Mindestalter ?

Heute wende ich mich mit einer persönlichen Frage an die WURZELSPITZE Runde…

ich bin seit 27 Jahren Zahnarzt und die Behandlung von kindlichen Patienten ist bis heute das für mich Forderndste im täglichen Praxisalltag.

Erst gestern haben wir den 7jährigen Tasi und später noch die 9-jährige Dilara (nach Frontzahntrauma in der Vergangenheit) in Lokalanästhesie behandelt.

Insbesondere die erste Behandlung war _maximal_ fordernd für mich…

Am Abend kam mir schliesslich der Gedanke, ob ich zukünftig ein Mindestalter einführen sollte…

Hat jemand hier aus der Runde ein solche Vorgabe?

Höre ich sonst Gedanken dazu?

8 Gedanken zu „Mindestalter ?

  1. Meine jüngste Frontzahntrauma-Patientin war sechs, das war maximal anstrengend trotz sehr netter Eltern und eigentlich kaum lösbar. Manchmal sind aber auch ältere Kinder an einem Tag ganz gut in Form und bei der nächsten Sitzung kaum zu behandeln. Es bleibt schwierig…

    LG Bernard

  2. Hallo Christoph,
    ich kann Dich verstehen…
    In der Regel kriege ich alle Kinder behandlungsfähig… bis zum Beispiel heute ein kleiner 6J10Mon. nach Avulsion/Replantion 11 da war, noch null Zahnarzterfahrung, für sein Alter auch noch ….sagen wir mal einfach strukturiert.
    Keine Chance ohne Drama. Und mit Drama wird’s nix.

    Glücklicherweise gibt es in Jena eine Kinderzahnärztin, deren Patienten ich schon mehrfach unter Narkose in Ihrer Praxis behandelt habe, die mir also mindestens einen Gefallen schuldet.
    Angerufen, kurzfristigen Termin bekommen.
    So kann’s gehen.
    Ja, Gastbehandlung woanders ist definitiv nicht das Wunsch-Setup, Stress, mit Anfahrt ein riesen Zeitaufwand und deshalb eigentlich nicht gegenfinanzierbar.

    Aber mal anders: Wer solls denn machen, wenn nicht Du?

    Und nein, in meinem Bundesland gibt es keine Hochschule, die sowas könnte. Echt nicht.
    Und anderenorts… wann würde da ein Termin gefunden? Dann kommt das Ledermix zu spät. Dann kannst du jede Hoffnung für den Zahn fahren lassen.

    Zum Netzwerk „Dentales Trauma“ braucht man wohl nicht nur einen Endodontologen, einen Kieferorthopäden, einen MKG/ Zahntransplanteur, sondern auch nen Kinderzahnarzt mit Anästhesisten.
    Dann gehts.

  3. Hallo Christoph,

    mein höchster Respekt.
    Ich habe mittlerweile für Kinder eine sehr kurze Zündschnur, wenn die Campliance hakt.
    Kariestherapie habe ich früher auch bei 3 oder 4 jährigen mit einer Engelsgeduld hinbekommen. Manchmal mit kompromissbehafteter Qualität unter Belassung von Restkaries oder Füllung mit GIZ, wenn eine Trockenlegung undenkbar war.
    Die Ansprüche der Eltern waren in der Regel zur Mitarbeit ihrer Sprösslinge häufig diametral.
    Deshalb wird von mir mittlerweile an KZA Praxen überwiesen, welche häufig in Lachgas Sedierung therapieren.
    Lippenbändchen mache ich noch regelmäßig bei Kindern, aber frühestens mit 7 Jahren, meistens eher 8 bis 10.

    LG, Markus

  4. Bei einem unkooperativen Kind sofortige Überweisung.
    Wir sind nicht für die Sozialisierung der Kinder verantwortlich, was inzwischen immer mehr Eltern versäumen und vernachlässigen.
    So hart es auch klingen mag.

Kommentar verfassen