Große Aufhellung, langes Recall

von Jörg Schröder

Nachdem die Erstbehandlung des 25 offensichtlich nicht erfolgreich gewesen war, wurde dieser – ohne retrograden Verschluss – also loco resiziert. Ohne Erfolg. Die bestehende periapikale Lyse war beeindruckend groß.

Der Therapievorschlag einer erneuten chirurgischen Intervention sagte der Patientin nicht zu. Daher wünschte sie eine Zweitmeinung.

Klinisch imponierte bei der Erstvorstellung eine bukkale Fistelung. Zahn 25 war gering, Zahn 24 deutlich perkussionsempfindlich. Der elektrische Sensibilitätstest an Zahn 24 fiel negativ aus. Das präoperative DVT, damals noch unser VeraviewEpocs 3De, liess klar den Zahn 24 als Ursache der persistierenden Beschwerden erkennen.

In Zahn 24 war ein großer lateraler Seitenkanal in der bukkalen Wurzel vorhanden.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Beim Bemühen den letzten halben Millimeter im bukkalen Kanalsystem zu erschliessen kam es zu einer Fraktur eines NiTi-Instrumentes im apikalen Teil der bukkalen Wurzel.

Das Fragment konnte nicht passiert werden. Eine Entfernung war für mich ohne chirurgische Intervention nicht möglich. Nach Aufklärung der Patientin wurde der Zahn warm vertikal obturiert. Eine möglicherweise chirurgische Intervention wurde mit der Patientin erörtert.

Während die Fistelung nach der ersten Behandlungssitzung abgeheilt war, konnte das erste radiologische Recall nicht wirklich überzeugen.

Umso schöner, dass im Vertrauen auf das sich positiv entwickelnde klinische Bild, auch die  radiologische Überprüfung eine immer weiter voranschreitende Ausheilung der ausgedehnten periapikalen Lyse bestätigt.

Soll man die periapikale Region noch einmal chirurgisch adressieren? Wie lange „darf“ gewartet werden, bevor man interveniert? Bin auf andere, als meine Meinung gespannt.

 

4 Gedanken zu „Große Aufhellung, langes Recall

  1. Guten Morgen.
    Wurde der Zahn 25 in der Verlaufszeit nochmal revidiert oder erfolgte lediglich die prothetische Versorgung?
    Ich würde keine chirurgische Intervention empfehlen.
    Die Situation hat sich doch erfreulich verbessert und wenn klinisch keinerlei Symptomatik besteht würde ich weiter beobachten.
    LG

    • Das war auch meine Empfehlung an die Patientin. Nein, 25 wurde in 2013 nur alio loco resiziert. Da die Resektion erst kurz vor der Erstkonsultaion durchgeführt wurde, habe ich dort nicht revidiert. Und bei der sich abzeichnenden Ausheilung ohne klinische Symptomatik sehe ich keine zwingende Notwendigkeit zu intervenieren. LGJS

  2. Interessante Situation! Meiner bescheidenen Erfahrung nach sind Fälle dieser Art extrem variabel. Wenn es eine (Taschen-) Zyste ab einer gewissen Größe ist, muß manchmal eben doch operiert werden. Richtig vorhersagbar ist das m.E. eher nicht. Ich warte in der Regel bei im Übrigen unauffälliger klinischer Situation mindestens 1 Jahr ab, eher deutlich länger, bevor ich die Entscheidung für Chirurgie treffe.

    LG B

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