerecht nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden würden. Aber die Realität sieht anderes aus.

        Bei 2 indikationsgerechten Anwendungen in 20 Jahren bei uns beiden (Du 2 , ich Null) entspräche das bei 45.000 Zahnärzten in Deutschland 2250 Fälle pro Jahr. Auf die Schnelle habe ich nur eine Zahl aus dem KZBV Handbuch von 2002 gefunden von 171.600 Fällen bei Kassenpatienten. Das entspricht dem rund 80 – Fachen.

        Auf 20 Jahre hochgerechnet ergibt das in Deutschland statt 45.000 Fälle 3,43 Millionen Fälle, in denen diese Mittel bei Kassenpatienten eingesetzt wurden.

        • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
          Osswald sagte am :

          Mit eigenen Augen habe ich sie nicht gesehen, Ha-Wi, dazu war ich zu weit weg. Ich kenne die Kollegen, denen das passiert ist, jedoch persönlich. Zumindest einen kennst Du auch, da wir – wenn ich das richtig erinnere – zu der Zeit, als darüber berichtet wurde, auf derselben Liste verkehrten. Starke Schmerzen während und nach der Behandlung werden von vielen Kollegen auch nicht als Nebenwirkung von NaOCl gewertet, wie ich vielfach auf meinen Kursen erlebt habe. Ich bekomme noch heute gelegentlich Mails von Kollegen, die mir schreiben, wie froh sie sind, jetzt ohne NaOCl auszukommen.

          „Insofern erscheint mir die Ambivalanz in deiner Kritik NaOCl vs. Toxavit/Depulpin nicht rational begründet.“

          Wieso das nicht? Ich sage doch, was Toxavit betrifft, genau dasselbe wie Du. Es sollte ein Notfallmedikament sein. Dass es viel zu häufig eingesetzt wird, steht außer Frage, Wie kann man das eindämmen? Auch dazu habe ich einen entsprechenden Vorschlag gemacht (siehe oben). Ich kann mich aber auch wirklich nicht um alles kümmern. Was unternimmst Du dagegen? Ich war auch nie so richtig befasst mit Toxavit und habe in 25 Jahren erst eine Nebenwirkung gesehen, wobei das noch relativ glimpflich abging. Ich wurde aber auf meinen Kursen praktisch jedesmal gefragt, was ich davon halte und habe immer wie oben geantwortet: Man braucht es nicht, außer im Notfall. Und dann habe ich erklärt, wie man in schwierigen Fällen anästhesiert. Was machst Du bei kompletten Anästhesieversagen und Höllenschmerzen? Dormicum? Vollnarkose? Ehe ich Toxavit einsetze habe ich: eine Leitung gemacht, die sitzt, intrapulpär anästhesiert (notfalls nach lateraler Trepanantion), und rund um den Zahn mit Cytojet eingespritzt.

          Was meine Kritik an der Verwendung von NaOCl betrifft, ist diese ja nicht vergleichbar. Denn dass es nicht so wirkt, wie es soll, kann man dem Toxavit ja nun wirklich nicht nachsagen. Ganz anders ist das bei NaOCl, dass doch ganz offensichtlich seinen Zweck, das gesamte endodontische Hohlraumsystem gründlich zu desinfizieren, in einem – mit Blick auf Ätiologie und Pathogenese – unerträglich hohen Prozentsatz nicht erfüllt (genau wie Ca(OH)2 und CHX). Vom Granulom und vom Periapex einmal ganz abgesehen. Warum es also anwenden und noch dazu schwere Nebenwirkungen riskieren, wenn es doch alternative Medikamente gibt, die a) nachweislich besser wirken, b) überall dort angewendet werden können, wo sie hinmüssen und c) auch noch völlig nebenwirkungsfrei sind? Kannst Du mir das mit Worten erklären, die ich auch verstehen kann?

          Obwohl das alles bekannt ist, halten die Endodontologen stur an ihrem NaOCl-Protokoll fest und erhöhen mittlerweile seit Jahrzehnten frustran seine Konzentration. Nicht das, was Herr Schröder verstanden hat, meinte ich mit peinlich. Peinlich finde ich, mit einem Protokoll mit derart schlechter Prognose in der Regenbogenpresse Reklame zu laufen, um Patienten zu werben. Oberpeinlich ist, den Patienten trotz des durch den hohen technischen Aufwands bedingten horrenden Preises selbst im allereinfachsten Fall dieser einfachen bakteriellen Infektionskrankheit in einem seit mehr als 100 Jahren vollständig beschriebenen anatomischen Umfeld lediglich 90% Erfolgschancen versprechen zu können. Da würde ich mich in Grund und Boden schämen. 99,7% sollten es schon sein (Shit happens). Man stelle sich so etwas nur einmal vor am Beispiel der Appendicitis, im Vergleich zu einer einfachen Pulpitis. Holla, würde da die Post abgehen (und ich würde dann auch in der Regenbogenpresse schreiben und so über die ärztliche Kunst der Endodontologen berichten wie diese über die von Allgemeinzahnärzte). Sagen wir einmal, ein durchgebrochener Blinddarm entspricht einem bereits wurzelkanalbehandelten Zahn mit apikaler Aufhellung und Beschwerden. In diesem Fall würde fast jeder dritte Patient seine Erkrankung nicht überleben. Stell Dir mal vor, was dann los wäre. Wenn sich wissenschaftlich tätige Infektiologen mit diesem Problem befassen würden, wäre das Thema innerhalb höchstens eines Jahres erledigt. Und ich schaue jetzt schon 25 Jahre zu, wie die Enddodontologen daran herumkauen und keinen Meter weiterkommen. Eher im Gegenteil.

          Und zuletzt bleibt immer noch die bestehende Kontraindikation:

          „Die Frage ist also, ob man das noch lehren kann. Und hier ist die Antwort eindeutig: Kann man nicht.“

          Hast Du dazu keine Meinung?

          Herzliche Grüße

          Rüdiger

          • „Peinlich finde ich, mit einem Protokoll mit derart schlechter Prognose in der Regenbogenpresse Reklame zu laufen, um Patienten zu werben. Oberpeinlich ist, den Patienten trotz des durch den hohen technischen Aufwands bedingten horrenden Preises selbst im allereinfachsten Fall dieser einfachen bakteriellen Infektionskrankheit in einem seit mehr als 100 Jahren vollständig beschriebenen anatomischen Umfeld lediglich 90% Erfolgschancen versprechen zu können.“

            Peinlich wäre mir auf meiner Homepage eine große Auswahl von Fällen als Erfolg auszugeben, die selbst der zahnmedizinische Laie, trotz der mit schlechter Röntgentechnik ( es soll Kurse dafür geben) angefertigten „Beweisbilder“ als definitiv nicht ausgeheilt erkennt.

            Peinlich wäre mir, wenn ich einfache Mathematik nicht beherrsche. Zitat Homepage: „mit einer voraussagbaren Wahrscheinlich von praktisch 100% unsere Lanzeitperformance“.

            Voraussagbar, wahrscheinlich, praktisch, 100%. Quantenmathematik oder einfach nur der Versuch Patienten zu locken?

            Oberpeinlich wäre mir, wenn ich jemanden der Patientenwerbung bezichtigen würde, und auf meiner Homepage Einblicke in meine merkwürdige Patientenaquise gebe.

            „Wir hatten die Mutter des Patienten in einem Implantologie-Forum kennen gelernt …“ „… denn sie stellte Ihren Sohn eine Woche später bei uns vor.“ Fall 69 Homepage, Fallberichte.

            Ein letztes Zitat aus Ihrem Kommentar:

            „Da würde ich mich in Grund und Boden schämen. “

            Dann tun Sie es. Bitte! Sonst muss ich mich langsam fremdschämen.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            „Oberpeinlich wäre mir, wenn ich jemanden der Patientenwerbung bezichtigen würde, und auf meiner Homepage Einblicke in meine merkwürdige Patientenaquise gebe“:

            „Wir hatten die Mutter des Patienten in einem Implantologie-Forum kennen gelernt …“ „… denn sie stellte Ihren Sohn eine Woche später bei uns vor.“

            Nur um das richtig zu stellen, damit Ihnen das Fremdschämen erspart bleibt, Herr Schröder. Dafür möchte ich, ich trage nun wirklich schon schwer genug, nämlich als Allerletztes auch noch verantwortlich sein: Es handelte sich um ein Patientenforum, in dem die Mutter darüber berichtete, dass bei Ihrem 10-jährigen (?) Sohn nach Trauma und exazerbierender Endo die Indikation zur Extraktion beider Frontzähne gestellt worden war, um sie im Erwachsenenalter durch Implantate zu ersetzen. Ich hatte darauf geantwortet, dass Sie gut daran täte, eine Zweitmeinung einzuholen. Da sie nicht allzuweit entfernt wohnte, stand sie zwei Tage später bei mir in der Praxis. Wenn ich vom späteren Nachbehandler richtig informiert worden bin, dann war das kein schlechter Rat.

            Aber wo wir gerade noch ein letztes Mal mailen: Der eigentlich interessante Aspekt an Ihrer Botschaft im Fokus ist der, dass die Spezialisten jetzt auch über diejenigen Allgemeinzahnnärzte öffentlich herziehen, die sie selbst in Wochenendkursen für stolze 7000,-€ fortgebildet haben. Die DG-Endo frisst mitterweile also ihre Kinder….smile…

            Was die Röntgenaufnahmen betrifft, so gebe ich Ihnen teilweise Recht. Die machen bei mir die Damen, ich rede mir den Mund fusselig und trotzdem wird die eine oder andere Aufnahme nicht so, wie ich es gerne hätte. Im Interesse des Patienten und gegen das meiner Veröffentlichungen verzichte ich immer dann auf eine Wiederholung, wenn die Qualität zur Befundung soweit ausreichend ist, dass man das, worauf es ankommt, beurteilen kann. Ein Gutteil der Qualitätsmängel ist sicher auch meiner schlechten Photographie-Technik geschuldet. Schauen Sie sich bloß einmal die Photos an.

            Wie dem auch sei. Wenn Sie weiterhin so toll aufbereiten und röntgen, wie sie das ja ohne jeden Zweifel machen, aber die Zeit, die Sie mit dem Spülen mit Hypochlorit verplempern dazu nutzen würden, mein Desinfektionsprotokoll anzuwenden, dann würde sich zwar die Breitenversorgung in der Endodontie nicht verbessern, aber immerhin wäre Ihren Patienten geholfen und Ihre Werbebotschaften in der Regenbogenpresse bekämen zumindest Substanz. Einen gewissen Nachteil für mich sähe ich allerdings darin, dass ich möglicherweise unter Druck geraten würde, auf meine alten Tage noch meinen mechanisch-technischen Aufwand steigern zu müssen. Aber darauf sollten Sie um Himmels Willen keine Rücksicht nehmen….smile…

            Herzliche Grüße

            Rüdiger Osswald

          • Aber wo wir gerade noch ein letztes Mal mailen: Der eigentlich interessante Aspekt an Ihrer Botschaft im Fokus ist der, dass die Spezialisten jetzt auch über diejenigen Allgemeinzahnnärzte öffentlich herziehen, die sie selbst in Wochenendkursen für stolze 7000,-€ fortgebildet haben. Die DG-Endo frisst mitterweile also ihre Kinder….smile…

            Rüdiger,

            dies hier ist nicht der Ort für deine seit vielen Jahren bekannte Endodontie- Hochschule- Spezialisten- DG Endo – Stellvertreterdiskussion.

