von Bonald Decker
Seit Beginn meiner endodontischen Tätigkeit habe ich bisher wahrscheinlich etwa (nur) ein Dutzend UK-Frontzähne behandelt. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass schon einer wie der Nachfolgende dabei war.
Kurz zu den Hintergründen: Eine junge Kollegin (,die ich während Ihrer universitären Ausbildung z.T. betreut habe) bat mich diesen Fall zu übernehmen.
Der Patient war ihr Ehemann, bei dem sie im Rahmen einer Routineuntersuchung eine (asymptomatische) apikale Parodontitis (bei Pulpanekrose) an Zahn 42 diagnostiziert hatte.
Nach Therapiebeginn stellte sich unglücklicherweise ein erhebliches Beschwerdebild ein, das sich mit den in der weiteren Folge eingeleiteten Massnahmen nicht in den Griff bekommen liess.
Nach Modifikation der Zugangskavität wurde auch schnell deutlicher, worin das Problem zu bestehen schien. Es handelte sich um einen Unterkieferfrontzahn mit zwei Wurzelkanalsystemen.
Als wirkliche Besonderheit kristallisierte sich ferner heraus, dass es sich um zwei separat verlaufende Systeme handelte…
In meinen Augen ein Zahn, an dem man sich wirklich „die Zähne ausbeissen“ kann.
Nicht nur als junge Kollegin…
Die Differenzierung einkanaliger und mehrkanaliger Unterkieferfrontzähne mit Hilfe des Dentalmikroskops. Arnold, M., Endodontie,153–163 (2010)

Ein schöner Fall und ein schönes Ergebnis.
Ich tippe auf eine Paro-Endo-Läsion parodontalen Ursprungs, eine Pulpennekrose retrograd sozusagen.
Hoffentlich war die Arbeit nicht umsonst und der Zahn geht nicht durch PA bald verlustig. Wobei man sich die Frage stellt, wie der Ehemann einer (jungen??) Zahnärztin unbemerkt mit dieser PA und dem sichtbar subgingivalen Zahnstein durch die Weltgeschichte gehen kann.
Ich könnte mir „vorstellen“ dass Ihre Altersdiverenz ca. 30 Jahre beträgt und sie seine 2. Frau ist.
Bitte keine anonymen Kommentare.
Schuldi, mein Fehler
Halte für eine Paro- Endo die Taschen für nicht tief genug. Schönes Ergebnis!
Denke (und hoffe), dass es keine pardo-endo-Läsion ist. Die prognose wäre entsprechend schlecht. Sondierungstiefen sprachen laut bonald gegen paro-endo. Aber die gtatsächliche Genese bleibt unklar…
Vg Christoph Kaaden