Licht

von Christian Danzl

Wie viele Kollegen, habe auch ich mich für eine Lupenbrille entschieden.
Schon vor langer Zeit. Damals war es eine Brille von Sandy Grendel.
Sie war sehr leicht und mit einer 2,3-fachen Vergrößerung geeignet als erste Lupenbrille.

Aber damit kommt man schnell an die Grenzen. Also muss eine neue Brille her. Die Wahl fiel auf die Orascoptic, 3,8-fach, Keppler’sches System.
Die Umstellung war anfangs mühsam, da der Schärfentiefebereich im Vergleich zur 2,3-fachen Vergrößerung deutlich kleiner war.
Und es war einfach dunkler. So kam die Brille seltener zum Einsatz als sie sollte.
Was auch daran lag, dass ja auch schon lange ein Mikroskop in der Praxis war und man ja da auch „ausweichen“ konnte.

Irgendwie wollte ich aber doch eine Beleuchtung für die Lupe.
Es gab mittlerweile verschiedene Lichtsysteme auf dem Markt.
Eines heller, kleiner und ausdauernder als das andere. Jeder Kollege hatte seinen Geheimtipp, aber auch triftige Gründe, warum er gerade das andere nicht nahm.
Was mich immer noch störte war
– einerseits das Kabel, das von der Brille irgendwie zum Gürtel – wo der Akku war – geführt werden musste, und
-andererseits der Preis.
Die Lichter lagen alle um die 1.000,-. Mal mehr mal weniger.

Die Brille war teuer genug, wenn jetzt auch noch das Licht dazu rumliegt, ist es definitiv zu teuer.
Somit hab ich mir bei Conrad-Elektronik mal eine LED-Stirnlampe bestellt, nur um zu testen, ob es sich für meine Belange lohnen würde Geld für ein Lupenbrillenlicht auszugeben.

Das Ergebnis:

Es lohnt sich Geld dafür aus zu geben.
Klar, wird jeder bestätigen, der eine Lupe mit ordentlichem Licht hat.
Man darf auch sagen, dass eine Lupenbrille OHNE Licht KEINEN Sinn macht.

Meine LED-Stirnlampe von Conrad ist eine LED-Lenser H7R, mittlerweile bei auch bei Amazon verfügbar. Der kleine Akkupack (3 handelsübliche Micro-Zellen) sitzt am Hinterkopf auf dem Gummiband. Die Lampe ist dimmbar und hat einen neigbaren Zoomreflektor.
Sie ist mir hell genug, der Akku hält (wenn ich sie nicht auf dem Kopf habe, hängt sie am Ladegerät) einige Stunden und ich habe kein Kabel an mir rumbaumeln.

Nachteile:
kein Orangefilter und sie sieht richtig unprofessionell aus.

Wie gesagt, die Lampe hab ich nur zum Testen gekauft. Ich finde die Lampe allerdings so gut, dass ich immer noch keine teuere, „professionelle“ Lampe gekauft habe, sondern noch eine zweite LED-Lenser H7R dazu, denn die Lampe funktioniert auch ohne Lupenbrille.

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11 Gedanken zu „Licht

    • Bei uns in der Uni kommt bei Studierenden alles zum Einsatz was auf dem Markt erhältlich ist (schaut man die Preisspannen an ist das auch verständlich) und ich habe einiges miteinander verglichen. Zu den Lupenbrillen aus China muss ich sagen, dass sie im Vergleich zu meiner Zeiss 4,3x doch um einiges schlechter abschneiden. Um ehrlich zu sein – da ich mit meiner Lupenbrille fast 90% des Tages arbeite lohnt sich meiner Meinung nach die einmalige Investition in einen gute Optik. Ich habe meine damals bei Ebay für ca. 50% des Neupreises gekauft.
      Bei den Lichtern sieht es etwas anders aus. Folgende Lichter habe ich direkt miteinander verglichen:
      – DCI weit über 1000 Euro,
      – Zeiss
      – Starmed
      – und Ebay aus China ca. 40 Euro
      Der Unterschied ist bei gleichem Abstand nicht so groß, dass es den Preisunterschied rechtfertigen würde. Den größten Unterschied macht dann das Design und die Adaptation an die jeweilige Lupe. Da muss man sich bei der Ebay Variante etwas einfallen lassen.
      Eine große Auswahl gibt es auch unter alibaba.com (Suche: „dental led headlight“)

  1. Meine Einschätzung zum Thema Orangefilter:
    Ich habe einen, benutze ihn aber nicht. Das orange beleuchtete Sichtfeld bietet mir keinen vernünftigen Kontrast. Ich sehe mehr, wenn ich das LED-Licht an der Lupenbrille ganz abschalte und mit gedimmter OP-Lampe arbeite. Das ist nur meine ganz persönliche Meinung. Ansonsten kann ich nur bestätigen, daß eine Lupenbrille mit Licht eine hervorragende Kombination ist.

