Neustart (IX) – Behandlungszeile „light“

von Christoph Kaaden

Im Zuge der initialen Praxisplanung hatte ich ursprünglich einmal den „Traum“ zwei identisch ausgestattete Behandlungszimmer einzurichten. Schnell wurde mir dann aber klar, dass dies mein Budget nicht zulassen würde. So entschied ich mich zur „Vollausstattung“ eines Behandlungsraumes.

Zimmer II hatte ich für einen späteren Zeitpunkt und evtl. nach ersten Beurteilungen der betriebswirtschaftlichen Entwicklungen der Praxis angedacht. Zu meiner grossen Freude erlaubte mein ursprünglich aufgenommenes Darlehn nach Bezahlung aller Umbaurechnung schon vorab finanziellen Handlungsspielraum für die Anschaffung eines Behandlungsstuhls. Ich entschied mich erneut für die Dentaleinheit Compact I mit Schwingbügel von Planmeca, mit der wir bisher sehr zufrieden sind. Mehr dazu aber in einem separaten Beitrag demnächst.

Den finanziellen Rahmen für die Anschaffung einer Behandlungszeile (und anderer Dinge wie Dentalmikroskop, digitales Röntgen etc.) wie in Zimmer I war jedoch nicht gegeben. Auf der Suche nach einer (günstigen) Alternative stiess ich schliesslich auf Küchenschränke eines grossen schwedischen Möbelhauses.  Finanziell liegt diese Variante um das ca. 10-fache (!) unter dem Anschaffungspreis unserer Zimmer I-Behandlungszeile, wenngleich auch ohne Oberschränke.

Seit ein paar Tagen ist das Ganze nun montiert und ich bin von dem Ergebnis sehr angetan!

 Der Praxisalltag wird zeigen, wie sich die Behandlungszeile bei uns bewährt. Ich werde berichten…

27 Gedanken zu „Neustart (IX) – Behandlungszeile „light“

  1. Hallo Christoph,

    auf diese Weise ist das Keramikzimmer unseres Labors eingerichtet. Unser externes Labor hat vor drei Jahren einen Umzug durchgeführt. Die Kalkulation eines bekannten Laborausrüsters betrug einen mittleren, 5-stelligen Betrag. Mit den Schwedenmöbeln konnte ein komplettes Labor mit ca. 170m2 für ca. 4,5T€ eingerichtet werden. Im Rahmen meines Praxisumbaus hatte ich die Gelegenheit, einen Kostenvoranschlag für eine Tischplatte und Grundplatte meiner Behandlungszeile über sportliche 5T€ zu erhalten. Wenn man bedenkt, dass die Zeile damals komplett (10 Jahre) 6T€ gekostet hat, bekommt das ganze eine andere Dimension…….
    Mein Schreiner hat das dann für 600€ inklusive Material und Schrankumsetzen erledigt ;-)

    Einzig mit der Farbe der Fronten muss man, wie Du es gemacht hast, sich möglichst auf weiss beschränken. Die Schweden neigen dazu, spontan nach 1,5 Jahren Fronten aus dem Programm zu nehmen und nie wieder einzuführen (mir selber bei einer Küche passiert. Ist ja auch exotisch, eine graue Front) ;-))

    btw.: Schöne Praxis haste da, ey.

    LGO

  2. Hallo Christoph,

    habe in meiner Praxis beim Einrichten des Röntgenraumes und des Steris auch bewusst auf den „Service“ des Dentaldepots verzichtet und es den Schreiner meines Vertrauens machen lassen. Dieser hat den Vorteil, dass verschiedene Speziallösungen, wie Ecken, Mauervorsprünge und Raummasse, die das IKEA-Programm nicht abdeckt, optimal und vor allem preiswert zu lösen. Auch kauft dieser meist bei Firmen ein, die Dekor, Beschläge und Material länger im Programm haben. Und man kann sich die Auszüge und andere Spezialteile selber aussuchen.

    Und, wie Ossi schon sagte: Schöne Praxis!!

    Liebe Grüße
    Christian

  3. Gelungene Einrichtung ! Das schwedische Möbelhaus scheint doch überall Anhänger zu haben…
    Ich hab auch vor 2 Jahren bei einer größeren Renovierung meine erste Schrankzeile ( 18 Jahre alt ) durch eine aus Küchenunterschränken von besagtem Möbelhaus ersetzt. Hat nur einer Bruchteil der ersten Einrichtungszeile gekostet .( Und diese hatte schon nach 2 Jahren die ersten Defekte! ) Hätte gar nicht gedacht , daß auch andere Kollegen sowas machen….

