von Hans – Willi Herrmann

Die Werbung der Hersteller, alle Dentalzeitungen (seriöse und yellow press, aber wirklich alle). Und auch jede Zeitschrift, die wir in der Praxis auslegten.
Heute lese ich von all dem kaum noch was.
Da ich von klein an eine riesiger Lese- Fan war, erstaunt und entsetzt mich das ein Stück weit. Gut, der Stapel der werbefinanzierten Dentalzeitschriften ist mittlerweile so groß, dass ich kaum noch mit dem Entsorgen nachkomme, aber die Remission der Lesewut ist sogar an den “wichtigen” Journalen nicht spurlos vorübergegangen. Dies stelle ich vor allem beim JOE fest, das ich, seit ich es nicht mehr in Heftform, sondern nur noch in virtueller Form “besitze”, in der Regel erst lese, wenn ich irgendwo oder von irgendwem den Hinweis auf einen bestimmten Artikel aufschnappe.
Und auch den Artikel über Wurzelfüllungsmaterialien bei Milchzähnen „Biocompatibility of root filling pastes used in primary teeth“ aus dem IEJ Mai 2015 hätte ich im Übrigen bestenfalls lediglich überflogen, wenn es nicht als Rezension im Rahmen dieses Artikels geschehen wäre.
Geht es Ihnen genauso ?
Wie sieht das bei Ihnen aus ?
Mein Vorschlag für einen Ausweg aus dem Dilemma: Wir bestimmen Journal- Paten.
Und das geht so: Der Journal- Pate liest zeitnah zum Veröffentlichungstermin einen bestimmten Artikel und gibt eine kurze Zusammenfassung der darin befindlichen Fakten.
Zusammenfassung bedeutet nicht das Abstract, dass könnte ja jeder von uns lesen, sondern vielmehr: Guter/schlechter Aritkel, Warum wertvoll ? Warum schlecht ? Gibt es eine Quintessenz für die Praxis, was kann ich mitnehmen für mich, relevante Textstellen.
Die Idee ist nicht neu – ein befreundeter Kollege berichtete mir, er habe dies früher schon in seinem Qualitätszirkel vorgeschlagen, den Austausch von Fortbildungsmitschriften betreffend.
Die Resonanz – gleich null.
Das heißt – gelesen wurde seine Skripten schon gerne, aber mit dem Schreiben und Verteilen war das so eine Sache.
Es ist wie so oft – Der Spruch – „Geben ist seliger als Nehmen“ bleibt auf die Bibel beschränkt, in der Realität regiert die Antithese- „Nehmen ist seliger als Geben“.
Ich möchte dennoch einen weiteren Versuch machen.
Unter folgenden Rahmenbedingungen: Erinnern Sie sich an meine Ankündigung zum Jahreswechsel, dem WURZELSPITZE- Blog eine interne Sektion anzugliedern. Der „Journal- Pate“ ist ein erster Schritt. Und das geht wie folgt. Jeder WURZELSPITZE- Leser ist aufgerufen, einen Fachartikel zu rezensieren. Ich werde die Beiträge dann hier einstellen. Diese sind mit einem Passwort versehen, dass im Laufe des Jahres nicht nur für den eigenen Artikel, sondern auch für alle anderen Artikel gilt. So hat jeder Rezensent die Möglichkeit, alle Rezensionen zu lesen. „Nichtdazubeitrager“ bleiben aussen vor. Wer nicht will, kann dann auch nicht. Zu Beginn des neues Jahres ändert sich das Passwort, eine neue Rezension sichert automatisch den Zugang für weitere 12 Monate.
Wenn möglichst viele mitmachen, bedeutet das, das wir mit wesentlich weniger Zeitaufwand an die wirklich praxisrelevanten Informationen gelangen können.
Wenn nicht – dann habe ich diesen Artikel und meine Rezension des Artikels
umsonst geschrieben. Spare aber zukünftig viel Zeit hier…
Finde ich grundsätzlich eine gute Idee. Noch mal zum Verständnis: Die einzelnen Referenten stellen eine Rezension aus einem Journal (oder auch Fachbuch?) ihrer Wahl ein, egal welches, korrekt? Du bearbeitest die Beiträge und stellst sie dann ein. An welche E-Mail-Adresse konkret sollen wir die Beiträge schicken?