  2. Ich benutze die selbe Lampe inzwischen seit über einem Jahr im Dienst, und bin soweit ebenfalls sehr zufrieden damit, besonders die Dimmfunktion gekoppelt mit der Fokussierbarkeit machen Spass. Den unprofessionellen „Look“ kaschiere ich geschickt durch meine Lupenbrille: Keeler 2,5x im besten Retro-70er Jahre Design, da sieht die Lampe drüber auf einmal aus wie von einem anderen Stern. Und falls ich merke das ein Patient doch etwas skeptisch in Richtung Lampe schaut, wird der Fokus auf Streulinse gestellt und der Patient schließt automatisch geblendet die Augen (kleiner Scherz!!).

    Was noch nicht schlecht ist: die Ladestandsanzeige durch die grüne LED, die aber sofort ihren Geist aufgibt wenn versehentlich der Anschalter betätigt wird im Ladeprozess. Außerdem kann man die Lampe auch ohne Probleme außerhalb der Dienstzeit nutzen :D…

    Für alle die es professioneller Aussehen lassen wollen und sich nicht dafür schämen eine 45€ LED Kopflampe für 1000€ zu kaufen: http://www.klsmartin.com/produkte/stirnleuchten-medled/medled-focus/
    Leider war der Hersteller “ nach interner Rücksprache“ nicht bereit, nur das Kopf-Helm-Band zum Verkauf anzubieten, und meine direkte Frage per Telefon ob das die selbe LED Lenser Kopflampe sei, wurde mit einem deutlich hörbaren Lächeln und „Ähm, dazu kann ich leider nichts sagen“ mehr als deutlich beantwortet.

    Kann vielleicht hier jemand in der Runde einen ähnlichen „Helm“ verlinken?

    Danke und Gruß,

    Gregor

  3. Sorry, wenn ich mich hier als Outsider reinhänge. Diese schicke Lampe ist von Zweibrüder und wird nur von Conrad verklingelt! Ist bei mir im Allroundeinsatz. Auch eine zum Fischen. Man braucht ja auch was als Ausgleich. :-)
    Zweibrüder stellen auch sehr gute Taschenlampen her. Dagegen ist die gute alte Maglite blass.
    Beste Grüße
    Frank aus Halle

    • Bin ich gemeint? Die optische Qualität ist gut, d. h., ich kann keinen eklatanten Unterschied zu meiner Zeiss 2fach (2,5fach?) feststellen. Die Lupenbrillen hängen sehr von der Justage ab, ich glaube nicht, daß technisch eine Lupenbrille schwierig ist. Das Gewicht der China-Lupenbrille ist aber konstruktionsbedingt deutlich höher. Ich nehme sie nur für Befunde im 2. Behandlungszimmer. Ich behandele im 1. Zimmer nach wie vor mit Orascoptic-Zeon-Light plus Zeiss-Lupenbrille.

      • Bei den optischen Systemen aus China wäre ich wiederum sehr vorsichtig, immerhin belaste ich meine Augen unter Umständen dermaßen durch ein unsauberes Schliffbild, das ich mir die Augen ruiniere, was bei unserer Arbeit glaube ich schon stark genug geschieht. Im Studium hatte ich von einem Kollegen eine chinesische Lupenbrille auf, die war wirklich nicht gut, aber vielleicht sind etwas hochpreisigere in dieser Hinsicht besser? Bei LED-Lampen wiederrum sehe ich keinen Grund die hier in Deutschland verlangten Preise zu zahlen, die Baugruppen stammen zu 110% :D aus China, und am Beispiel der KLS Martin Kopflampe kann man ohne Probleme erkennen, das zuviel Geld verfügbar ist, oder besser frei verfügbar von der Industrie geglaubt wird.

        Zweibrüder ist auch so ein zweischneidiges Schwert: recht selbstbewußt in der Preisgestaltung, und dabei nicht aktuell in der Technik. So soll die Elektronik nicht reguliert sein, und entsprechend fällt die Lichtausbeute permanent, anstatt gleichbleibend – reguliert – eine Lichtleistung zu bringen….

        • Im Zweifelsfall: probieren. Für die mitlesenden Damen und auch manche Herren mit schmaler Nase und normal ausgebildetem Nacken darf man das Gewicht einer Keplerschen Lupenbrille nicht ausser acht lassen…. und da ist Orascoptic nach meinem Informand immer noch das Mass der Dinge.

          VG

  4. Mit Chinamodellen haben wir hier im Labor an der FH auch schlechte Erfahrungen gemacht. Das lassen wir in Zukunft auch lieber :)
    Der Link zur LED-Lenser H7R, sagt das sie leider nicht mehr verfügbar ist :(
    H7R.2 ist wohl der Nachfolger? Ich schau mir die jetzt an da mit diese 45€ vs. 1000€ Alternative doch recht sinnvoll vorkommt.

    Gruß

    Karl.

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