Revitalisierungstherapie – Recall

von Bonald Decker

In der Vergangenheit wurde auf Wurzelspitze wiederholt über den Therapieansatz der Revitalisierung (oder auch als Revaskularisierung bzw. Regeneration bezeichnet) bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum berichtet.

Zahlreiche Beiträge widmeten sich unter anderem bisherigen Erfahrungen, informativen Fortbildungen oder Modifikationen des Behandlungsprotokolls zu diesem Topic.

Anbei möchte ich unsere jüngste Nachuntersuchung eines solchen Patientenfalls vorstellen:

Als positiv ist anzuführen, dass die apikale Parodontitis „ausgeheilt“ erscheint. Jedoch scheint es nur sehr begrenzt zu der angestrebten Maturogenese gekommen zu sein…

Mich würde Ihre Meinungen und weiteren Therapieansätze in solch einem Fall interessieren… was also nun?

7 Gedanken zu „Revitalisierungstherapie – Recall

  1. Ein schöner Fall. Meiner Erfahrung nach ist bestenenfalls eine Verkleinerung des sehr i.d.R. sehr weiten Apex zu erwarten. Ein vollständiges regelgerechtes Wurzelwachstum ist in meiner Karriere leider noch nicht dokumentierbar gewesen.

  2. Ist doch bisher trotzdem ein schönes Ergebnis, Herr Decker.

    Gerne will ich mich an der Spekulation über eine vielleicht sinnvolle Veränderung des Protokolls zur Erzielung besserer Ergebnisse beteiligen. Wie ich bereits einmal ausgeführt habe, geht es in einem solchen Fall in meinen Augen in erster Linie darum, diejenigen Zellen, die für die Maturation verantwortlich sind, möglichst wenig zu schädigen. In der Pulpa scheinen diese allem Anschein nach ja auch nicht zu sitzen, sonst würde es ja nie klappen. Sie sitzen nach meinem Dafürhalten eher im apikalen und periapikalen Wurzelbereich. Vor diesem Hintergrund wäre es vielleicht hilfreich, auf jegliche zytotoxischen Substanzen zu verzichten, was in diesem frühen Stadium einer Infektion vielleicht ja (noch) möglich ist, also allein mit physiologischer Kochsalzlösung und AB-Suspensionen zu spülen, bzw. nur solche Lösungen für maximal wenige Tage einzulegen. Nur so als Idee.

    Herzliche Grüße

    Rüdiger Osswald

    • Sehe ich auch so Herr Osswald…
      Hr. Decker (zusammen mit Patientin &Eltern) ist auch nicht unzufrieden.
      Leider scheint es so zu sein, dass die vollständigen Zusammenhänge dieses Therapieansatzes noch nicht in Gänze verstanden und entschlüsselt sind… daher bleibt es bisher „nur“ eine Behandlungsoption mit nicht komplett vorhersagbarem Ausgang / Ergebnis…

  3. Hallo Herr Decker,
    handelt es sich bei diesem Fall um ein Trauma und reagiert der Zahn auf elektrische oder thermische Reize?

    Da es leider „nur“ zu einer Apexifikation gekommen ist, besteht auch ein erhöhtes Risiko einer Fraktur. Wenn der Zahn kieferortohopädisch noch stark verschoben werden muss, wäre es dann nicht sinnvoll, ihn doch abzufüllen und mit einem Glasfaserstift zu verstärken?

    Haben Sie auch schon Erfahrungen mit einem erneuten Revaskularisierungsversuch gesammelt? In diesem Fall würde allerdings der neu gebildete apikale Stop dagegen sprechen.

    Fragen über Fragen und keine Antworten…..

    Viele Grüße
    Damian Köllner

    • Hallo Herr Köllner,
      ich könnte mir vorstellen, dass es sich um ein ehemals „verunfallten Zahn“ handelt. Die junge Patientin gibt an auf Kälte „etwas zu spüren“.
      Ich persönlich habe keine Erfahrung mit einer erneuten Behandlung nach (erfolgloser) Revitalisierung…
      Viele Grüsse
      Christoph Kaaden

      • Hallo Herr Kaaden,
        das Ergebnis ist natürlich schon sehr schön – trotzdem merken Sie an meinem Kommentar, dass ich ein „gebranntes Kind“ bin, was eine Fraktur bei Apexifikation betrifft (noch mit Caziumhydroxid durchgeführt !).
        Damals waren nach einem Trauma auch Risse im Schmelz erkennbar.
        Wovon würden Sie es abhängig machen, diesen Zahn abzufüllen und zu stabilisieren?
        Viele Grüße
        D. Köllner

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