LG Bernard
Ich werde in den nächsten Tagen unter dem Menue- Punkt „Journal- Pate“ eine Anleitung zum Mitmachen online stellen.
Hallo Ha-Wi,
sehr gute Idee die man nur versuchen kann zu unterstützen.
Das mit Online-Journals geht mir genau so. Ich lese (oder blättere) das DT immer komplett durch wenn ich die Printausgaben bekomme. Macht sich irgendwie besser abends im Sessel mit Zeitung als mit Labtop. Dazu kommt – es bleibt besser überschaubar. Die Printausgabe hat ein eindeutig definiertes Ende.
LG Nils
Guten Morgen,
die Idee finde ich sehr gut und deshalb partizipiere gerne aktiv.
Servus! ( das klingt immer so gut gelaunt😄)
Sollen diese Zusammenfassungen eine Diskussion anregen, eine persönliche Meinung enthalten vom „Einreicher“ oder einfach nur Fakten so präzise und prägnant wie möglich weiter geben? Hier mal ein Beispiel: Ich stolperte über Pasquale Venuti wegen seiner Kofferdamarbeit und guten Fotos, und finde von Ihm eine retrospektive Studie vom Einsatz von N2 Zement über 12 Jahre aus seiner Hand von 2000 bis zum Jahr 2012 – mit Interessanten Ergebnissen und Fragen (http://www.studiodentisticovenuti.it/wp-content/uploads/2013/10/PLOS-versione-finale.doc )….
Wie verfährt man hier? Man läuft doch automatisch Gefahr, dass man entweder vorher stark selektiert („Ist doch Quatsch!“), aber auch dadurch „Querdenken“ unterbindet, oder? Ich verweise als Beispiel auf die damaligen Reaktionen zum Thema Mikroskop in der Zahnmedizin.
Man sollte hier vielleicht eine Bewertungsskala einführen, wo danach in Spalten ersichtlich ist, ob Kollegen den Beitrag nützlich, gut, unsinnig, „öko“ 😜 fanden…, so weiß der Einreicher, ob er seine Zeit verschwendet oder nicht…
Ansonsten kommt so ein „Grimorum Arcanorum“ ( Zauberbuch der Geheimnisse ) in meinen Augen sicher bei allen Kollegen gut an, ich liebe es zwar nachwievor alles zu lesen was ich in die Hände kriege, aber speedreading kriege ich leider noch nicht hin….
Gruß Gregor S.
Ja
Beides
Super Idee!
Nimmt man die Auswahl der Texte selber vor, sprich wenn ein interessanter Artikel auffällt einfach mal einschicken, oder wie könnte das ablaufen?
Viele Grüße
Ja, die Auswahl steht jedem frei.
Evtl. werden Vorschläge gemacht werden, aus denen man bei Interesse wählen kann. Wichtig ist nur, dass es ein Artikel aus einer renommierten Fachzeitschrift ist, also kein „dental yellow press“ Erzeugnis.
Am Schwierigsten wird bei so einer großen Gruppe nur sein, dass es sicher zu „Doppelmeldungen“ kommen wird von unterschiedlichen Kollegen und dem selben Thema… Andererseits sollte so eine starre Zuordnung a’la „Rudi liest nur Roots, Axel nur JOE usw.“ auch nicht stattfinden…
It’s a great idea. Can it be in English only?
Hallo Ashley,
wir würden gerne (das war von Anfang an geplant) WURZELSPITZE (auch) in englisch machen, aber es würde unseren Zeitrahmen vollends sprengen und daher konnten wir uns bis heute nicht dazu aufraffen.
Dies träfe noch verstärkt auf den Journal- Paten zu. Wer will, darf gerne seine reviews in Englisch einstellen, aber Amtssprache wird Deutsch sein.
Vielleicht hilft Google Translate weiter ? Ich weiss es nicht.
Herzliche Grüße
Hans