Jung – VarioFocus Objektiv – im ersten Test – „Pimp your scope“

von Andreas Habash

Vor ca. 2 Wochen wurde mir angeboten kurzfristig eine Neuentwicklung aus dem Hause cjconsultation zu testen.
Ich konnte eine Woche mit dem neuen VarioFocus Objektiv arbeiten.
Das VarioFokus Objektiv hat einen variablen Arbeitsabstand von 215 – 285 mm.
Die ganze Zoomkonstruktion ist in einem, nicht einmal 3cm hohem, Gehäuse untergebracht.
Etwas skeptisch war ich natürlich schon, aber die Optik hat mit überzeugt.
Auch der beiliegende Spritzschutz ist sauber verarbeitet und passt perfekt.
Die Daten für das VarioFocus Objektiv werden von Herrn Jung wie folgt angegeben.
Gesamtvergrößerung: 2,75-26,5 fach / (Tubus f=170mm / Okulare = WF 12,5x)
In der Planung ist das VarioFokus für alle Dentalmikroskope und Operationsmikroskope der verschiedenen Hersteller.
Somit kann man herstellerunabhängig „aufrüsten“.
Vorgestern musste ich das VarioFokus Objektiv „leider“ an einen Händler weitersenden, der es für seinen Messestand im Rahmen des „2. Endodontie-Symposium Sachsen“ angefordert hatte.
Warum „leider“, ganz einfach, weil ich mich beim Test in den paar Tagen so an das neue Objektiv gewohnt hatte, dass ich seit der Rücksendung wiederholt in Leere gegriffen habe. Der Einstellknopf … war weg.
Mit dem Objektiv war es nämlich möglich in den Zahn weiter hineinzuzoomen.
Zusätzlich war es einfacher möglich für die Fotodokumentation den Schärfebereich perfekt einzustellen. Hier war die Leichtgängigkeit des Einstellknopfes eine große Hilfe.
Nach der Teststellung habe ich sofort bestellt – obwohl der Preis noch nicht feststeht.

Hier noch ein paar erklärende Bilder:

12 Gedanken zu „Jung – VarioFocus Objektiv – im ersten Test – „Pimp your scope“

  1. Hi Andi,

    endlich kommt Bewegung in den Markt….. Findest Du den Arbeitsbereich von 285mm ausreichend? Die Krux an solchen Vario´s ist die von den Herstellern unbedingt gewollte Allseitige Verwendung für die verschiedenen Disziplinen. von den Arbeitsabständen her liest es sich eher wie für den HNO-Einsatz gemacht ;-)
    Ich würde mir ja so ein Ding im Bereich von 250-350mm wünschen, Du nicht?

    Herzliche Grüsse
    Oscar

    • Hi Oscar,
      das VarioFocus Objektiv ist für HNO, IMHO, völlig uninteressant. Ich war zufällig am Mittwoch bei meinem HNO Arzt und habe mit Ihm auch das Thema Mikroskop besprochen – allein schon weil am Zeiss im Behandlungszimmer, für mich überraschend, ein Jung HDAdapter mit NEX 5 hing ;-).
      Mir erscheint nach den dort gewonnenen Informationen ein VarioFocus Objektiv für unsere „dentalen“ Anwendungen eher geeignet.
      Wie ich ja im Beitrag bereits geschrieben hatte war ich skeptisch wegen der geringen Bauhöhe der Optik. Dennoch überzeugte mich, als kritischen Fotograf (Canon L ;-) ) die optische Leistung.
      Ein Bereich, wie von Dir angegeben von 250-350 wäre schön, scheitert aber im Moment wohl an:
      – geringer Bauhöhe
      – aufwendigen optischen Bauteilen
      – Qualität der Linsenvergütung
      – Auftretenden Reflexen
      – und das Ganze noch zu einem annehmbaren Preis
      Vielleicht bringt, die von Dir gut geheißene „Bewegung auf dem Markt“ noch Veränderungen. Bisher gibt es wohl kaum Alternativen.
      Ich freue mich, wie Du, immer über Bewegungen auf einem Markt, der Meiner Meinung nach viele Jahre, besser zu lange, im Dämmerschlaf war.
      Herzliche Grüße
      Andreas

      • Hi Andi,

        und meine Infos von den HNO´lern lauten halt anders ;-)))) frag 4 Ärzte und bekomm 6 Meinungen ;-)

        Was den Rest der Einwände angeht, so kann ich auch hier nur sagen: wo ein Wille, da ein Gebüsch. Alle genannten Gründe sind lösbar und machbar, insofern eine Ersatz für: ich habe keinen Bock, lass mir meine Ruhe…. so what. Die werden schon genaustens wissen, was sie wie machen und für wen.

