Was tun?

von Ronald Wecker

3 Jahre nach Wurzelspitzenresektion stellte sich die Patientin mit folgender Situation vor.

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Seither rezidivierende Aufbissbeschwerden. Klinisch zeigt sich 36 mässig achsial und lateral perkussionsempfindlich. Im Bereich der medialen Wurzel besteht zudem eine palpatorische Druckdolenz.

Die Krone an 37 ist erneuerungsbedürftig, die Lücke 35 soll implantologisch versorgt werden.

Welche Therapieempfehlungen kommen in Frage?

8 Gedanken zu „Was tun?

    • Vielen Dank für die Kommentare.
      Ronald hält eine Revisionsbehandlung aufgrund der technischen Schwierigkeit, das in der medialen Wurzel befindliche retrograde Füllmaterial vollständig nach orthograd zu entfernen für wenig erfolgversprechend. Insofern wird nach orthograder Revision ein chirurgischer Eingriff unumgänglich sein, da der derzeitige retrograde Verschluss das Formen nicht vollständig abdeckt. Angesichts des bereits erfolgten Hartsubstanzverlustes ist zudem die Gefahr einer späteren Vertikalfraktur nicht unwahrscheinlich.

      Daher hat Ronald zur Entfernung des Zahnes und der unter Umständen mit größerem Aufwand verbundenen (siehe Kommentar von Frank) implantologischen Versorgung geraten.

  1. Mich würde zuerst einmal interessieren, was denn die Patientin möchte.
    Natürlich ist eine Revisionstherapie beider Zähne eine mögliche Option.
    Eine orthograde Revision des retrograd eingebrachten Füllungsmaterials an der mesialen Wurzel des Sechsers wird aufgrund der Präparation zwischen den Foraminas wohl nicht gelingen.
    Hier wird wohl zusätlich eine retrograde Therapie nötig.
    Wenn die Patientin ohnehin eine implantologische Therapie für den Fünfer plant, würde ich auch den Vorschlag einer Entfernung beider Zähne und eine rein implantatgestütze Versorgung als Option empfehlen. Gegenbezahnung geht glaube ich nur bis zum Sechser, also auch hier dann nur Ersatz bis zum Sechser.
    VG, Markus Thiele

  2. Also, Implantat 35 sollte man nicht einfach so in den Raum werfen. Eine Differenzierung in einfache Implantation und aufwendige Implantation wäre sicher sinnvoll. Hier ist eine einfache Implantation nicht so einfach machbar, wir haben einen sehr dünnen Knochen und das F. mentale direkt in der Nähe. Primär ist hier ein lateral bone graft und spätere Implantation mit passendem soft tissue management notwendig. Anamnestische wäre spannend ob Nikotin im Spiel ist und ob es allgemeinmedizinische Themen mit Begleitmedikationen gibt. Bei einer fraglichen Prognose 36 und dem hier reduziertem Knochenangebot wäre es sinnvoll diese Region in die Implantatplanung zu integrieren. Kommen Nikotin und andere Unsicherheitsfaktoren hinzu, geht es sicher um Zahnerhalt um jeden Preis.

  3. Wie wäre ein Versuch mit intentioneller Reimplantation nach extraoraler Verbesserung der resizierten Bereiche zu bewerten? Mehr als verloren gehen kann der Zahn nicht…

    • Ich denke die prognostische Einschätzung sollte die Entscheidung massgeblich beeinflussen. Was technisch machbar ist, erfreut nicht immer den Patienten, denn der wünscht sich in der Regel eine Lösung, die langfristig erfolgreich ist. Es gibt viele Wege, die in eine bekannte südeuropäische Stadt führen.

      • Hier ein Video zu dem von mir erwähntem Vorgehen https://www.youtube.com/watch?v=M6kachmV7fY

        Sieht so einfach aus…aber wer weiß, bin auf jeden auf das Ergebnis gespannt. Ich versuche meine Patienten immer dahingehend zu beraten, dass jedes Jahr das man ein Implantat SPÄTER einsetzen muß vielleicht über Erfolg oder Niederlage entscheidet, und ein Kollege meinte es treffend mit „wer weiß wie oder was in 5 Jahren implantiert wird!“…

        Gruß, Gregor

    • Kommt darauf an, wie experimentierfreudig die Patientin ist. Wenn es mein Zahn wäre , würde ich mich für die maximal vorhersagbarste Lösung entscheiden. Alles andere ist für mich Fehlinvestition von Zeit, Geld und Hoffnung. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

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