Von Christoph Kaaden
Erinnern Sie sich noch an diesen Beitrag, in dem ich auf einen kleinen Trick hinwies, wie man eine palatinale Anästhesie für den Patienten schmerzfrei(er) gestallten kann?
Zu meiner Freude erhielt ich in diesem Zusammenhang gestern von einer Kollegin nachfolgende Mail:
„Hallo Herr Dr. Kaaden,
Da die Notfallbehandlung damals ohne Anästhesie erfolgte, war das Kind mir bisher als sehr ängstliche Patientin mit eher geringer Kooperationsbereitschaft bekannt und hat zumindest vor meiner Zeit in der Praxis häufiger die Behandlung verweigert, auch bei Prophylaxeterminen.
Am Freitag musste die Wurzelkanalbehandlung an 21 notfallmäßig eingeleitet werden. Es folgte die erste Anästhesie, der erste Kofferdam und die erste umfangreiche Behandlung ihres Lebens. Nach kindgemäßer Erklärung der Behandlung habe ich sie anästhesiert, wie Sie es empfohlen hatten. Es gab KEINEN Pieps, keinen Zappler, kein Tränchen, einfach gar nichts, während der ganzen Behandlung nicht. War alles zwar komisch, aber nicht schlimm, sagte sie. Und der Pieks war eigentlich gar nicht richtig da. Davor hatte sie am meisten Angst.
Klingt doch gut, finde ich.
Nochmal herzlichen Dank dafür!
die Augen zu öffnen.
Diese kleine Bitte erstaunt die Patienten in der Regel in diesem Moment und resultiert in einer gewissen Ablenkung. Ferner ist der für den Menschen sehr wichtige Sinn des Sehens nicht „ausgeschaltet“ und die Patienten konzentrieren sich unweigerlich nicht nur auf das in diesem Moment „Gefühlte“ (= den ggf. spürbaren Pieks)…
Sollten Sie diesen kleinen Trick bisher nicht anwenden, so empfehle ich dies unbedingt.
Über Feedback mit Ihren Erfahrungen würde ich mich freuen.

Werde ich mal ausprobieren, mal schauen wie es ankommt. Mein Standardvorgehen bisher (hoffe wiederhole mich hier nicht): ich sage dem Patienten vorher, das er „ganz tief in den Bauch einatmen , die Luft kurz anhalten, und dann auf Kommando so langsam wie geht wieder ausatmen soll“. Auf das Kommando „ausatmen“ löst der Patient die Spannung vom Einatmen und läßt sozusagen die Kanüle selbst in das Gewebe eindringen, oder man zieht es im OK gegen die Kanüle (und drückt die Lippe etwas fester). Zusätzliche Vibration oder Wackeln vom Spiegel lenkt ebenfalls gut ab.
Können Kollegen eigentlich die Meinung teilen, dass die Kanülen von Heraeus Kulzer leichter ins Gewebe eindringen und gleiten? Ich habe die noch nicht getestet und nutze bisher nur normale von Hager&Werken (Miraject)…
Bei uns legt die Assistenz ihre Hand auf die Schulter des Patienten und gibt ihm einen sanften, aber spürbaren Gegendruck. Die Patienten empfinden das als sehr angenehm. Das vermittelt so ein bisschen Mitgefühl.
Die „Augen zu – Augen auf – Methode“ wenden wir auch schon lange an. Das funktioniert wirklich prima.
Vielleicht hat jemand einen Tipp für die intraligamentäre Anästhesie. Augen zu – Augen auf – Augen zu – Augen auf… ;-)