            Du wirst Dich nie ändern, aber hör wenigstens auch deine persönlich geprägten Hasstiraden hier abzulassen.
            4 der 5 Leute hier betreiben keine reine Endo – Praxis, gehören also genau zu der fachlichen Gruppe, die du mit „Allgemeinzahnärzte- besser als Spezialisten“ umreisst. Wenn Du Kritik an unseren hier vorgestellten Fällen hast, dann äußere sie. Ich nehme meine Fälle betreffend, jede Kritik an, nur zu, aber WURZELSPITZE ist nicht das Medium für deine Querelen mit dem zahnmedizinischen Establishment.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            Hasstiraden kann ich nun wirklich keine erkennen, Ha-Wi. Ich hasse niemanden, sondern verspotte allenfalls und das auch nur nach Aufforderung. Und dieser Artikel im Focus ist ein solche Aufforderung par excellence. Auf die Beleidigungen, die hier ohne Namensnennung erfolgen, reagiere ich ja erst gar nicht. Ich denke, Du misst mit zweierlei Maß, da ich noch nicht einmal erlebt habe, dass Du jemand anderen ermahnt hättest. Oder hast Du? Zumindest – soweit ich das erinnere – nicht in threads, an denen ich beteiligt war.

            Ich gebe aber gerne zu, dass ich in derselben Währung herausgebe, die ich einnehme. Anders hält man 25 Jahre Anfeindungen und Beleidigungen nicht durch, ohne Schaden zu nehmen. Ich jedenfalls nicht. Und wenn hier 4 von 5 Kollegen Allgemeinzahnärzte sind wie ich, oder gar von den Spezialisten in teuren Wochenendkursen in der Endodontie fortgebildete, dann würde das ja bedeuten, dass sie genau so entsetzt sein müssen wie ich, wenn sie sehen müssen, wie sie in der Regenbogenpresse schlecht geredet werden, ich ihnen also aus der Seele spreche.

            Von mir aus ist es jetzt für diesmal gerne genug. Ich schaffe dieses Pensum nur, weil ich im Urlaub bin. Ansonsten interessiert mich Endodontie auch nur noch am Rande. Es gibt momentan deutlich wichtigere Themen, die mich in Anspruch nehmen. 25 Jahre sind auch irgenwie genug.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • Hasstiraden kann ich nun wirklich keine erkennen, Ha-Wi. Ich hasse niemanden, sondern verspotte allenfalls und das auch nur nach Aufforderung.

            Dann nenne es Spotttiraden, Rüdiger. Das Wort mag differieren, die Art und Weise, wie Du dich gebährdest bleibt die Gleiche und dies war auch schon vor dem Focus – Artikel so. Aber das soll und vermag jeder Leser selbst für sich beurteilen.

            Und dieser Artikel im Focus ist ein solche Aufforderung par excellence. Auf die Beleidigungen, die hier ohne Namensnennung erfolgen, reagiere ich ja erst gar nicht. Ich denke, Du misst mit zweierlei Maß, da ich noch nicht einmal erlebt habe, dass Du jemand anderen ermahnt hättest. Oder hast Du? Zumindest – soweit ich das erinnere – nicht in threads, an denen ich beteiligt war.

            Richtig, es muss schon viel passieren diesbezüglich, aber Du hast es geschafft mit der Art und Weise, wie Du hier agierst.

            Ich gebe aber gerne zu, dass ich in derselben Währung herausgebe, die ich einnehme.
            Anders hält man 25 Jahre Anfeindungen und Beleidigungen nicht durch, ohne Schaden zu nehmen.

            Hier auf Wurzelspitze ist niemand an Dich herangetreten. Bitte keine Stellvertreterdiskussionen !

            Und wenn hier 4 von 5 Kollegen Allgemeinzahnärzte sind wie ich, oder gar von den Spezialisten in teuren Wochenendkursen in der Endodontie fortgebildete, dann würde das ja bedeuten, dass sie genau so entsetzt sein müssen wie ich, wenn sie sehen müssen, wie sie in der Regenbogenpresse schlecht geredet werden, ich ihnen also aus der Seele spreche.

            Es mag Dich überraschen, dass jemand anders empfindet als Du, aber ich sehe weder mich persönlich noch den Berufstand von Kollegen bedroht, die sich der Implantologie, der Parodontologie, der Kieferorthopädie, der Kieferchirurgie oder von mir aus der Endodontie widmen.

          • Mit eigenen Augen habe ich sie nicht gesehen, Ha-Wi, dazu war ich zu weit weg. Ich kenne die Kollegen, denen das passiert ist, jedoch persönlich. Zumindest einen kennst Du auch, da wir – wenn ich das richtig erinnere – zu der Zeit, als darüber berichtet wurde, auf derselben Liste verkehrten. Starke Schmerzen während und nach der Behandlung werden von vielen Kollegen auch nicht als Nebenwirkung von NaOCl gewertet, wie ich vielfach auf meinen Kursen erlebt habe. Ich bekomme noch heute gelegentlich Mails von Kollegen, die mir schreiben, wie froh sie sind, jetzt ohne NaOCl auszukommen.

            Rüdiger, handelt es sich bei den 5 Fällen, die Du zwar nicht mit eigenen Augen gesehen, die Dir jedoch von zuverlässiger Seite direkt, also nicht von Dritten zugetragen wurden, ausschließlich um die in der Literatur beschriebenen NaOCL – Zwischenfälle oder sind darunter auch die von Dir beschriebenen starken Schmerzen während/nach der Behandlung aufgeführt ?

            In wievielen dieser 5 Fälle ist es zu bleibenden Schäden gekommen ?

            Dass Du nur einen einzigen Zwischenfall mit Devitalisierungsmitteln in all den Jahren mit eigenen Augen gesehen hast, der auch noch blande verlief, erklärt natürlich, warum Du diesem Thema bislang wenig Aufmerksamkeit gewidmet hast.

            Schau Dir bitte die hier bei WURZELSPITZE gelistesten Fälle von Devitalisierungsmittelzwischenfällen an. Du wirst feststellen, dass offensichtlich die nicht sachgerechte Anwendung mit für den Patienten teilweise gravierenden Auswirkungen verbunden ist. Irreversiblen Auswirkungen wohlgemerkt.

            Ich finde gut, dass Du hier klar Stellung bezogen hast, dass die Anwendung von Devitalisierungsmitteln in der Praxis offensichtlich über die von Dir beschriebene Indikation hinausgehend erfolgt. Angesichts der Tatsache, das der Begriff „Toxavit“ mit großem Abstand und kontinuierlich der meistgelistete Suchbegriff ist, der Leser auf diese Seiten führt, scheint unter den Patienten doch ein nicht seltener Kontakt, eine gewisse Verunsicherung und möglicherweise auch ein Leidensdruck vorhanden zu sein.

            Kann ich also davon ausgehen, dass Du, als engagierter Zahnerhalter (wie wir es alle hier sind bei WURZELSPITZE) diesem Thema von nun an die gleiche Intensität widmest, wie wir es von Dir von den Themen Kofferdam, CHKM und NaOCl her kennen ?

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            Fragen über Fragen, Ha-Wi……smile….

            „Rüdiger, handelt es sich bei den 5 Fällen, die Du zwar nicht mit eigenen Augen gesehen, die Dir jedoch von zuverlässiger Seite direkt, also nicht von Dritten zugetragen wurden, ausschließlich um die in der Literatur beschriebenen NaOCL – Zwischenfälle oder sind darunter auch die von Dir beschriebenen starken Schmerzen während/nach der Behandlung aufgeführt ?“

            Nein, es handelt sich um echte Zwischenfälle, die eindeutig dem NaOCl zuzuordnen sind. Die „normalen“ Schmerzfälle nach diesem Protokoll von denen zu unterscheiden, die in der Folge von NaOCl auftreten, ist ja schwierig. Bei dem Protokoll der aktuellen Lehrmeinung sind ja über einen längeren Zeitraum persistierende Schmerzen zumindest bei akuter Gangrän aufrgund des sofortigen Verschlusses quasi normal. Wie Herr Schröder im Focus so treffend schreibt: „_Schon_ nach 1 Woche waren die Schmerzen praktisch verschwunden.“ Wenn bei meinem Protokoll die Schmerzen nicht am nächsten Tag, bei sensiblen Patienten allerspätestens am übernächsten Tag verschwunden sind, dann weiß ich, dass ich den Fall falsch eingeschätzt habe und ändere die eingeschlagene Therapie.

            „In wievielen dieser 5 Fälle ist es zu bleibenden Schäden gekommen ?“

            In 3 Fällen, 1 Verätzung, zwei taube Lippen, eine weitere Verätzung heilte vollständig ab und eine weitere taube Lippe kam wieder. Ups, da fällt mir auf, dass ichsogar mindestens 6 Fälle kenne (Parästhesie, kam wieder). Nochmal: Ich habe nie behauptet, dass es oft zu irreversiblen Zwischenfällen kommt. Wenn es aber dazu kommt, stehen diese in keinem Verhältnis zu einem Zahnverlust. Und das aufgrund der Anwendung eines Medikamentes, das es ganz offensichtlich und mittlerweile ohne jeden Zweifel nicht bringt.

            „Du wirst feststellen, dass offensichtlich die nicht sachgerechte Anwendung mit für den Patienten teilweise gravierenden Auswirkungen verbunden ist.“

            „Das wusste ich Toxavit betreffend auch schon vorher. Ich habe ausreichend Fälle in der Literatur gesehen. Wie wäre ich wohl sonst zu meiner stringentenEinschätzung gekommen?“

            „Irreversiblen Auswirkungen wohlgemerkt. Ich finde gut, dass Du hier klar Stellung bezogen hast, dass die Anwendung von Devitalisierungsmitteln in der Praxis offensichtlich über die von Dir beschriebene Indikation hinausgehend erfolgt.“

            Ich habe nie etwas anderes behauptet, auch wenn mir das gerne in die Schuhe geschoben wird. Ganz im Gegenteil, wie ich bereits ausgeführt habe.

            „Angesichts der Tatsache, das der Begriff „Toxavit“ mit großem Abstand und kontinuierlich der meistgelistete Suchbegriff ist, der Leser auf diese Seiten führt“

            Das überrascht mich. Ich habe auf meiner Homepage ca. 100 Suchanfragen im Monat. Die meist gesuchten sind (neben ChKM natürlich) mit großem Abstand „Wurzelspitzenresektion“ und „Zyste“, Toxavit oder Devitalisierung eher selten.

            „Kann ich also davon ausgehen, dass Du, als engagierter Zahnerhalter (wie wir es alle hier sind bei WURZELSPITZE) diesem Thema von nun an die gleiche Intensität widmest, wie wir es von Dir von den Themen Kofferdam, CHKM und NaOCl her kennen ?“

            Wann immer ich mit der Frage Toxavit konfrontiert werde, werde ich wie bisher sehr dezidiert in der geschilderten Weise auch öffentlich Stellung nehmen. Warum schreibst Du nicht irgendwo einen flammenden Artikel pro Toxavit, um mir Gelegenheit zu geben, eine entsprechend engagierte Antwort zu geben….smile….? Will heißen, ich kann wirklich nicht alles alleine machen. Wie wäre es, wenn die Endodontologen die Zeit, die sie darauf verwenden, in der Regenbogenpresse zu werben, darauf verwendeten, eine entsprechende Fachartikelserie zu verfassen? Als nächsten oder besser gleichzeitigen Schritt würde ich vorschlagen, Eure Hochschullehrer anzuspitzen, sich für einen entsprechenden Beipackzettel einzusetzen und das dann innerzahnärztlich und breit in den Medien zu kommunizieren. Deine (Eure) Verbindungen sind doch mindestens 11mal besser als meine. Ich wette, Ihr dürftet – im Gegensatz zu mir – sogar in der ZM und in der DZZ schreiben. ChKM betreffend sind die Hochschullehrer ja sogar beim Bundesamt für Arzneimittel vorstellig geworden, um es verbieten zu lassen. Warum eigentlich beim Toxavit nicht?

