von Hans – Willi Herrmann
Gleitpfad.
Ein endodontisches Modewort. Seit ein paar Jahren immer und immer wieder im Gespräch.
Dabei ist der Begriff „Gleitpfad“ eigentlich selbsterläuternd.
Umso merkwürdiger, dass die allgegenwärtige Diskussion schon jetzt zu den endodontischen Dauerbrennern zählt, vergleichbar mit anderen klassischen „wirklich wichtigen existentiellen Fragen der Endodontie“:
„Einzeitige oder zweizeitige Behandlung ?
Bis zu welchem Durchmesser muss ich einen Wurzelkanal aufbereiten ?
Warme oder kalte WF – Verfahren, was ist besser ?
Was ist nun ein „Gleitpfad“ ?
Das Spoerlche Feuerbowlenzangen – Physikunterricht – Axiom des „Ganz Dumm Stellen“ befolgend definiere ich das Vorhandenseins eines Gleitpfades als Zustand eines Wurzelkanals, der es einem rotierenden Nickel – Titan – Instrument ermöglicht, im kleinen dunklen Loch bis auf Arbeitslänge zu gelangen und dabei nicht zu frakturieren.
Das Spoerlche Feuerbowlenzangen – Physikunterricht – Axiom des „Ganz Dumm Stellen“ befolgend definiere ich das Vorhandenseins eines Gleitpfades als Zustand eines Wurzelkanals, der es einem rotierenden Nickel – Titan – Instrument ermöglicht, im kleinen dunklen Loch bis auf Arbeitslänge zu gelangen und dabei nicht zu frakturieren.
Das klingt banal, trifft aber dennoch das Problem auf den Kopf. Denn in der Praxis war beim Einsatz rotierender Nickel- Titan – Instrumente bislang die Frage, ob ein solcher Gleitpfad existiert, mitunter ergebnisentscheidend, da bei Nichtvorhandensein eine Instrumentenfraktur oder eine kapitale Stufe die Folge sein konnte. Mit entsprechend suboptimalen Ergebnissen, deren schlimmster Verlauf die Extraktion des Zahnes nach sich zog.
Reziproke Systeme wie Maillefer Wave One oder VDW Reciproc haben diesbezüglich viel viel weniger Probleme, weshalb in vielen Fällen auf das Vorhandensein eines Gleitpfades bzw. die Überprüfung der Existenz eines solchen verzichtet werden kann. Und damit sind solche Instrumente in der Hand des Anfängers weniger fehleranfällig als ihre vollrotierenden Pendants.
Was aber, wenn ich weiterhin mit konventionellen Ni – Ti- Instrumenten arbeite ?
Wie stelle ich vor dem maschinellen Einsatz fest, ob ein Gleitpfad vorhanden ist ?
Hier ein einfacher und sicherer Weg, gewissermaßen eine Lebensversicherung für RNTI – Anwender: Ein für den Einsatz rotierender Nickel- Titan – Instrumente notwendiger Gleitpfad ist vorhanden, wenn es möglich ist, mit der dünnstmöglichen Nickel – Titan- Feile von Hand auf Arbeitslänge gehen.
In der Vergangenheit habe ich dafür eine VDW Flexmaster 15.02 Feile oder eine Maillefer PathFile lila verwendet, jetzt ist es eine 10.02 RACE Feile von FKG die zum Einsatz kommt.
Ich arbeite also mit ISO 006, 008, 010 Handfeilen und benutze danach eine RACE 10.02 Feile, manchmal auch eine RACE 10.04 Feile von Hand, um zu schauen, ob ich damit auf Arbeitslänge gelange.
Sobald eine solche Feile auf Arbeitslänge gelangt, ist der schwierige Teil der Wurzelkanalaufbereitung absolviert. Ich weiss nun, dass ich vollrotierend maschinell arbeiten kann. Jetzt bedarf es nur noch einer individuell an die jeweilige Kanalanatomie optimal angepassten Kombination nächstgrößerer Feilen, um sicher und effizient die Wurzelkanalaufbereitung abzuschliessen.
Sobald eine solche Feile auf Arbeitslänge gelangt, ist der schwierige Teil der Wurzelkanalaufbereitung absolviert. Ich weiss nun, dass ich vollrotierend maschinell arbeiten kann. Jetzt bedarf es nur noch einer individuell an die jeweilige Kanalanatomie optimal angepassten Kombination nächstgrößerer Feilen, um sicher und effizient die Wurzelkanalaufbereitung abzuschliessen.

Danke für den Tipp mit der Race 10.02 , wieder etwas geklärt.