    • Zur Praxistauglichkeit kann ich natürlich nichts sagen, aber das Zimmer sieht sehr schick und funktionell aus. :-) Viel Spaß und gutes Gelingen mit Ihrer Behandlungszeile.

      Herzliche Grüße

      HH

  4. Hey!
    Wie ist das eigentlich; mir wurde mal in einer Hygienevorlesung erzählt die Schränke müssten „staubdicht“ sein und daher nicht von Ikea. Das das natürlich keinen Sinn macht eine Schublade staubdicht zu machen, die man mehrmals täglich öffnet ist klar, aber wie ist das mit der Abnahme einer solchen Einrichtung bei etwaigen Praxisbegehungen etc.?

    Viele Grüße

    • Guten Abend,
      Ich hatte in meiner damaligen Praxis sowohl eine Hygienebetreuung durch einen externen Dienstleister, wie auch 2011 eine Hygienebegehung durch das Gesundheitsamt Köln. In den Behandlungsräumen ist/wurde eine staubdichte Ausstattung der Behandlungszeilen und Schränke nicht gefordert. Wohl aber im Steri. Die Schränke hatte ich ebenfalls von IKEA bezogen – Küchenmöbel mit weißen Fronten „Lack“. Dort wurden die Abdichtungen mit „Tesamoll“ vorgenommen und nicht beanstandet.
      Herzliche Grüße
      Marc

  5. Hallo Herr Kaaden,

    mein Labor und Steri habe ich mit Unterschränken von Ikea mit Edelstahlfronten, Hochschränke mit Glas/Alufronten ausgestattet. Bisher nach 3 Jahren keinerlei Probleme. Natürlich „nervt“ Ikea- Kram oft, aber der Preis ist unschlagbar. Beim diesjährigen AMED-Meeting (14-16.11. in San Diego) zeigte mir Diane Griffiths, Global Sales Manager von TDO Endo-Software ein Bild von Ikea Möbeln in einer amerikanischen Praxis. Sie hat mir jetzt, wie versprochen, die Details zugeschickt, die ich gerne auf Anfrage weitergebe. Die PDF lässt sich im Blog nicht einfügen.
    Freundliche Grüße
    J.Wettlauffer

  6. Hallo zusammen!

    Für eine anstehende Praxisneugründung tendiere ich sehr stark zu Schweden-Möbeln für Behandlungszimmer, Steri und Lager.
    Zwei Dinge brennen mir unter den Nägeln:
    1. Wie sind die Erfahrungen mit passenden Instrumentenablagen als Schubladeneinsatz? Gibt es „Faktum“-kompatible Einsätze oder muss man sich so etwas individuell herstellen (tiefziehen) lassen?
    2. Hat jemand von Euch / Ihnen Erfahrung mit den Schubladendämpfern oder dem elektrischen Drucktüröffner „UTRUSTA“?

    Herzlichen Dank,
    Philipp

  7. Hallo!

    Sieht wirklich gut aus!

    Ich muss auch einen Raum neu einrichten und Frage mich auch nach Alternativen zum klassischen Dentalhandel.

    Die Frage nach den Schubladeneinsätzen stelle ich mir dabei natürlich auch. Ich habe bisher herausgefunden, dass es vom Hersteller Speiko welche gibt und bei Häfele welche im Angebot sind. Ob die zu Faktum passen weiß ich allerdings noch nicht.

    Wie läßt es sich denn mit den neuen Schränken arbeiten? Die Standardschubladen sind deutlich höher als im Dentalbereich üblich. Stört z.B. die Kante im Alltag?

    Viele grüße

    Marc

  8. Wie ist denn mittlerweile die Langzeiterfahrung im Praxisalltag?
    Insbesondere die Beständigkeit der schönen IKEA-Front bzgl. Desinfektionsmitteln (Alkohol? Ammonium?) interessiert mich. Edelstahlfront fände ich für den Steri super, aber fürs Behandlungszimmer zu ungemütlich…

    Gruß,
    Philipp

  9. Hallo Herr Kollege,
    eine sehr clevere Idee, das würde ich mir zu gerne mal aus der Nähe
    anschauen. Vielleicht darf ich ja mal ganz unverschämt bei Ihnen klingeln,
    wenn ich mal wieder in der Stadt unterwegs bin :-)
    MfG
    JS

  10. Sehr geehrter Herr Kaden,

    nachdem nun wieder ein knappes Jahr vergangen ist, seit der letzten Nachfrage…
    Immer noch angetan von der IKEA-Lösung was die Beständigkeit im Arbeitsalltag angeht (Desinfektionsmittel und Co.).?

