Zweckentfremdete Heizgeräte (2)

von Harald Vögele

Bezugnehmend auf den Blogbeirtrag von Stefan Verch zum Thema zweckentfremdeter Brutofen möchte ich folgende Ergänzung machen.

Es gibt nämlich

1. einen guten Grund, den von Stefan erwähnten Ofen in der abgebildeten Art nicht zu benutzen. Er erwärmt das Komposit in Drehspritzen. Nach drei bis viermaligem Erwärmen verändert sich die Morphologie des Komposits und es verliert teilweise seine Eigenschaften. Es wird porös, schlechter polierbar, spaltet sich in seine Phasen wieder auf, usw. (Ich zitiere dabei die Erfahrungen von Prof. Ernst aus Mainz, der ebenfalls empfiehlt, manche Komposite zur leichteren Verarbeitung vorzuwärmen, aber nicht in der Drehspritze, sondern nur in Compules, die nach ein- bis zweimaligem Einsatz aufgebraucht sind.)

2. eine billigere Alternative zu diesem Ofen, nämlich einen USB-Tassenwärmer, z.B. von Pearl.de, für derzeit sagenhafte 4,95EUR, der an den USB-Anschluß des Computers im Behandlungsraum angeschlossen wird, auf ca. 55°C hochheizt und so das auf die Heizplatte gelegte Composite innerhalb kürzester Zeit erwärmt. Ich mache das seit einigen Monaten, da ich begeisterter Venus-Anwender bin. Ein Komposit, das nach Erwärmung sich optimal modellieren lässt, sonst aber eher hart und schwer adaptierbar ist.

4 Gedanken zu „Zweckentfremdete Heizgeräte (2)

  1. Hallo Harry,
    fahr doch mal den Wagen vor, bevor Du mir den Morgen verdirbst:-)
    Also: nach 3-4 Wochen habe ich jetzt zunehmend die Erfahrung gemacht, daß die Schmelzmassen tatsächlich statt weicher wieder fester werden. Sie bleiben modellierbar, Porosität ist nicht das Problem und polieren lassen sie sich auch – aber sie werden fester, also offenbar ein Zeichen der Veränderung. Nun, man kann anführen, daß Micerium ja ihren Ofen propagiert, nicht gerade mit dem Ziel, das eigene Komposit kaputt zu heizen:-) Aber meine Beobachtungen werden mich veranlassen, DEINEN Ofen zu bestellen. Allerdings werde ich dann doch noch beim Spritzensystem bleiben und Portionen auf eine Zettel auf den Spiegel legen und ´n Deckel drüber. Ob das insgesamt billiger ist, als irgendwann auf Karpule umzustellen, sei dahingestellt. Aber einen Vorteil hätte die methode: man entnimmt nur genau die Menge, die man danach verbraucht und wegwirft; die Karpule würde u.U. doch mehr als 1-2 x aufgeheizt werden, weil noch nicht vollständig verbraucht.
    Herzliche Grüße Stefan

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