Von Bonald Decker
Unterkiefer-Molaren mit Radix entomolaris haben wir in den letzten Jahren bereits einige behandelt. Sowohl Primär (II)– wie auch Revisionsbehandlungen solcher Zähne zählten dazu. Den mit Abstand schwierigsten Fall konnten wir gestern Abend abschliessen. Die Revision an einem Zahn 46.

– Die Überwindung von Verblockungen und Stufen (mittels Hand- und Nickel-Titan-Instrumenten)
– Das Management z.T massiver Wurzelkanalkrümmungen (insbesondere disto-bukkal und lingual )
– Das Handling der Arbeitslängen von 24-25,5 mm
In zwei Terminen mit insgesamt circa vier Stunden Behandlungszeit (sowie zahllosen Instrumenten) haben wir das nachfolgende Ergebnis erzielt.
Zum Einsatz kamen Profile-, MTwo- und TF-Instrumente. Üblicherweise streben wir grössere apikale Aufbereitungsdurchmesser an, als in diesem Fall zu sehen sind. Die Anatomie erlaubte in meinen Händen jedoch nur eine Präparation bis 20.06 bzw. 25.06…
Daher kam als Wurzelkanalfülltechnik die „System A“-Obturation zur Anwendung.
Hier ein interessanter Link mit einer Fotoabfolge zu dieser Technik, die ich persönlich erstmals von Dr. Jerry Avillion gehört habe.
Hut ab! Wie hat es Bonald geschafft, Spülflüssigkeit nach apikal zu transportieren?
Herzliche Grüsse
Oscar
Es tut mir leid, aber diese Mär, Spülflüssigkeit gelänge nur nach apikal, wenn die Kanüle bis nach apikal geschoben wird, halte ich persönlich für eine „Urban Legend“.
Jeder der schon einmal mit durchsichtigen Kunststoffblöcken gearbeitet hat, kann das Gegenteil beobachten. Und auch oft genug jaulen Patienten kurz auf, wenn gespült wird, ohne dass die Kanüle unten ist. Grund: NaOCl penetriert wohl das apikale Foramen. Die Effektivität der Spülung wird durch den hohen Druck direkt am Kanülenaustrittspunkt besser sein – dass der Apex gänzlich trocken bleibt ist aber falsch.
Aber (mal wieder) ein sehr schöner Fall!
Hallo Her Koswig,
ich könnte mir vorstellen, dass es Herrn Decker nicht nur um die Penetrationsiefe der Spüllösung geht, sondern z.B. auch um die „natürlich“ vorhandene Foramengrösse und den damit verbundenen „Konsequenzen“..
anbei ein interessanter Link zu morphologischen Untersuchungen (u.a) bei UK Molaren:
http://www.endoexperience.com/documents/briseno.pdf
Bei einem Zahn mit apikaler Parodontitis könnte Herr Decker daher einen grösseren Aufbereitungsdurchmesser anstreben…
Sehr interessante Diskussion die Herren!
Das Überpressen der Spüllösung und damit verbundener postoperativer Beschwerden kann einfach durch ein Unterdruckspülsystem verhindert werden.
Allerdings bedingt das eine appikale Aufbereitung von mindestens ISO 35.
Dann können sie die Endspülung sogar sorgenfrei Ihrer Assistenz überlassen.
Wovon rede ich hier wohl?;-)
It doesn’t matter if you are a student or a professional..