            Die vielen Fragen an mich alle ausführlich genug beantwortet? Wenn ja, dann bleibt ja vielleicht Zeit, sich endlich auch einmal meinen wenigen zu widmen, die ich bereits zum Teil mehrfach gestellt habe:

            a) Was machst Du bei echten Anästhesieversagern?
            b) Die Gegenanzeige betreffend, die ja nun einmal existiert, ob es gefällt oder nicht: Kann man das Protokoll nach Deiner Meinung trotzdem noch lehren?
            c) Erkläre mir doch bitte in einfachen Worten, die ich auch verstehen kann, warum die Endodontologen seit 25 Jahren (die ich überblicke) stur an ihrem Protokoll festhalten, die Konzentration von Hypochlorit ständig steigern und andere Vorschläge diffamieren, obwohl es die Spatzen von den Dächern pfeifen, dass es nicht suffizent genug ist, um diese einfache bakterielle Infektionskrankheit mit einer Quote auszuheilen, die man mit Blick auf Ätiologie und Pathogenese in diesen modernen Zeiten erwarten darf?

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • Die vielen Fragen an mich alle ausführlich genug beantwortet? Wenn ja, dann bleibt ja vielleicht Zeit, sich endlich auch einmal meinen wenigen zu widmen, die ich bereits zum Teil mehrfach gestellt habe:

            a) Was machst Du bei echten Anästhesieversagern?

            Du hast mir diese Frage ein einziges Mal gestellt und das vor weniger als 24 Stunden. Verzeih mir, dass ich, an meinem Geburtstag, erst jetzt Stellung nehme.
            Wie Du gerade mal 2 Anästhesieversager in 20 Jahren hattest (spricht für Dich und deine Anästhesietechniken) so waren es bei mir ein einziger. Dieser, an einem alio loco vorbehandelten Zahn mit starker Pulpitis konnte nach Ledermixeinlagen nach 2 Tagen und in der 3. Sitzung vollständig anästhesiert werden. Zur Info – ich gebe grundsätzlich neben einer Leitung eine bukkale Anästhesie, falls diese nicht ausreichend ist, eine zusätzliche linguale Infiltration, danach, falls notwendig, intraligamentäre, dann intrapulpale Anästhesien.

            b) Die Gegenanzeige betreffend, die ja nun einmal existiert, ob es gefällt oder nicht: Kann man das Protokoll nach Deiner Meinung trotzdem noch lehren?

            Bitte sei so nett und stelle die Gegenanzeige im Wortlaut ein, damit ich mich darauf beziehen kann.

            c) Erkläre mir doch bitte in einfachen Worten, die ich auch verstehen kann, warum die Endodontologen seit 25 Jahren (die ich überblicke) stur an ihrem Protokoll festhalten,

            Bitte keine Stellvertreterdiskussionen ! Ich bin nicht der Adressat dieser Fragen.

            die Konzentration von Hypochlorit ständig steigern

            Diese Aussage ist nicht korrekt.

            und andere Vorschläge diffamieren, obwohl es die Spatzen von den Dächern pfeifen, dass es nicht suffizent genug ist, um diese einfache bakterielle Infektionskrankheit mit einer Quote auszuheilen, die man mit Blick auf Ätiologie und Pathogenese in diesen modernen Zeiten erwarten darf?

            Bitte keine Stellvertreterdiskussionen ! Ich bin nicht der Adressat dieser Fragen.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            Das hatte ich bereits ausführlich ausgeführt, Herr Löffler. Komplettes Anästhesieversagen bei starken Schmerzen trotz umfassender Bemühungen, also wenn als Alternative nur noch die Vollnarkose bliebe.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger Osswald

          • Sehr geehrter Herr Osswald,
            sorry, wenn ich etwas überlesen habe. Mit Copy/Paste können Sie ihr Zitat nochmal einfügen.
            Was sind umfassende Bemühungen kompletter Anästhesieversager bei starken Schmerzen?
            Herzliche Grüße
            Olaf Löffler

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Rüdiger Osswald sagte am :

            Eh ich das finde, Herr Löffler….Für Sie schreibe ich es gerne noch ein drittes (!) Ma. Diesmal in aller Ausführlichkeitl:

            1. Leitung im UK, die wirklich sitzt
            2. Im OK Injektion vestibulär und Leitung paltinal, gerne auch zweimal, dann mit forte
            3. Versuch der Trepanation trotz Schmerzen von okklusal (mit nagelneuem dünnen Diamanten, weil ich nett zu meinen Patienten bin)
            4. Bei Misserfolg Trepanation von vestibulär ca. 1 mm oberhalb des Gingivalrandes (wirklich guter Tip übrigens, klappt häufig, wenn von oklusal nichts geht)
            5. Intrakanuläre Injektion (bei Erfolg der Trepanation)
            6. Cytojet rings um den Zahn (ich kann das wirklich)

            Haben sie noch etwas, dass man versuchen könnte? Von extraoral ist nicht so mein Ding und würde in diesem Fall wahrscheinlich auch nicht wirken.

            Was machen Sie bei koompleltten Anästhesieversagern?

            Herzliche Grüße

            Rüdiger Osswald

          • Hallo Herr Osswald,
            gerne schildere ich Ihnen kurz mein Vorgehen.

            Mein Nachfragen impliziert nicht, daß ich der Meinung bin, ein
            anderer Behandler könnte dies nicht oder nicht richtig. Wenn Sie
            schreiben, daß sie intraligamentär anästhetisieren, dann glaube
            ich Ihnen unbesehen, daß dies richtig geschieht.

            Ich selbst hatte bis zum unten geschriebenen Vorgehen immer mal wieder
            Probleme. Dies war Detailfehlern geschuldet.

            Die Reihenfolge der Anästhesieformen sieht in meinem Protokoll
            etwas anders aus.
            Meine Vorgehen in der Anästhesie entspricht genau dem, was ich
            vor einigen Jahren aus einem Vortrag von Hans-Willi Herrmann
            mitnahm.

            Beispiel UK Molar
            1. Leitungsanästhesie und bukkale Anästhesie.
            2. Danach ein Depot distal/lingual des 8ers schräg nach
            hinten/unten bis etwa zur linea mylohyoidea setzen.
            (nach Prof. Dr. Schön, Bad Reichenhall).

            3. Intraligamentäre Anästhesie.
            4. Zu 98% ist in diesem Stadium die Eröffnung des Pulpenkavums
            schmerzfrei oder sehr schmerzarm möglich. Diese Eröffnung
            gestalte ich genau so groß wie meine Kanüle dick ist! Dann teste
            ich ob der Patient dies noch merkt.
            Mit der Citoject Spritze unter hohem Druck (das ist das
            Geheimnis) setze ich dann ein Depot. Der Patient wird dies merken
            und wird darüber von mir vorab aufgeklärt. Originalzitat Dr.
            Herrmann:“ Es tut mir leid, ich muss Ihnen jetzt vielleicht etwas weh
            tun, damit es danach nicht mehr weh tut: Ich zähle jetzt bis 5 und
            solange wird es vielleicht etwas weh tun. Danach sind wir dann in der
            Lage, schmerzfrei weiterzumachen.“

            5. Intraossäre Anästhesie.

            Als Notfallmedikament würde ich wahrscheinlich Ledermix wählen, um
            die Symptomatik zu reduzieren. Dies habe ich 2-3 mal nach o.g.
            Reihenfolge (ohne intraossäre Anästhesie) genutzt. Der Patient
            war nach 3 Stunden schmerzfrei und nach 3 Tagen schmerzfrei zu
            behandeln.

            Herzliche Grüße
            Olaf Löffler

            PS: Ach ja, noch eine kleine Bitte.
            Lassen Sie aber bitte einfach unnötige Kommentare, wie das Ausrufezeichen weg.
            Das macht es den Umgang miteinander einfacher
            und zeigt eine gegenseitige Achtung.
            Schreiben Sie schnörkellos Ihre Meinung. Danke.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Rüdiger Osswald sagte am :

            Herzlichen Dank für die ausführliche Schilderung Ihres Anästhesie-Protokolls, Herr Löffler.

            Intraossär habe ich es bisher noch nie versucht. Ist sicher noch einen zusätzlichen Versuch wert. Danke für den Hinweis. Die zusätzliche Anästhesie der Rami hatte ich in meiner Auflistung übersehen. Ich benutze übrigens beinahe wörtlich dieselben Worte, wenn ich wehtun muss. Und wenn mal so die Pulpa eröffnet hat, hat man ja auch in aller Regel gewonnen.

            Wenn Sie bisher noch keinen Patienten hatten, bei dem Sie nach all diesen Maßnahmen trotzdem nicht behandeln konnten, beneide ich Sie. Bei mir waren es zum Glück auch nur 2 Fälle in 25 Jahren. Es handelte sich um panisch bis hysterische Patienten, die nach einer in der Folge ihrer Schmerzen durchwachten Nacht schlussendlich schon Berührung als Schmerz empfanden, so dass ich vermute, dass im engeren Sinne ausreichend anästhesiert war. Der Reiz wird zwar vom Zahn ausgehend weitergeleitet und dort auch empfunden, registriert wird der Schmerz jedoch im Hirn (Beispiel Phantomschmerz). Da bleibt dann nur die Narkose, oder eben Toxavit, das ich in diesem Falle vorziehe.

            Herzliche Grüße
            Rüdiger Osswald

      • So berichtet beispielsweise auch Schäfer über unerwünschte Nebenwirkungen, seitdem er sich bemüht, jenseits des Apex zu spülen (wenn meine zuverlässige Quelle korrekt berichtet hat). Bisher allerdings nur Schmerzzustände.

        Hallo Rüdiger,

        handelt es sich beim dem von Dir zitierten Kollegen Schäfer um Prof. Edgar Schäfer von der Uni Münster ?

        Und habe ich das richtig verstanden, dass er propagiert, mit NaOCl über den Apex hinaus zu spülen ?

        Herzliche Grüße

        Ha -Wi

        • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
          Osswald sagte am :

          Ja, Ha-Wi, das ist er.

          Unter der Prämisse, dass meine (nach meiner Erfahrung) zuverlässige Quelle korrekt informiert (ich selbst gehe ja nicht auf solche Kurse), so lehrt Prof. Schäfer neudings:

          a) Es gibt im Gegensatz zur Lehrmeinung sehr wohl Bakterien jenseit des Apex,
          b) weshalb man daselbst auch desinfiziered tätig werden müsse,
          c) weshalb man mechanisch Zugang schaffen müsse, zumindest bei apikaler Aufhellung,
          d) weshalb er deshalb keine Spülkanülen mit seitlicher Öffnung mehr verwende, sondern mit frontaler, um das Hypochlorit (Konzentration mir leider nicht kolportiert) mit dosiertem Druck auch dort wirken zu lassen,
          e) weshalb es nicht häufig aber dennoch regelmäßig (die Frage kommt ja inzwischen in jedem Kurs) zu Nebenwirkungen in der Form von starken Schmerzen komme.

          Wie gesagt, mir wurde das nur berichtet und ich kann daher keine Hand dafür ins Feuer legen, dass der Kollege das wirklich auch alles richtig verstanden hat.

          Wenn dem so wäre, dann wäre das – kaum predigt man 25 Jahre, schon tut sich etwas – immerhin die 1 zu 1 – Übernahme zumindest meines mechanischen Protokolls, also der halbe Weg. Aber das beabsichtigte Ziel mit NaOCl zu erreichen zu versuchen, ist in meinen Augen der helle Wahnsinn. Und das noch dazu zu lehren…….dafür fällt mir gerade gar kein Superlativ ein.

          Nochmals: Das wurde mir nur berichtet! Der Bericht – nebst meiner Antwort – ist aber inzwischen veröffentlicht (im Niedersächsischen ZB und im Forum Zahnheilkunde von DAZ und BVAZ). Ein weiterer bekannter Endodontologe wird für dieselbe Forderung nach Wandlung des Protokolls den mechanischen Teil betreffend als weiterer Zeuge aufgerufen (fordert das genau so, geht aber nicht auf die Chemie ein). ICH BEHAUPTE DAS ALSO NICHT; ICH BERICHTE NUR; WAS MIR BERICHTET UND INZWISCHEN VERÖFFENTLICHT WURDE (nicht geschrien, sondern nur mal so zur Vorsicht und aufgrund schlechter Erfahrungen betont).

