von Jörg Schröder
Wurzelstifte aus Zirkonoxid waren vor ca. 20 Jahren einmal en vogue. Daher stellen diese Stifte in meinem Alltag eher eine seltene Aufgabe dar.
Ich muss zugeben, auch ich habe wenigstens 4 davon eingesetzt. Obwohl ich, wenn ich über einige physikalische Grundsätze nachgedacht hätte, das besser gelassen hätte.
Und so trifft man leider bei der Revisionsbehandlung von mit Keramikwurzelstiften versorgten Zähnen häufig auf Haarrisse, deren Vorhandensein sich der klinischen und radiologischen Diagnostik entzieht.
So auch bei diesem 27. Nach Entfernung der Vollgusskrone galt es zunächst, den um die Zirkonoxidstifte befindlichen Kompositaufbau abzutragen. Dies geschieht mittels kleiner flammenförmiger Diamanten und am Ende mit den von mir sehr geschätzten Munce-Rosenbohrern.
In diesem Fall drehte sich der in DB befestigte Stift schon nach weniger als einer Minute.
Nach der anschliessenden Freilegung des MB1 hatte ich schon eine Ahnung, was mich bei der Inspektion des Pulpakmmerbodens erwarten würde, wenn ich auch den in P befindlichen Stift entfernt hatte. Ein feiner, tief in P hinabreichender Haarriss.Somit fällt der Zahn der Extraktion anheim. Schwacher Trost, dass sich der im DVT erkennbare MB2 an genau der Stelle befand, an der ich ihn vermutet hatte.

Schöne Dokumentation! Konntest Du feststellen, welcher Zement wahrscheinlich verwendet wurde? Wenn es Harvard o.ä.ist, lässt sich ein Zirkonstift lösen nach meiner Erfahrung. Ein oder zwei Mal hatte ich aber Stifte, die wohl adhäsiv eingesetzt waren, da rührte sich auch nach 30 Minuten gar nichts…
Das war ein Komposit. Daher ist es wichtig zunächst den zylindrischen Teil freizulegen. Bei Panavia funktioniert es auch. Dauert nur leider länger. LGJ