von Ronald Wecker
Das endodontische Behandlungen auch im Jahr 2013 noch einen solchen Verlauf nehmen können erzeugt beim Autor heftiges inneres Kopfschütteln.
Wenngleich auf den ersten Blick die stark überkonturiert eingebrachte, erstaunlicherweise adhäsiv befestigte, Masse sowie die mesial gelegene Perforation imponiert, lag das eigentliche Problem deutlich apikal der auf dem Einzelbild ausreichend abgebildeten Wurzelspitze.
Bei der klinischen Untersuchung fiel eine deutliche Hypästhesie im Versorgungsgebiet des linken N. mentalis auf.
Nach adhäsivem Verschluss der suprakrestal gelegenen Perforation mittels hochviskösem Komposite wurde das im Kanal befindliche Obturationsmaterial entfernt. Das Scouting der Foramengröße zeigte einen initialen Durchmesser von ISO 45. Während der nächsten 25 Minuten entleerte sich nach ultraschallunterstützter Irrigation immer wieder zähes putrides Sekret aus dem Periapikalbereich.
Das präoperativ angefertigte DVT zeigt die Nähe der apikalen Lyse zum N. mentalis.
Über den weiteren Verlauf wird an dieser Stelle in naher Zukunft berichtet.

Moin Ronald, weichst Du bei einem solchen Fall (Lagebeziehung zum N. mentalis) vom regulären Spülprotokoll ab (v.a. bei ISO 45 apikal)???
Viele Grüße,
Seb
Ronald sagt, dass er in solchen Fällen bis zur genauen endometrisch bestimmten Arbeitslänge, die radiologisch „bestätigt“ ist, zunächst nur mit CHX spült. Ab oben genannten Zeitpunkt dann NaOCl mit abgelängter Spülkanüle AL minus 1 mm. Und sicher noch weniger forciert applizieren als sonst.
Herzliche Grüße
Jörg Schröder
Endovac ;-)
LGO
ist sicher auch eine Möglichkeit. ist mir pesönlich jedoch zu viel Kabel-/Schlauchgedöns. bei zwei absaugschläuchen mehr an der einheit wär’s eine überlegung wert.
lgj
„und ich habe es schon damals gesagt“ wäre keine adäquate Antwort ;-)
LGO
Hallo Ronald,
welches Composite verwendest Du für den Perforationsverschluss? Ich hätte für solche Fälle gern etwas mehr Röngenkontrast und ggf Farbkontrast…
Warum hast Du Dich für dieses Composite entschieden?
Herzliche Grüße Thomas
Ronald nimmt aus Konsistenzgründen gerne Estelite Low Flow von Tokuyama. Da geht ihm die Handhabbarkeit vor der Erkennbarkeit. Aber ich stimme zu: Es wäre schön die gleichen Eigenschaften mit höherem Röntgenkontrast zu haben. Allerdings: Ronald weiss, dass die Perf da war, der Überweiser weiss es aus den Vorher-Nachher-Bildern und was fängt jemand Drittes mit der Info an, wenn klinisch keine Hinweise zu erkennen sind. Da befürchtet Ronald nur Blödsinn und komische Therapien.
LGJ