          Hülsmann scheint dahingehend immer noch zu lehren, dass die Bakterienbesiedlung strikt auf die Hauptkanäle beschränkt sei. Er fordert also praktisch das Vorhandensein einer bakterienundurchlässigen Membran, die die Wurzelkanäle auskleidet. Als Beweis dafür gibt er an, dass, wenn es anders wäre, wir vielmehr begleitende Parodontitiden haben müssten. Auch das wurde mir durch eine nach meiner Erfahrung zuverlässigen Quelle berichtet, also ohne absolute Gewähr.

          Du verfügst sicher wie kein anderer über die notwendigen Möglichkeiten, das alles zu überprüfen.

          Herzliche Grüße

          Rüdiger
          PS. ich muss schön langsam aufhören, die zahlreichen Fragen in dieser Ausführlichkeit zu beantworten, weil heute mein Urlaub zuende geht.

          • Es gibt im Gegensatz zur Lehrmeinung sehr wohl Bakterien jenseit des Apex,

            Wieso ist diese Aussage entgegen der Lehrmeinung ?

            weshalb man daselbst auch desinfiziered tätig werden müsse,

            Das ist nur logisch,oder ?

            c) weshalb man mechanisch Zugang schaffen müsse, zumindest bei apikaler Aufhellung,

            Was heißt, mechanisch Zugang verschaffen ?

            weshalb er deshalb keine Spülkanülen mit seitlicher Öffnung mehr verwende, sondern mit frontaler, um das Hypochlorit (Konzentration mir leider nicht kolportiert) mit dosiertem Druck auch dort wirken zu lassen,

            Die Konzentration wäre eine wichtige Info oder ? Merkwürdig, dass dies bei der Fortbildung keiner gefragt hat, wenn es schon nicht genannt worden wäre. Ich hätte gefragt.

            Was bedeutet dosierter Druck ?

            e) weshalb es nicht häufig aber dennoch regelmäßig (die Frage kommt ja inzwischen in jedem Kurs) zu Nebenwirkungen in der Form von starken Schmerzen komme.

            Was heißt regelmäßig ? Hätte ich gefragt. Wie oft kommt das vor ? Hätte mich interessiert, zumal ich das Phänomen in meinem Patientenklientel nicht kenne.

            Nochmals: Das wurde mir nur berichtet! Der Bericht – nebst meiner Antwort – ist aber inzwischen veröffentlicht (im Niedersächsischen ZB und im Forum Zahnheilkunde von DAZ und BVAZ).

            Gibt es dazu einen Link zum Nachlesen ?

            Ein weiterer bekannter Endodontologe wird für dieselbe Forderung nach Wandlung des Protokolls den mechanischen Teil betreffend als weiterer Zeuge aufgerufen (fordert das genau so, geht aber nicht auf die Chemie ein). ICH BEHAUPTE DAS ALSO NICHT; ICH BERICHTE NUR; WAS MIR BERICHTET UND INZWISCHEN VERÖFFENTLICHT WURDE (nicht geschrien, sondern nur mal so zur Vorsicht und aufgrund schlechter Erfahrungen betont).

            Wer ist der andere bekannte Endodontologe ? Und was genau fordert er ?

      • Denn ich habe die Gegenanzeige ja nicht beschrieben, sondern – ganz ohne mein Zutun – das Bundesamt für Arzneimittel.

        Hallo Rüdiger,

        Du hast sicherlich eine Quelle, in der ich diese Kontraindikationen nachlesen kann.
        Bedeutet eigentlich eine Kontraindikation in deinen Augen, dass damit auch in den nicht kontraindizierten Fällen das entsprechende Mittel obsolet wird ?

        Herzliche Grüße

        Ha -Wi

        • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
          Osswald sagte am :

          Das kannst Du in allen Beipackzetteln nachlesen, Ha-Wi, in denen Hypochlorid als Medikament angeboten wird. Ich kenne deren konkret zwei, mir fallen aber gerade die Namen nicht ein, sonst würde ich das jetzt verlinken. Du kennst sie sicher, schau einfach nach. Muss man nur googeln.

          Das zweite ist eine schwierigere Frage, weil die Kontraindikation Fälle mit offenem Foramen apicale betrifft. Hier stellt sich die Frage, wie man vor der Anwendung sicher stellt, bzw. im Falle des Falles nachweist, das das Foramen geschlossen war. Immerhin führt der Gefäß-Nervenstrang hindurch, der bei VitE unkontrolliert abreißt und bei Gangrän putride zerfällt.

          Ganz allgemein gilt: ein Loch ist ein Loch ist ein Loch!

          Herzliche Grüße

          Rüdiger

          • Das kannst Du in allen Beipackzetteln nachlesen, Ha-Wi, in denen Hypochlorid als Medikament angeboten wird. Ich kenne deren konkret zwei, mir fallen aber gerade die Namen nicht ein, sonst würde ich das jetzt verlinken. Du kennst sie sicher, schau einfach nach. Muss man nur googeln.

            Ich bin davon ausgegegangen, dass Du diese Quelle vorliegen hast, Rüdiger, gerade im Hinblick darauf, dass diese in deiner Argumentationskette eine entscheidende Rolle einnehmen. Falls sie Dir also in die Hände fallen sollte, wäre ich Dir für einen Link dankbar, ich würde gerne diese im Wortlaut sehen, um mir selbst ein Bild machen zu könne, wie dort konkret die von Dir erwähnte Kontraindikation definiert wurde.

          • Hallo Rüdiger,

            ich habe das Datenblatt von HISTOLITH NaOCl 5% von Lege Artis mir runtergeladen.

            Darin steht:

            Gegenanzeigen
            Allergie gegen Chlor; offenes Foramen apicale
            Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
            Der Kontakt von Natriumhypochlorit-Lösung mit Schleimhaut, Haut und Augen, sowie das Einbringen in das periapikale Gewebe sind zu vermeiden.

            Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
            Keine bekannt
            Warnhinweise
            Vorsicht ätzend!
            Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung
            Die benötigte Menge HISTOLITH richtet sich nach den lokalen Gegebenheiten. Es ist empfehlenswert, bei der Aufbereitung des Wurzelkanals bei jedem Wechsel der Instrumentengröße mit HISTOLITH zu spülen.
            Während der Aufbereitung des Wurzelkanals wird dieser nach jedem Wechsel der Instrumentengröße mit Hilfe beiliegender Pipetten oder mit einem ultraschallaktivierten oder schwingaktivierten Spülgerät und in geeigneter Technik (langsame Applikation ohne Druck, Absaugung der Spüllösung, Schutz von Gingiva und Mundschleimhaut durch Verwendung von Kofferdam) mit HISTOLITH bis zur vollständigen Aufbereitung ausgespült.

            Überdosierung und andere Dosierungsfehler
            Akute Reaktionen nach der Kanalaufbereitung sind selten. Wenn sie vorkommen sind folgende Ursachen beteiligt: – Überinstrumentierung in das apikale Gewebe. Dadurch wird infiziertes Gewebe durch das
            Foramen apicale in das periapikale Gebiet gedrückt. – Verwendung infizierter Instrumente. – Starke Erweiterung des Foramen apicale. Die Gewebeirritation durch Spülflüssigkeiten
            wird dadurch begünstigt. – Zytotoxische Wirkung von Medikamenten, die durch das Foramen apicale gepresst
            werden.
            Therapie: Applikation des Kofferdams und Entfernung der provisorischen Füllung, wenn notwendig Erweiterung des Kanals und mehrmalige Spülung mit physiologischer Natriumchloridlösung.
            Nebenwirkungen
            Auf lebendes Gewebe wirkt HISTOLITH ätzend. Patienten werden gebeten ihren Zahnarzt zu informieren, wenn sie Nebenwirkungen bemerken, insbesondere solche, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind.

            Ich würde gerne Lege Artis anschreiben, dass diese dazu Stellung beziehen oder hast Du das schon gemacht ?

      • Sehr geehrter Herr Osswald,
        da es mitunter sehr ermüdend sein kann Ihre Spülprotokolle zu kommentieren, möchte ich wieder zu diesem Behandlungsfall kommen.
        Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass es bei einem möglichen Behandlungserfolg dieses Falles nicht darum geht, eine Kältesensibilität wiederherzustellen, sondern ein weiteres Wurzelwachstum zu ermöglichen. Mit Ihrem Behandlungsversuch wäre dies nicht möglich. Es wäre also im Sinne ihrer Patienten, solch einen Fall an einen versierten Behandler weiterzuleiten.
        Mit freundlichen Grüßen
        Damian Köllner

        • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
          Osswald sagte am :

          Erlauben Sie mir trotz Ihrer Übermüdung noch drei kurze Anmerkungen, Herr Köllner (siehst Du, Ha-Wi, ich reagiere nur auf den Ruf in den Wald und lasse es in gleicher Münze herausschallen) :

          a) ich beschreibe im Gegensatz zur aktuellen Lehrmeinung keine Spülprotokolle, sondern ein nachweislich sehr effektives, auf den jeweiligen Krankheitsfall abgestimmtes und systematisches Deinfektionsprotokoll mit potenten und für die Indikationsstellung zugelassenen Medikamenten.

          b) Danke für den Hinweis mit der Vitalität. Das hätte mich auch total überrascht.
          Vielleicht sollte man also, um präzise zu sein, in diesen Fällen nicht von der „Revitalisierung der Pulpa“ sprechen.

          c) In der Literatur sind ausreichend Fälle beschrieben, in denen mit dem von mir gemachten Vorschlag ein Abschluss des Wurzelwachstums erreicht wurde. Ich denke, dass es allein darauf ankommt, bei der Therapie diejenigen Zellen nicht zu zerstören, die diese Aufgabe noch erfüllen müssen. Deshalb wäre ich, mein Desinfektionsprotokoll betreffend, in einem solchen Fall wie beschrieben auch ausgesprochen zurückhaltend.

          Herzliche Grüße

          Rüdiger Osswald

          Rüdiger Osswald

          • Erlauben Sie mir trotz Ihrer Übermüdung noch drei kurze Anmerkungen, Herr Köllner (siehst Du, Ha-Wi, ich reagiere nur auf den Ruf in den Wald und lasse es in gleicher Münze herausschallen) :

            Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters, Rüdiger.
            Ich finde es auch nach vielen Jahren noch immer erstaunlich, das Du, der so hart und unbarmherzig austeilt, so extrem dünnhäutig und empfindlich reagierst, wenn ein Anderer nicht devote Repliken liefert. Aber das ist eben integraler Teil deiner Persönlichkeit und bleibt eine vermutliche lebenslange Wesenskonstante. Ebenso wie der immer wieder vorgebrachte Hinweis, du würdest, die Wortwahl und den Ductus betreffend, nur reagieren. Aber so ist es nun mal.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Rüdiger Osswald sagte am :

            Was war da jetzt genau dünnhäutig, Ha-Wi? Leider seiht man sich hier jq nicht (das Manko im Internet überhaupt), denn wenn Du das breite Grinsen in meinem Gesicht gesehen hättest, als mir die passende Antwort auf die schwache Anrede von der Seite in den Sinn kam, hättest Du das jetzt ganz anders formulieren müssen….smile…

            Aber vielleicht hast Du ja auch einfach keinen oder einen völlig anderen Humor. Solls ja geben.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

        • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
          Osswald sagte am :

          PS.
          Falls mit entsprechenden Fallzahlen nachgewiesen wird, dass das vorgestellte Protokoll erfolgreicher ist, werde ich es selbstverständlich übernehmen. Where’s the beef? Auf NaOCl würde ich aus den genannten Gründen jedoch verzichten.

          • PS. Falls mit entsprechenden Fallzahlen nachgewiesen wird, dass das vorgestellte Protokoll erfolgreicher ist, werde ich es selbstverständlich übernehmen.

