Z.n. Schmerzbehandlung am Zahn 27

von Ostidald Wucker

Die Patientin ist beruflich stark eingespannt und sehr viel unterwegs. Seit einiger Zeit hatte sie latente Beschwerden an einem Zahn im Oberkiefer links. Diese waren mal kaum wahrnehmbar, mal etwas unangenehmer aber insgesamt aushaltbar.
Auf einer Dienstreise in Berlin kam es plötzlich zu akuten Beschwerden. Sie ging in eine ihr empfohlene Praxis. Der Berliner Kollege war etwas ratlos. Eindeutig waren die Aufbissbeschwerden am Zahn 27. Dieser hatte eine okklusale Füllung, keine Sekundärkaries, Lockerungsgrad 0 und keine erhöhten Sondierungstiefen. Vor 5 Jahren wurden die Weisheitszähne entfernt. Ansonsten hatte sie keine Probleme mehr – bis jetzt.

Nach einem Röntgenbild wurde der Zahn trepaniert und mit Ledermix versorgt. Die Beschwerden klangen etwas ab und wurden nach 2 Tagen wieder etwas heftiger.

Die Patientin stellte sich bei uns zur Schmerzbehandlung vor. Das von uns angefertigte Röntgenbild ließ keine eindeutige Ursache der endodontischen Problematik erkennen.

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15 Gedanken zu „Z.n. Schmerzbehandlung am Zahn 27

  1. Auf dem OPTG sehe ich eine im Seitenvergleich Verschattung der linken Kieferhöhle. Sinusitiden führen ja oft zu fehlinterpretierten Zahnschmerzen. Weiterhin wären noch parafunktionell Überlastung als Schmerzursache zu diskutieren.

  2. Gibt es ein Bild ohne DVT wo man die distobukkale Wurzel besser erkennen kann? Auch eine Aufnahme wo der 8er noch drauf ist wäre vielleicht hilfreich um zu erkennen ob eine extrem enge Lagebeziehung eventuell zu einer Beschädigung des 27 geführt hat…

  3. Wie sieht es denn mit einer CMD aus? Wenn die Patientin so stark beruflich belastet ist kommt es ja auch oft zu Fehlfunktionen. Und die Okklusion? Gibt es da Störkontakte? Viel Erfolg!

  4. Hallo,
    Ich hätte da noch ein paar Fragen zur Schmerzanamnese und zum Befund.

    1. Wie alt ist die Patientin?
    2. Gab es (vor bzw. nach der Trepanation) tageszeitlich Unterschiede der Schmerzen?
    3. Was ergab der intrakoronale Befund nach Trep.? Übermäßige Blutung, keine Blutung, etc?
    4. Was macht der 26? Im OPG sieht die Pulpa im Vergleich zum 16 etwas „kleiner“ aus.

    P.s.: Bei der NNH-Aufnahme oder dem DVT sollte laut einem mir bekannten HNO Arzt (auch hier wieder tageszeitlich relevant) auf eine Aufnahme am späten Nachmittag geachtet werden, da hier der Sekretspiegel bei den meisten Patienten am höchsten ist.

    P.p.s. Bei entsprechendem Alter bzw. entsprechender beruflicher Belastung könnten im Hinblick auf funktionelle Ursachen hormonelle Kalzium-Stoffwechselveränderung im Knochen massive Beschwerdesituation im Seitenzahnbereich verursachen. Gibt es eventuell ein „Jiggling“ bei Laterotrusion?

    Grüße
    Christoph

    • 1. Wie alt ist die Patientin?
      43

      2. Gab es (vor bzw. nach der Trepanation) tageszeitlich Unterschiede der Schmerzen?
      ja

      3. Was ergab der intrakoronale Befund nach Trep.? Übermäßige Blutung, keine Blutung, etc?
      Wurde in anderer Praxis durchgeführt.

      4. Was macht der 26? Im OPG sieht die Pulpa im Vergleich zum 16 etwas “kleiner” aus.
      klinisch unauffällig

    • Ein Problem könnte sein, dass die Diagnose irreversible Pulpitis ad primam nicht korrekt war. Damit würde die Therapie Wurzelkanalbehandlung leider nicht grundsätzlich und vor allem nachhaltig zu Beschwerdefreiheit führen.
      Ein nach meiner Erfahrung nicht seltener Verlauf, der leider immer noch nicht selten zu einer Wurzelspitzenresektion führt und langfristig meist mit dem Zahnverlust endet.
      Ich würde auch ersteinmal auf eine funktionelle Ursache tippen.

  5. Bei solchen Befunden ist nach meiner Erfahrung sehr häufig eine Myopathie ursächlich. Muskuläre Verspannungen strahlen häufig in den oberen Seitenzahnbereich.
    Zur Differentialdiagnostik eignet sich der „Aqualizer“. Diesen soll der Patient für einige Tage nachts und ggf auch zu Zeiten hoher Anspannung tragen. Sollte die Symptomatik abklingen liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine dentale Ursache vor.

  6. Gibt es detailliertere Beschreibungen der Schmerzqualität von Seiten der Patientin?Wie war die Vitalitätsprobe? Konnte die Patientin den 27 eindeutig als Schmerzquelle ausmachen? In dem Fall schließen sich doch myogene als auch NNH Ursachen eher aus, vor allem wenn 26. gar keine Beschwerden zeigte…

  7. Lieber Ostidald,
    wenn sich das Beschwerdebild nach der medikamentösen Einlage etwas verbessert hat, dann würde ich mit der Behandlung von Zahn 27 fortfahren und zunächst die bis dato durchgeführte Behandlung überprüfen. Zahn 24 ist sicher auch eine kritische Befundung wert.
    LGM

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