    Wir planen momentan auch eine neue Praxis, aber die Preise der Depots und anderer Anbieter
    bereiten einem jedesmal schlaflose Nächte, wie man das alles bezahlen soll.

    Über eine Antwort würde ich mich freuen
    Liebe Grüße
    Matthias

    • Hallo aus München,

      Ihre Nachfrage muss leider bei mir untergegangen sein…
      ich bin nach wie vor mit unserer Lösung sehr zufrieden. Wir haben daals eine „einfache“ Tischplatte bei Ikea gewählt. Auch hier gibt es aber von der Firma eine „hochwertigere“ Lösung die Sie nach meiner Meinug wählen sollten. Ansonsten kann ich die Variante voll empfehlen!
      13.000 EUR, wie für unsere „Lösung“ in Behandlungszimmer I würde ich nie wieder ausgeben!
      vg christoph ka(a)den

  11. Ich bin durch Zufall auf dieser Seite gelandet und spiele gerade mit dem Gedanken für unseren Praxisumzug zu investieren, und zwar bei dem großen Schweden.
    Habe für den Steri an die Edelstahlfronten gedacht und mich um eine Edelstahlbeckenabdeckung gekümmert. Bisher ein Angebot für die Abdeckung von ca. 456 cm Länge in einem Stück mit Aufkantungen für ca. € 1200, 00. Zusätzlich ikea Zeile mit Edelstahlfronten Ca. € 2000, 00
    Hat jemand Erfahrung auch gerade in Bezug auf Praxisbegehungen? Hatte über magnetische Griffaufsätze nachgedacht, da entfernbar und dann gut zu reinigen.
    Habe übrigens schon vor ca 15 Jahren eine IKEA Zeile im Steri verbaut. Bisher keine Nachteile.

    • Lieber KoMa,
      ich habe in 2007 einen kompletten Sterilisationsraum mit IKEA-Elementen ausgestattet, Lack, weiss. 2010 erfolgte eine Begehung durch das Gesundheitsamt Köln, in Auftrag der Bezirksregierung Köln, und es gab nur eine Beanstandung: die Schranktüren sollten mit einer Staubabdichtung ausgestattet werden. Ein preiswert und einfach zu behebender „Mangel“. Es erfolgte die Anbringung von geeigneten Klebestreifen von tesa.
      Sollten Sie sich für die Edelstahlfront entscheiden, rechnen Sie günstigstenfalls mit der Meuterei Ihres Personals und Aussetzung im nächstgelegenen Teich :-) Es gibt nichts putzintensiveres. Jedes Staubkorn, jeder Fingerabdruck, alles hinterlässt dort seine Spuren. Edelstahl erfordert Spezialreiniger. Diese bilden einen ganz tollen Klebefilm für alle Rückstände, die man dort nicht sehen will.
      Zur Arbeitsplatte, hier sollte man meiner Erfahrung nach investieren, denn die Platten des genannten Herstellers erfüllen nicht die Anforderungen: Temperaturwechsel, Chemikalien, usw.. Es muss nicht Corian sein aber etwas solides aus der Dentalbranche zu wählen wäre hier sicher kein Fehler.
      Herzliche Grüße
      Marc Semper

  12. Guten Tag,
    wir sind ein autorisierter Verarbeiter von Corian und haben schon viele Praxen mit Arbeitsplatten ausgestattet.
    Es muss nicht Corian sein..da stimme ich Herrn Semper zu.
    Wenn ich mir jedoch die Diskussion und die beschriebenen Anforderungen ansehe, erfüllt Corian diese in den meisten Fällen. Durch die fugenlose Verarbeitung, können keine ,,Schmutz-ecken“ entstehen. Hinzu kommt ein sympatischer Look, der mit einer angenehmen Haptik verbunden ist.
    Der kritische Punkt: der Preis.
    Hier rate ich meinen Kunden zu Standard Bauteilen, Es stehen eine große Anzahl von Becken und Spülen Modellen zur Verfügung, die preislich unter hochwertigen Edelstahl spülen liegen.
    Da Corian ein massiver Werkstoff ist, kann die Oberfläche mittels schleifen, jederzeit in Neuzustand versetzt werden. Eine Arbeitsplatte die jahrzehntelang funktioniert. Eventuell günstiger wie es den Vorstellungen entspricht.
    viele Grüße
    Frank Henneke
    hennekle.com

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