            Rüdiger,

            weniger als 3 Misserfolge auf 1000 Fälle schafft keiner. Ich kenne niemanden, der bislang vergleichbare Erfolgsquoten erzielt hat, Du bist, Ehre wem Ehre gebührt, mit diesen Erfolgsquoten die Nummer 1 in der Welt. Und du darfst auf keinen Fall irgendwas an deinem Procedere ändern. Es kann nur schlechter werden.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Rüdiger Osswald sagte am :

            Warum machst Du mich so an, Ha-Wi? Willst Du mich vielleicht zu etwas Bestimmtem provozieren?

            Du hast mich neulich einmal als „Meister des Herumdrehens des Wortes im Munde“ bezeichnet. Gerade hast Du mich überholt. Du weißt doch ganz genau, dass diese Zahl von 99,7% auf die leichteste Form dieser bakteriellen Infektionskrankheit bezogen war. Diese Zahl mit dem Zitat zu verbinden ist ziemlich unredlich.

            3 von Tausend ist doch nicht wenig. O.K. Lass es fünf oder 6 sein. Aber einer von 10. ist doch
            völlig unterirdisch.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • Nichts liegt mir ferner, als Dich anzumachen, Rüdiger. Eigentlich möchte ich nur, dass Du uns hier in Ruhe lässt mit Stellvertreterdiskussionen.
            Und ich möchte nichts aus dem Zusammenhang reissen und auch nichts verdrehen.

            Hier also nochmal deine Aussage in toto.

            Peinlich finde ich, mit einem Protokoll mit derart schlechter Prognose in der Regenbogenpresse Reklame zu laufen, um Patienten zu werben. Oberpeinlich ist, den Patienten trotz des durch den hohen technischen Aufwands bedingten horrenden Preises selbst im allereinfachsten Fall dieser einfachen bakteriellen Infektionskrankheit in einem seit mehr als 100 Jahren vollständig beschriebenen anatomischen Umfeld lediglich 90% Erfolgschancen versprechen zu können. Da würde ich mich in Grund und Boden schämen. 99,7% sollten es schon sein (Shit happens). Man stelle sich so etwas nur einmal vor am Beispiel der Appendicitis, im Vergleich zu einer einfachen Pulpitis. Holla, würde da die Post abgehen (und ich würde dann auch in der Regenbogenpresse schreiben und so über die ärztliche Kunst der Endodontologen berichten wie diese über die von Allgemeinzahnärzte). Sagen wir einmal, ein durchgebrochener Blinddarm entspricht einem bereits wurzelkanalbehandelten Zahn mit apikaler Aufhellung und Beschwerden. In diesem Fall würde fast jeder dritte Patient seine Erkrankung nicht überleben. Stell Dir mal vor, was dann los wäre. Wenn sich wissenschaftlich tätige Infektiologen mit diesem Problem befassen würden, wäre das Thema innerhalb höchstens eines Jahres erledigt. Und ich schaue jetzt schon 25 Jahre zu, wie die Enddodontologen daran herumkauen und keinen Meter weiterkommen. Eher im Gegenteil.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Rüdiger Osswald sagte am :

            Da habe ich nichts zurückzunehmen, Ha-Wi. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Erstaunlich ist allein, dass ich hier der Einzige bin, der sich über ein derart schlechtes Benehmen empört. Keine Ahnung, wie Ihr auf dieser Basis eine Überweisungskultur entwickeln wollt. Das ist beileibe kein Unfall, das hat System. Herr Schröder ist schließlich nu wahrlich nicht der Erste. Das passiert vielmehr seit Jahren regelmäßig. Und das weißt Du, auch ohne dass ich die vielen von den Allgemeinzahnärzten gesammelten Beispiele aufliste. Und der Letzte wird er mit Sicherheit auch nicht sein.

            Stellvertreterdiskussion? Ein Endodontieforum, in dem nicht über alle Aspekte, Entwicklungen und Auswüchse der real existierenden Endodontie in Deutschland und der Welt diskutiert wird?

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • Stellvertreterdiskussion? Ein Endodontieforum, in dem nicht über alle Aspekte, Entwicklungen und Auswüchse der real existierenden Endodontie in Deutschland und der Welt diskutiert wird?

            Wurzelspitze ist ein Endodontie – Forum.
            An Berufs- und Standespolitik haben wir kein Interesse. Dafür gibt es Berufenere.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Rüdiger Osswald sagte am :

            „Wurzelspitze ist ein Endodontie – Forum. An Berufs- und Standespolitik haben wir kein Interesse. Dafür gibt es Berufenere.“

            Meine Einlassungen haben doch nicht primär mit Berufs- und Standespolitik zu tun, Ha-Wi. Es geht immer um die Breiten-Endodontie, also um die indikationsgerechten endodontischen Maßnahmen zur Zahnerhaltung breiter Bevölkerungskreise. Und die Breitenendo gehört doch zweifellos zur Endodontie.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • 99,7% sollten es schon sein (Shit happens). Man stelle sich so etwas nur einmal vor am Beispiel der Appendicitis, im Vergleich zu einer einfachen Pulpitis. Holla, würde da die Post abgehen (und ich würde dann auch in der Regenbogenpresse schreiben und so über die ärztliche Kunst der Endodontologen berichten wie diese über die von Allgemeinzahnärzte). Sagen wir einmal, ein durchgebrochener Blinddarm entspricht einem bereits wurzelkanalbehandelten Zahn mit apikaler Aufhellung und Beschwerden.In diesem Fall würde fast jeder dritte Patient seine Erkrankung nicht überleben.

            Hallo Rüdiger,

            Wie sieht deine Erfolgsquote beim bereits wurzelkanalbehandelten Zahn mit apikaler Aufhellung und Beschwerden aus, Rüdiger ?

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            „Hallo Rüdiger, Wie sieht deine Erfolgsquote beim bereits wurzelkanalbehandelten Zahn mit apikaler Aufhellung und Beschwerden aus, Rüdiger ?“

            Im Grunde lässt sich die Erfolgsquote auf die Formel bringen: „Wenn es mir gelingt, Zugang zu schaffen (wobei das relativ ist, weil ChKM extrem kriechfähig ist) und der Patient geduldig genug, dann heile ich auch aus.“ Seltene Ausnahmen bestätigen die Regel. Shit happens, wobei ich nur sehr wenige Längsfrakturen sehe. In jedem Fall sehr deutlich über 90%. Das kann ich dem Patienten auch vorher versprechen. Mit zwei Ausnahmen:

            a) Bereits ein- oder zweimal resezierter Zahn mit erneuter Exazerbation bei sehr langer (viele Jahre) Anamnese. Da sage ich dem Patienten: „Das kann ich Ihnen nicht versprechen, das können wir nur probieren, die Chance ist aber deutlich über 50%“. Darüber gibt es in der Literatur praktisch keine Zahlen (eine Arbeit, wenn ich das richtig erinnere, aus der Türkei, mit sehr wenigen Zähnen, die mir bei ca. 50% Erfolgsquote mit Blick auf das angewandte Protokoll allerdings ein wenig zu wenig vertrauenswürdig erscheint).

            b) Zähne mit palatinaler Fistel sind genau so problematisch wie zum Glück selten. Hier kann ich auch keine sichere Prognose stellen, auch wenn sie über den Wurzelkanal durchspülbar sind. Da überblicke ich auch sehr wenige Fälle. Ganz im Gegenteil zu Zähnen mit vestibulären Fisteln, die, wenn sie durchspülbar sind, genau so sicher ausheilen, wie die ohne Fistel. Einen Fall mit extraoraler Fistel hatte ich leider noch nicht.

            Stellt sich die Frage, was röntgenologisch vollständig ausgeheilt bedeutet. Bei sehr großen Aufhellungen bleiben manchmal kleine Restaufhellungen um die Wurzelspitze trotz vollständiger Beschwerdefreiheit über Jahre zurück. Ich denke, dass es sich in diesen Fällen um Zysten gehandelt hat, weshalb es in der Folge zu einer partiell bindegewebigen Ausheilung gekommen ist. Das ist in der Literatur ja auch histologisch bestätigt. Leider lässt das DVT darüber auch keine Aussage zu, weshalb die Gefahr von falsch positiven Befunden gegeben ist. Man müsste, um das definitiv zu entscheiden, also resizieren und histologisch untersuchen. Solche Arbeiten über mit ChKM ausgeheilte apikale Ostitiden mit sehr aussagekräftigen Ergebnissen gibt es ja schon. Z.B. Engel (aus dem Kopf ca.1951) und andere (müsste ich raussuchen, momentan kein Zugriff). Engel hat 18 Zähne 5 Jahre nach Ausheilung resiziert und den histologischen mit dem röntgenologischen Befund verglichen: In 17 Fällen entsprach der röntgenologische dem histologischen Befund, in einem Fall war der histologische besser.

            Was sich über die Maßen auffällig ist, ist die Feststellung, dass sich meine Erfolgsquoten bezüglich der unterschiedlichen Grade der Erkrankung im Gegensatz zur Literatur lediglich marginal unterscheiden.

            Wie sicher ich mir bei der Prognosestellung bin, mag dieser Fall zeigen, bei dem alles geboten war. Wenn da nur ein Zahn hochgeht, ist die ganze Arbeit gefährdet. Mit den in der Literatur veröffentlichen Erfolgsquoten kann man derartiges wohl eher nicht trauen. Die Patientin hatte mich natürlich gefragt, wie lange das denn halten würde. Ich hatte daraufhin geantwortet: „Wenn ich nicht davon ausgehen würde, dass das mindestens 10 Jahre hält, würde ich das nicht machen.“ Seit diesem Jahr bin ich aus dem Schneider. Keiner der behandelten Zähne ist hochgegangen und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass das nicht auch noch eine ganze Zeit so bleibt:

            http://www.tarzahn.de/Veroeffentlichungen/Quintessenz/10%20Osswald%2001_2007_AK.pdf

            Etwas lang geworden, die Antwort, nicht wahr? Entschuldige bitte, aber ich muss jede Gelegenheit nutzen….smile…

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            Schöner Fall, Ha-Wi, solch einen hätte ich auch gern in meiner Sammlung!

            „Worauf führst Du die Erfolge in diesem Fall zurück ? In diesem Fall wurde die Kombination einer deiner Meinung nach unwirksamen Spüllösung (NaOCl 3%) mit einer deiner Meinung nach unwirksamen medikamentösen Einlage (CaOH2) verwendet.“

            (Kein Pulpomixine (oder so ähnlich) dieses Mal?) Das tue ich doch gar nicht und habe es nie getan. Das wäre ja auch dumm. Denn wenn dieses Protokoll, wie die Literatur ja unzweifelhaft belegt, nicht in einer erklecklichen Zahl von Fällen (je nach Krankheitsgrad 70/80/90%) erfolgreich wäre, würde es doch logischerweise niemand anwenden. Konkret auf diesen Fall bezogen: „Mit großer Wahrscheinlichkeit ist beispielsweise kein Faecalis drin gewesen! Die Wirksamkeit der angewandten Desinfektionsmittel auf die für den Infekt verantwortlichen Erreger war in diesem Falle ausreichend“.

            Meine Aussage ist doch eine ganz andere: Mit Blick auf Ätiologie und Pathogenese als bakterieller Infektionskrankheit, die in einem sehr überschauhbarem anatomischen Umfeld abläuft, das seit 100 Jahren vollständig beschrieben ist, müssten die Erfolgsquoten mit den Erfolgsquoten anderer bakterieller Infektionskrankheiten vergleichbar sein, was sie jedoch ganz offensichtlich nicht sind. Dadurch ist belegt, dass das zurzeit gelehrte Protokoll nicht ausreichend ist. Man muss es also in jedem Fall verändern und dabei möglichst verbessern. Ich schlage lediglich eine Variation dieses Protokolls vor, dass die Erfolgsquoten sehr deutlich erhöht (und die Prognosefähigkeit damit deutlich verbessert). Dafür kann ich anatomische Begründungen und wissenschaftliche und eigene Belege anführen. Noch dazu benötigt das von mir vorgeschlagene Protokoll keinen zusätzlichen technischen Aufwand und kann somit von jedem Zahnarzt sehr leicht angewendet werden. Jeder Zahnarzt, der mein Protokoll stringent anwendet (und das sind inzwischen viele), berichtet über einen Quantensprung beim Erfolg seiner endodontischen Bemühungen und über einen dramatischen Rückgang seiner Extraktionen, Resektionen und seiner AB- und Schmerzmittelverordnungen.