        Nun kommt die IDS, da wird es sicher noch mal spannend werden, was da kommt.

        Herzliche Grüsse
        O

        • Servus Oscar,

          das mit den HNO Ärzten ist schon richtig mit den vielen Meinungen.
          Wir sind uns aber wohl einig, dass ein HNO Mikroskop in der „HNO-Durchschnittspraxis“ einen deutlich einfacheren optischen Aufbau hat, und daher wohl jeder Behandler in diesem Bereich die Zusatzausstattung seines Mikroskopes anders bewertet.

          Für meine Anwendung und die Dokumentation fand ich das „Teil“ toll.
          Sicher muss das jeder auch selbst ausprobieren.

          Auf der einen Seite denke ich schon, dass z.B. der Wille bei Herrn Jung sehr stark ist, solche Neuerungen zu entwickeln, auf der anderen Seite ist für eine kleine Firma, die cjconsultation nun mal ist, nicht alles so einfach umsetzbar.
          Zumindest habe ich bisher aus dieser Firma noch nie gehört – „dass es nicht geht.“
          Immerhin geht es ja vorwärts.

          Es ist doch auch schön, dass das VarioFokus Objektiv herstellerunabhängig nachgerüstet werden kann.

          Ob andere Firmen Neuerungen zur IDS bringen wird man sehen. Ich denke auch es wird spannend. Sicher werden die Lösungen dann aber nur für die eigenen Produkte einer Herstellerfirma passen.

          Sicher wird es aber vor der IDS keine Infos dazu geben … oder was meinst Du?

          Grüße
          A

  2. Wenn ich mich recht entsinne, gab es von Zeiss für Neurochirurgen Mikroskope, die über Motorgetriebene Zoomobjektive verfügten und mir damals sehr komfortabel erschienen, obwohl ich nicht direkt an den möglichen Einsatz in der Endodontie dachte… Damals heisst: das war schon 2003… Was es gekostet hat, weiß ich aber leider nicht.

    VG,

    KT

  3. Hallo HaWi, Oscar, Andy
    ich habe das Varioskop auf den 2. Endodontie-Symposium ausprobieren können. – Alao danke für’s zeitige zurücksenden! :-)
    Ich fand das Teil schon beeindruckend gerade im Zusammenhang mit dem zusätzlichen Vergrösserungswechsler.
    Zeiss soll für den doppelten Preis ein Varioskop mit nochmals erhöhtem
    Focusbereich erhöhtem heraus bringen…
    Da ist die Marktbewegung…
    Ich freu mich drauf und finde gut, dass hier hier auf Wurzelspitze der Austausch „offen“ möglich ist.
    Danke HaWi!
    Stephan

    • Hallo Stephan,

      die Bewegung im Markt wird durch Wettbewerb erzeugt. Offensichtlich ist es so, dass ausreichend Rentabilität in diesem Bereich zu erzielen ist, sonst wären nicht so viele Neue am Start. Und: weder der Mehrfachwechsler noch das Vario sind Innovationen, sondern nur Kopien vom Existierenden.

      Vorsicht! Das ist keine Wertung! Es mag sein (das ist so ;-)) ) dass die Zeiss-Teile teurer sind weil die Zeissler grundsätzlich andere Ansprüche an Qualität etc. stellen. Die Frage ist, „sieht“ man den Unterschied beim Arbeiten? Das kann nur ein direkter Vergleich zeigen. Messtechnik ist eine Sache, das subjektive Empfinden eine andere ;-)

      Vielleicht kannst Du mir verraten, worin Du die Indikation für den Merhfachwechsler siehst. Ha-Wi hat wohl bisher keine Zeit gefunden, auf meine Frage dahingehend zu antworten.

      Herzliche Grüsse
      Oscar

      • Vielleicht kannst Du mir verraten, worin Du die Indikation für den Merhfachwechsler siehst. Ha-Wi hat wohl bisher keine Zeit gefunden, auf meine Frage dahingehend zu antworten.

        Doch, hatte ich:

        Wofür braucht man die größere Vergrößerung ? Für Fragmententfernung zum Beispiel. Und es gibt dann ja noch eine Verkleinerung, die in der restaurativen Zahnmedizin sinnvoll sein kann.

        • Aaah, klassisch überlesen. Sorry.
          Mir brachte der Mehrfachwechsler keinen Vorteil darin, deswegen habe ich ihn entfernt und vermisse ihn auch nicht. Die Nachteile waren zu gross, und um eine umfassende Bewertung vorzunehmen sind unsere Workflows stets zu individuell. Ob mir das das Geld wert wäre? Wahrscheinlich nicht.

          Herzliche Grüsse
          Oscar

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