            Mehr ist es nicht, weniger aber auch nicht.

            Die Crux ist, dass diejenigen, die sich mit Endodontie beschäftigen und für den Fortschritt Verantwortung tragen, mit ihren Ergebnissen zufrieden scheinen. Denn die einfache Frage ist doch: Was kann einen Zahnarzt vor diesem Hintergrudn eigentlich davon abhalten, ein bis zwei nachgewiesenermaßen ausgesprochen potente und nebenwirkungsfreie Desinfektionsmittel zusätzlich anzuwenden? Das werde ich wohl nie verstehen.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • “Worauf führst Du die Erfolge in diesem Fall zurück ? In diesem Fall wurde die Kombination einer deiner Meinung nach unwirksamen Spüllösung (NaOCl 3%) mit einer deiner Meinung nach unwirksamen medikamentösen Einlage (CaOH2) verwendet.”

            (Kein Pulpomixine (oder so ähnlich) dieses Mal?) Das tue ich doch gar nicht und habe es nie getan. Das wäre ja auch dumm. Denn wenn dieses Protokoll, wie die Literatur ja unzweifelhaft belegt, nicht in einer erklecklichen Zahl von Fällen (je nach Krankheitsgrad 70/80/90%) erfolgreich wäre, würde es doch logischerweise niemand anwenden. Konkret auf diesen Fall bezogen: “Mit großer Wahrscheinlichkeit ist beispielsweise kein Faecalis drin gewesen! Die Wirksamkeit der angewandten Desinfektionsmittel auf die für den Infekt verantwortlichen Erreger war in diesem Falle ausreichend”.

            Ich verstehe folgenden Satz nicht: „Das tue ich doch gar nicht und habe es nie getan ? “ Was tust Du nicht Rüdiger und hast es nie getan ?

          • Konkret auf diesen Fall bezogen: “Mit großer Wahrscheinlichkeit ist beispielsweise kein Faecalis drin gewesen! Die Wirksamkeit der angewandten Desinfektionsmittel auf die für den Infekt verantwortlichen Erreger war in diesem Falle ausreichend”.

            Ich verstehe, Rüdiger. Deiner Meinung nach ist die Heilung in den bei WURZELSPITZE gezeigten Fällen darauf zurückzuführen, dass die Besiedlung der Wurzelkanäle nur mit wenig widerstandsfähigen Erregern erfolgte. Das ist nicht schlüssig, denn dies würde bedeuten, daß von vorneherein unsere Praxen nur von Patienten aufgesucht werden, die über ein unproblematisches Keimspektrum verfügen.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            „Ich verstehe, Rüdiger. Deiner Meinung nach ist die Heilung in den bei WURZELSPITZE gezeigten Fällen darauf zurückzuführen, dass die Besiedlung der Wurzelkanäle nur mit wenig widerstandsfähigen Erregern erfolgte. Das ist nicht schlüssig, denn dies würde bedeuten, daß von vorneherein unsere Praxen nur von Patienten aufgesucht werden, die über ein unproblematisches Keimspektrum verfügen“

            Nein, das bedeutet es keineswegs, Ha-Wi. Selbstverständlich werden Eure Praxen genaus so von Patienten mit problematischem Keimspektrum aufgesucht wie meine. Ihr könnt lediglich mit Eurem Behandlungsprotokoll in Euren Praxen keine höhere Erfolsquoten generieren als die, die in der Literatur angegeben sind. Wie denn auch, wenn Ihr am Protokoll nichts verändert? Genau so hat es Herr Schröder ja auch im Focus berichtet, wofür ich ihm in der Folge auch meine Hochachtung ausgesprochen hatte.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • Selbstverständlich werden Eure Praxen genaus so von Patienten mit problematischem Keimspektrum aufgesucht wie meine. Ihr könnt lediglich mit Eurem Behandlungsprotokoll in Euren Praxen keine höhere Erfolsquoten generieren als die, die in der Literatur angegeben sind. Wie denn auch, wenn Ihr am Protokoll nichts verändert? Genau so hat es Herr Schröder ja auch im Focus berichtet, wofür ich ihm in der Folge auch meine Hochachtung ausgesprochen hatte.

            Okay.
            Es reicht, Rüdiger.
            Ich habe mir den Artikel im Focus, in dem Jörg Schröder zu Worte kommt, im Hinblick auf deine Äußerungen durchgelesen. Keine einzige der hier in den letzten Tagen vorgetragenen Aussagen, Jörg Schröder betreffend, ist dort erwähnt.

            Keine einzige.
            Weder hat er sein Behandlungsprotokoll aufgeführt, noch irgendwelche Erfolgsquoten genannt, geschweige denn die von Dir als unterirdisch bezeichnete 90 % Quote erwähnt. Er hat auch nicht Zähne 2 oder 3 mal behandelt, weil es in seinen Händen dort zu Misserfolgen gekommen ist und der von ihm behandelte Patient ist auch nicht 1 Woche lang mit Schmerzen nach der Behandlung rumgelaufen, bis Schmerzfreiheit erreicht war.

            Uns gibst Du nun auch noch eine Erfolgshöchstquote als Limit vor, die wir bislang nicht überschritten haben und nicht überschreiten können, an Hand von Zahlen, die irgendwer irgendwann einmal ermittelt hat.

            Das viele Wege nach Rom führen, für diese Erkenntnis ist im Osswaldschen Universum, in dem nur eine einzige Sonne strahlt, kein Platz.
            Ich gebe auf.

          • Denn die einfache Frage ist doch: Was kann einen Zahnarzt vor diesem Hintergrudn eigentlich davon abhalten, ein bis zwei nachgewiesenermaßen ausgesprochen potente und nebenwirkungsfreie Desinfektionsmittel zusätzlich anzuwenden? Das werde ich wohl nie verstehen.

            Nichts müsste ihn abhalten.
            Das hat hier aber nie jemand behauptet.

            Die Wirksamkeit des einen Mittels wird nicht dadurch besser, dass man die Wirksamkeit der anderen Mittel schlechtredet. Das gilt vice versa, Rüdiger.

          • Denn die einfache Frage ist doch: Was kann einen Zahnarzt vor diesem Hintergrudn eigentlich davon abhalten, ein bis zwei nachgewiesenermaßen ausgesprochen potente und nebenwirkungsfreie Desinfektionsmittel zusätzlich anzuwenden?

            CHKM ist in unserer Gegend ein weit verbreitetes Mittel und kommt sehr oft zum Einsatz. In dem Zusammenhang habe ich, bezugnehmend auf deine (hier an vielen unterschiedlichen Stellen getätigten detailierten) Ausführungen:

            1. Sollte nicht in unserer Gegend demnach eine ausserordentlich hohe Erfolgsquote zu verzeichnen sein ?
            2.Wie erklärt es sich, dass es möglich ist, Zähne, die vorher nicht erfolgreich mit CHKM behandelt worden sind, mit NaOCl und CaOH2 erfolgreich zu behandeln ?

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            „Wie erklärt es sich, dass es möglich ist, Zähne, die vorher nicht erfolgreich mit CHKM behandelt worden sind, mit NaOCl und CaOH2 erfolgreich zu behandeln ?“

            ChKM ist ja kein Wunder- sondern lediglich ein potentes Desinfektionsmittel. Einfach ChKM in einen Zahn zu kippen reicht beileibe nicht, wie ich nicht müde werde zu betonen, auch wenn mir Gegenteiliges unterstellt wird. Du beschreibst ja in deinen Fällen sehr häufig, wie groß die mechanischen Defizite in Eurer Gegend sind.

            Eine ordentlich Aufbereitung mit Zugang schaffen ist für mein Protokoll eine conditio sine qua non. Erst anschließend erfolgt die von mir beschriebene (Langzeit_)Desinfektionsphase. Schon Walkhoff wusste und schrieb vor 100 Jahren, dass die Mechanik der Diener der Desinfektion ist und nicht umgekehrt. Das Dilemma ist im Grunde sehr einfach zu beschreiben:

            Die Altvorderen waren mechanisch behindert, weshalb sie sorgfältig mit potenten Medikamenten desinfiziert haben. Heute ist man mechanisch top und glaubt deshalb, auf die Langzeitdesinfektion mit eben diesen Medikamenten verzichten zu können. Das hat zum Ergebnis, dass sich die Erfolgsquoten praktisch seit 70 Jahren nicht verändert haben.

            Erst die Kombination aus ordentlicher Aufbereitung und sorgfältiger Desinfektion kann diese Dilemma auflösen.

            Als ich vor 27 Jahren in München anfing, sah man noch recht viele mechanisch schlecht ausgeführte Wurzelkanalbehandlungen. Das hat sich dramatisch verbessert. Zähne auszuheilen, die nach dem Protokoll der Lehrmeinung behandelt wurden und eine durchaus ausreichende mechanische Behandlung erfahren haben, gehört inzwischen quasi zu meinem täglichen Brot.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • Die Altvorderen waren mechanisch behindert, weshalb sie sorgfältig mit potenten Medikamenten desinfiziert haben. Heute ist man mechanisch top und glaubt deshalb, auf die Langzeitdesinfektion mit eben diesen Medikamenten verzichten zu können.

            (Fast) Richtig.
            Das bemängele ich seit 15 Jahren.
            Und genau aus diesem Grund ist WURZELSPITZE nicht der richtige Ansprechpartner für deine Angriffe gegen das endodontische Establishment.

            Mit „Das“ meine ich – und das ist der Grund, warum ich das „Fast“in Klammern vorweggesetzt habe, man glaubt irrigerweise, möglichst gewebsschonende Materialien einsetzen zu können.
            Eine Reaktion (Wissenschaft läuft immer in Wellen ab) auf die aggressiven Substanzen aus der endodontischen Frühzeit. CHKM gehört da im Übrigen nicht dazu, im Gegenteil es wurde von Walkhoff genau aus diesem Grund auf den Markt gebracht. Als gewebsschonendes Desinfektionsmittel.
            Leider haben die Berichte über massive Nebenwirkungen auf die in der Endodontie früher zum Einsatz gekommenen Mittel dazu geführt, dass in der Folgezeit (und das bedeutet über eine Reihe von Jahrzehnten hinweg) immer gewebsschonendere Substanzen gesucht wurden.

            Je (körper)zellschonender, um so besser.
            Bakterien sind aber auch Zellen. Fakt ist: Ziel muss es sein, in einer infizierten Wurzel alle (was heißt, minimal eine klinisch genügende Anzahl von) Bakterien zu eliminieren.
            Das körperzellschonenste Mittel, dass dies erreicht, sollte das Mittel der Wahl sein, wobei man berücksichtigen sollte, dass körpereigene Zellen sich aus dem Umgebung regenerieren können, Bakterien in der Wurzel nicht.

            Mittel, die gewebsschonend sind, jedoch die in der Wurzel befindlichen Bakterien überleben lassen, können keine Mittel der Wahl sein.

            Was den Satz

            und glaubt deshalb, auf die Langzeitdesinfektion mit eben diesen Medikamenten verzichten zu können.

            angeht, so würde ich schreiben, … und glaubt deshalb auf eine suffiziente Desinfektion mit möglichst gewebsschonenden, aber dennoch ausreichend bakteriziden Mitteln verzichten zu können. an eine suffiziente Desinfektion mit möglichst gewebsschonenden, aber dennoch ausreichenden bakteriziden Mitteln. Das kann aber dazu führen, dass keine ausreichende Desinfektionswirkung erreicht wird.

            Suffizente Mittel müssen jedoch nicht zwingend CHKM und es muss nicht zwingend eine Langzeitdesinfektion sein.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            „Die Wirksamkeit des einen Mittels wird nicht dadurch besser, dass man die Wirksamkeit der anderen Mittel schlechtredet. Das gilt vice versa, Rüdiger“

            Die bessere bzw. schlechtere Wirksamkeit (ChKM versus NaOCl und Ca(OH)2) ist inzwischen mehr als ausreichend wissenschaftlich bewiesen, und diese Belege habe ich in meinen Veröffentlichungen bis zum Erbrechen vorgestellt. Ca(OH)2 betreffend ist das beispielsweise sogar mit der einzufordernden wissenschaftlichen Evidenz belegt. Schlechtreden ist in diesem Zusammenhang folglich ein sehr unglücklicher Ausdruck.

            Schlechtreden passt hingegen sehr gut auf die Art und Weise……

            Herzliche Grüße

            Rüdiger Osswald

          • Rüdiger, ich kenne diese Studien. Einige davon (das erste Mal vor 14 Jahren und in all den Jahren immer wieder) habe ich Dir selbst zur Kenntnis gegeben. Und in deinen Mails der letzten Tage h hast Du mehrmals von NaOCL als unwirksames Desinfektionsmittel gesprochen. Eine solche Vorgehensweise bezeichnet man als „Schlechtreden“.

          • “Hallo Rüdiger, Wie sieht deine Erfolgsquote beim bereits wurzelkanalbehandelten Zahn mit apikaler Aufhellung und Beschwerden aus, Rüdiger ?”

            Im Grunde lässt sich die Erfolgsquote auf die Formel bringen: “Wenn es mir gelingt, Zugang zu schaffen (wobei das relativ ist, weil ChKM extrem kriechfähig ist) und der Patient geduldig genug, dann heile ich auch aus.” Seltene Ausnahmen bestätigen die Regel. Shit happens, wobei ich nur sehr wenige Längsfrakturen sehe. In jedem Fall sehr deutlich über 90%. Das kann ich dem Patienten auch vorher versprechen. Mit zwei Ausnahmen:

            Rüdiger, hast Du für die von Dir genannten Zahlen (99,4 – 99,7% in VitE – Fällen und deutlich über 90 Prozent bei bereits wurzelkanalbehandeltem Zahn mit apikaler Aufhellung und Beschwerden) Untersuchungen in deinem Patientenklientel, die das belegen ? Oder entspricht dies deinem Bauchgefühl ?

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            „Rüdiger, hast Du für die von Dir genannten Zahlen (99,4 – 99,7% in VitE – Fällen und deutlich über 90 Prozent bei bereits wurzelkanalbehandeltem Zahn mit apikaler Aufhellung und Beschwerden) Untersuchungen in deinem Patientenklientel, die das belegen ? Oder entspricht dies deinem Bauchgefühl ?“

            Halt Dich nicht an Zahlen nach dem Komma fest, Ha-Wi, sagen wir 99 von 100 und _sehr_ deutlich über 90%, in jedem Fall also so signifikant über den in der Literatur veröffentlichen Zahlen, dass sich eine wissenschaftliche Untersuchung dieses Protokolls nachgerade aufdrängt. Und praktisch keine Resektion an einem von uns definitiv versorgten Zahn in den letzten drei Jahren. Dafür habe ich ja auch schon mehrere Vorschäge gemacht, die aus welchen Gründen auch immer leider unbeachtet blieben. Im Übrigen ist mir keine neuere prospektive, klinische und noch dazu randomisierte Studie zu einem Thema der Endodontie aus Deutschland bekannt, wie sie von mir verlangt wird. Alte prospektive klinische Studien zu ChKM gibt es allerdings sehr wohl.

            Bei den genannten Zahlen handelt es sich nicht nur um ein Bauchgefühl. Ich verfüge über die Ergebnisse einer retrospektiven, nicht randomisierten wissenschaftlichen Untersuchung meines endodontischen Patientenklientels über 10 Jahre (Durchschnitt 6,x, wenn ich das richtig erinnere), wenn auch unter einem anderen Untersuchungsparameter (Postendodontische Versorgung). Nichtdestotrotz lassen sich daraus sehr einfach Rückschlüsse auf meine endodontischen Erfolgsquoten ziehen, wenn man das denn will. Die über alle Maßen nicht nur für mich unerfreuliche und tendenziöse Diskussion darüber werde ich an dieser Stelle jedoch in keinem Fall noch einmal aufnehmen.

            Ich kontrolliere im Übrigen meine Fälle (auch die alten) ausgesprochen sorgfältig. Ich veröffentliche sie nur nicht mehr.

            Hier ein Vorschlag für eine sehr einfache Untersuchung. Falls jemand noch promovieren möchte und einen aufgeschlossenen Hochschullehrer kennt, würde er damit seinen Titel sicher und absehbar erwerben können:

            Bakterienbeladen Biofilme spielen ja eine eine bedeutende Rolle in der gesamten Infektiologie, so auch in der Endodontie und der Parodontologie. Der Erfolg eines Desinfektionsmittels hängt in der Folge nicht unwesentlich davon ab, ob es in der Lage ist, Biofilme aufzusprengen. Wenn ich das richtig erinnere, sind Biofilme lipidbeladen, weshalb sie so schwierig zu knacken sind. Das Interessante an ChKM in dieser Beziehung ist, dass seine Wirkung auf der Zerstörung der Lipide in Zellwand der Baktreien beruht, wenn ich das richtig erinnere. Interessant wäre es also, in einem ersten Schritt beispielsweise zu überprüfen, ob ChKM in der Lage ist, Biofilme zu knacken.

            Fehlt dann nur noch der biofolmbeladene Prüfkörper. Hier bieten sich in der Folge von Periimplantitis entfernte Implantate an, deren rauhe Anteile sehr regelmäßig (praktisch immer) mit Biofilmen beladen sind. Die dürften in einer chirurgischen Ambulanz heutzutage recht leicht aufzutreiben sein. Noch dazu bietet die, wenn sie einmal besiedelt ist, kaum jemals vollständig zu reinigende mikrorauhe Implantatoberfläche nachgerade die ideale Beschaffenheit für einen komplexen Prüfkörper. Und dann legt man die Implantate unterschiedlich lange in ChKM ein und untersucht anschließend, was mit den bakterienbeladenen Biofilmen in der Zwischenzeit passiert ist.

            Sehr schöne, sicher fertigzustellende Arbeit. Noch dazu experimentell und gleichzeitig einfach. Wann hat man das schon mal? Ein mittellanger Text über Biofilme (leicht aufzutreiben), ein weiterer mittellanger Text über die Wirkweise von Desinfektionsmitteln (sehr leicht aufzutreiben), dann die Beschreibung des Versuchsaufbaus, die Ergebnisse und fertig. 8 Wochen intensiver Beschäftigung sollten dafür genügen.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger Osswald

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • Halt Dich nicht an Zahlen nach dem Komma fest, Ha-Wi, sagen wir 99 von 100 und _sehr_ deutlich über 90%,

            Ich halte mich nicht an den Zahlen hinter dem Komma fest, ich habe nur das genannt, was Du als deine Erfolgszahlen ausgegeben hast, Rüdiger. Ein wichtiger Punkt wissenschaftlichen Arbeitens. Harte Fakten. Würde jemand der WURZELSPITZE _ Autoren hier solche Erfolgszahlen ohne exakte Belegung anführen, was würdest Du sagen diesbezüglich ?

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            „Ich halte mich nicht an den Zahlen hinter dem Komma fest, ich habe nur das genannt, was Du als deine Erfolgszahlen ausgegeben hast, Rüdiger.“

            Und ich habe Dich lediglich gebeten, Ha-wi, doch bitte die Ziffer hinter dem Komma wegzulassen. Mehr nicht.

            „Ein wichtiger Punkt wissenschaftlichen Arbeitens. Harte Fakten.“

            Nun bin ich – in meinen Augen zum Glück – kein Wissenschaftler, sondern ein einfacher Allgemeinzahnarzt mit reichlich praktischer Arbeit am Tag. Mit Wissenschaft, wenn man das in diesem Fall überhaupt so nennen darf, beschäftige ich mich nur hobbymäßig in der Freizeit, also vorwiegend nachts und am Wochenende.

            „Würde jemand der WURZELSPITZE _ Autoren hier solche Erfolgszahlen ohne exakte Belegung anführen, was würdest Du sagen diesbezüglich ?“

            Ich würde ihn zunächst einmal etwas fragen: „Auf welche Veränderung in Ihrem Behandlungs-Protokoll gegenüber dem von der Lehrmeinung aktuell als Goldstandard gelehrten führen Sie ihre gegenüber der Literatur deutlich höheren Erfolgsquoten zurück?“

            Wenn er dann antworten würde, dass er genau dieses Protokoll der Lehrmeinung anwendet, würde ich (inzwischen) gar nichts mehr sagen. Wenn er aber nachhaltige Veränderungen benennen würde, würde ich mich damit sehr intensiv auseinandersetzen, mir Fälle zeigen lassen und sehr ausführlich mit ihm diskutieren, um zu sehen, wie fundiert seine Aussagen sind.

            Falls er denn darum ersuchen sollte, würde ich ihm als ersten Schritt raten, in der gesamten wissenschaftlichen Literatur, also auch der alten, die noch nicht in Medline gelistet ist, nach Belegen für seine Thesen zu suchen.

            Anschließend würde ich ihm raten, eine retrospektive Nachuntersuchung seiner endodontischen Fälle durch Dritte durchführen zu lassen, wenn er sie gut nachverfolgt hat, um zunächst einmal eine Vorstellung davon zu bekommen, was man im Laufe der Jahre alles so verdrängt.

            Zuletzt würde ich ihm raten, alle Anstrengungen zu unternehmen, sein Protokoll öffentlich zu machen (Aufsätze, Homepage, Newsgroups, Vorträge, Kurse, usw.), nachhaltig gegen sämtliche Angriffe unter und oberhalb der Gürtellinie mutig und kompromisslos zu verteidigen, sich von Namen und beruflicher Stellung nicht beeindrucken zu lassen und vor allen Dingen Nachahmer zu finden, die bestätigen, dass er keinen Mist erzählt, sonders dass alles, was er vorträgt, von wem auch immer, der einen Zahn mechanisch aufbereiten kann, praktisch nachvollziehbar ist.

            Zu aller allerletzt würde ich ihm raten, sich an die Hochschule zu wenden und um die wissenschaftliche Überprüfung seines Protokolls zu bitten und ihm Gottes Segen für seine Begegnungen der driiten Art im Elfenbeinturm wünschen….smile….

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

          • “Ich halte mich nicht an den Zahlen hinter dem Komma fest, ich habe nur das genannt, was Du als deine Erfolgszahlen ausgegeben hast, Rüdiger.”

            Und ich habe Dich lediglich gebeten, Ha-wi, doch bitte die Ziffer hinter dem Komma wegzulassen. Mehr nicht.

            Dann solltest Du schreiben. Ich korrigiere meine vor ein paar Tagen gemachte Aussage Erfolgsquote in 99,7 Prozent der Fälle, die ich dann zwei Tage später auf Nachfragen hin auf 99,4 – 99,6 Prozent reduziert habe, nun auf 99 Prozent.

            So wie Du oben geschrieben hast, entsteht der Eindruck, ich habe falsche Zahlen zitiert. Dem war zu keiner Zeit so.

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Osswald sagte am :

            „Dann solltest Du schreiben. Ich korrigiere meine vor ein paar Tagen gemachte Aussage Erfolgsquote in 99,7 Prozent der Fälle, die ich dann zwei Tage später auf Nachfragen hin auf 99,4 – 99,6 Prozent reduziert habe, nun auf 99 Prozent.“

            Gerne korrigiere ich meine vor ein paar Tagen gemachte Aussage, Ha-Wi, Erfolgsquote in 99,7 Prozent der Fälle, die ich dann zwei Tage später auf Nachfragen hin auf 99,4 – 99,6 Prozent reduziert habe, nun auf 99 Prozent. Die Stellen hinter dem Komma waren nur symbolisch gemeint. Ich will damit Folendes aussagen: „Meine Erfolgsquoten liegen in einer Weise über denen, die in der wissenschaftlichen Literatur veröffentlicht sind, dass es völlig ausgeschlossen ist, dass ich mich irre.

            Herzliche Grüße

            Rüdiger

        • Sehr geehrter Herr Osswald,

          a) wenn Sie einen neuen Rekord an Kommentaren zu einem Behandlungsfall erreichen möchten – viel Spaß

          b) in der internationalen Literatur ist von Revaskularisation die Rede – Trope und Banchs haben bei diesem Fall nach zwei Jahren auch eine Revitalisation erreicht

          c) es handelt sich dabei um eine Apexifikation ohne Gewinn an Dicke der Wurzelwände und mit entsprechender Frakturgefahr des behandelten Zahnes.

          Vielen Dank an Bonald Decker für diesen Fallbericht !!!!

          Mit freundlichen Grüßen
          Damian Köllner

        • Hallo Herr Osswald,
          ohne Sie belehren zu wollen…
          in der Literatur (wie in dem Beitrag) ist nicht die Rede von „Revaskularisierung bzw. Revitalisierung _der Pulpa_”. Und das Ziel ist nicht das Wiedererlangen des Kältereizes (was ja eh sehr fehlerbehaftet sein kann)
          Aus tierexp. Studien (etwas „Besseres“ hat man bis dato nicht zur Verfügung) weiss man bisher, dass es sich in ca. 30% der Fälle um Pulpa(ähnliches)-Gewebe handelt. Was sich ansonsten (ggf.) ausbildet scheint mehr dem parodontalen Gewebe zu entsprechen. Anders, als in dem von Ihnen gewählten (und durchaus etabliertem, aber auch (wie Sie wissen) mit einer Reihe von Nachteilen ((Hohe notwendige Compliance;Behandlungsdauer bis zu 2 Jahren; Gefahr der (spontanten!) Zervikalfraktur)) Protokoll der Apexifikation (=Verschluss der Apikalregion mit Hartsubstanzbarriere) ist hier das Ziel die Maturogenese.
          Ein sehr interessanter Ansatz, wie ich finde. Unabhängig von Spülprotokollen, Desinfektionsmitteln etc…

          PS: Vielen Dank Frau Hadidi für Ihre gerade getätigte Anmerkung. Es tut uns sicher gut eine „Nicht-Zahnarztmeinung“ (zu dieser Diskussion) zu hören (bzw. zu lesen)

          • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
            Rüdiger Osswald sagte am :

            Herzlichen Dank für die ausführliche Erklärung, Herr Kaaden, durch die ich mich keinesfalls belehrt, sondern vielmehr befruchtet fühle. Und entschuldigen Sie bitte, dass ich erst jetzt dazu komme, Ihnen zu antworten.

            Ich meine, mich zu erinnen, beide Bezeichnungen (Revaskularisierung, Revitalisierung) an dieser Stelle schon gelesen zu haben und war irritiert, weil ich mir das nicht vorstellen konnte. Das ist in der Tat ein sehr interessanter Ansatz, mit dem ich mich bisher nur sehr wenig auseinander gesetzt hatte, weil ich zum Glück noch keinen solchen akuten Fall hatte.

            Wie ist es denn in den Fällen, in denen der angestrebte Zustand (Abschluss des Wurzelwachstums/ steriles körpereigens Gewebe) erreicht wurde? Bleiben die alle auf Dauer stabil?

            Herzliche Grüße

            Rüdiger Osswald

          • Hallo Herr Osswald,

            unser längster Nachuntersuchungszeitraum bei einem ähnlichen Fall liegt bei 4 Jahren. Bisher hält sich dieser Zahn wacker.
            Um eine wirkliche Aussage über die Nachhaltigkeit der Behandlung zu treffen reichen bisher weder der Nachuntersuchungszeitraum noch die Fallzahl (insgesamt haben wir ca. 10 solcher Fälle behandelt) aus.
            Wir bleiben aber am Ball
            Smile
            Viele Grüsse aus der (erweiterten) Nachbarschaft
            Christoph Kaaden

  3. Als Nicht-Zahnarzt, sondern als Juristin verstehe ich vor allem die erbitterte Emotionalität nicht, mit der diese Diskussion geführt wird. Meinungsverschiedenheiten sind doch täglich Brot und kein Grund das Kriegsbeil auszugraben, oder? Muss man sich eigentlich unbedingt persönlich angreifen, nur weil man einer anderen Meinung folgt? Und ja, Herr Osswald, bevor Sie wieder meinen, dass ich Sie damit nicht meine: Gerade Sie meine ich auch. 😉
    Fanatismus ist niemals gut – schon gar nicht in der Medizin.
    Beste Grüße
    Haya Hadidi

    • Wurzelbehandlung – Ich bin Arzt und Zahnarzt und war 30 Jahre in München als Zahnarzt niedergelassen. Mein Schwerpunkt lag immer auf der Zahnerhaltung, insbesondere durch erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen auch in sehr schwierigen Fällen. Zu diesem Thema habe ich laufend auch Vorträge vor Zahnärzten gehalten und zahllose Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
      Rüdiger Osswald sagte am :

      Sehr geehrte Frau Hadidi,

      ich kann gut nachvollziehen, dass Sie das nicht so leicht verstehen können, sie kennen ja die nun schon jahrzehntelange Vorgeschichte nicht. Davon, dass Sie auch mich meinen, wäre ich übrigens auch so ausgegangen. Es ist aber sehr nett, dass Sie „auch“ schreiben, mir aber allein die Ehre gewähren, mich persönlich beim Namen zu nennen…smile…Sie werden im Übrigen kaum einen Beitrag von mir finden, in dem ich nicht höflich antworte, wenn ich höflich angesprochen werde.

      Was das Kriegsbeil betriift, so halte ich sein Ausgraben für nacherade unumgänglich, wenn man sich – ich spreche jetzt als Allgemeinzahnarzt – gegen öffentliche Rufschädigung wehren muss. Wir Allgemeinzahnärzte haben uns bei allen Meinungsdifferenzen sehr streng auf die innerzahnärztlichen Medien beschränkt, wobei die Wichtigsten uns gar nicht zugänglich sind, weil die Spezialisten zusammen mit den Hochschullehrern die Eingänge bewachen, um ein Behandlungskonzept zu verteidigen, das nachweislich medizinisch gescheitert ist. Dass die Spezialisten jetzt mit diesem Protokoll auch noch in der Regenbogenpresse Reklame laufen, um für sich Patienten zu generieren, und uns Allgemeinzahnärzte zu diesem Zweck gleichzeitig schlecht reden, ist über alle Maßen unkollegial, ausgesprochen unärztlich und damit völlig unakzeptabel, um nicht widerlich zu sagen.

      In diesem Sinne muss man sich eher darüber wundern, dass ich an dieser Stelle der Einzige bin, der sich empört. Ich bin übrigens alles andere als fanatisch. Hartnäckig und dickschädelig trifft es wohl eher. Westfale eben. Und wie sie sehen, komme ich zwar sehr langsam, aber immerhin voran. So hat sich beispielsweise jetzt, soviel ich weiß, der erste Spezialist beim Hersteller des Medikaments nach der Gegenanzeige erkundigt, obwohl ich schon seit bald 10 Jahren innerzahnärztlich auf diese hinweise, auch schon an dieser Stelle. Ist es nicht höchst bemerkenswert, dass _das_ Standesorgan der Zahnärzteschaft, die Zahnärztlichen Mitteilungen, sich weigert, einen Hinweis auf diese Kontraindikation zu veröffentlichen?

      Herzliche Grüße

      Rüdiger Osswald

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  5. Ich bin kein Endo-Meister, möchte aber zur Frage der Anästhesie beitragen und die intraossäre Anästhesie gerade für die Endodontie (und für viele andere Indikationen) empfehlen. Sie scheint insbesondere bei Pulpitiden sehr gut zu wirken (statistisch kann ich das nicht belegen) und ist wegen der auf den Alveolarfortsatz begrenzten Wirkung sehr komfortabel für den Patienten. Sie ist technisch aufwändig, klinisch schwieriger, aber wesentlich vorhersagbarer als die intraligamentäre Anästhesie, die mir selbst gar nicht liegt. Wen´s interessiert, im Januarheft der Quintessenz habe ich die i.o.-Anästhesie beschrieben:
    PRÖBSTER, L. Intraossäre Anästhesie als Alternative zur herkömmlichen Infiltrations- und Leitungsanästhesie. Klinischer Erfahrungsbericht. Quintessenz 63, 71-76 (2012)
    Mit besten Grüßen
    Lothar Pröbster

    • Sehr geehrter Herr Prof. Pröbster,

      inwiefern besteht ein Risiko einer intravasalen Applikation bei dieser Technik? Ist ein Aspirieren möglich? Ist, bei vestibulärer Applikation auch eine linguale Anästhesie zu erwarten?

      Herzliche Grüße

      Jörg Schröder

      • Lieber Kollege Schröder,
        das Anästhetikum wird intraossär, in der Spongiosa appliziert. Dort sind keine ausreichend großen Gefäße für eine intravasale Applikation. Beim bezahnten Kiefer arbeitet man mit dem Quicksleeper-Gerät mit einer 16 mm langen Nadel, die zu 2 Drittel penetriert. Die Penetration erfolgt von vestibulär im Bereich der Papille, im Bereich des knöchernen interdentalen Cols. Die Abgabe des Anästhetikums erfolgt als in etwa periapikal, was die schnelle und gute Wirkung auch bei Pulpitiden erklären soll: hohe Konzentration an den zuführenden Nervenästen. Eine intravasale Injektion ist nur vorstellbar, wenn man in zahnlosen Kieferabschnitten eine sog. transcorticale (interdental wird es osteocentral genannt) durchführt, nicht aufs Röntgenbild geguckt hat und ohne Sinn und Verstand mit einer 16er Nadel in den canalis mandibularis bohrt. Beim Quicksleeper wird i. d. R. eine Applikation des Anästhetikums mehr oder weniger im Zentrum des Kieferkammes angestrebt, was beim Verlauf der rami alveolares zu einer Anästhesie des gesamten Kieferkammes führt, also auch lingual. Die Wirkdauer ist etwas kürzer als bei herkömmlicher Anästhesie, je nach Menge und Adrenalinkonzentration bis zu einer Stunde. Beeindruckend ist es, wenn bei osteocentraler Applikation zwischen 11 und 21 durch die Porosität des Oberkiefers bedingt, die Anästhesie von 14 bis 24 (believe it) wirkt. Im Seitenzahngebiet werden immer die zwei direkt benachbarten Zähne und 1-2 Zähne weiter mesial betäubt. Mit dem Quicksleeper ist eine Aspiration möglich, intraossär aber nicht erforderlich, man kann das Gerät aber auch für die anderen Techniken (Intralig., Infiltration) mit Prozessorgestuerter Abgabegeschwindikeit verwenden.
        Anders arbeitet das von W&H angebotene Anesto-System. Hier wird mittels des Mikromotors der Einheit die Kortikalis durchbohrt. Hier gibt es nur eine kurze, recht kräftige Bohrnadel. Damit kann man nur transcortical arbeiten. Die Bohrleistung ist besser als beim Quicksleeper, Verstopfungen der Nadel treten nicht auf, weil die Öffnung länger ist. Der große Nachteil aber ist, dass man damit ohne weiteres und ohne es zu bemerken auch in eine Zahnwurzel penetrieren kann. Das ist mit den Nadeln des Quicksleepers nicht möglich.
        Beste Grüße
        L. Pröbster

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