
Am letzten Wochenende fand in Leipzig das 1. Leipziger Symposium für Zahnerhaltung statt. Im Zentrum des Symposiums stand die moderne Zahnerhaltung mit Seitenblicken auf minimalinvasive Kariestherapie, adhäsive restaurative Zahnheilkunde und moderne Endodontie.
Mit 2 Praxiskursen am Freitag und Vorträgen am Samstag von Priv.-Doz. Dr. med. dent. Jana Schmidt, Universitätsklinikum Leipzig, Priv.-Doz. Dr. med. dent. Marie-Theres Kühne, Universitätsklinikum Dresden, Dr. Stephan Gäbler, Zahnärztliche Praxis für Endodontie und Oralchirurgie, Dresden, Dr. Hans-Willi Herrmann, Praxis für Wurzelkanalbehandlung, Spezialist Endodontologie DGET, Bad Kreuznach, Dr. Christoph Kaaden, Praxis für Endodontologie und dentale Traumatologie, Spezialist Endodontologie DGET, München und Nils Widera, Praxis für Zahnerhaltung und Endodontologie, Tätigkeitsschwerpunkt Endodontologie LZKS, Leipzig wurde ein umfangreiches Fortbildungsangebot dargeboten. Mit rund 120 teilnehmenden Zahnärztinnen und Zahnärzten war die Veranstaltung sehr gut besucht. Besonders erfreulich war der hohe Anteil junger Kolleginnen und Kollegen.
Was war für mich besonders interessant ?
Gleich der erste Vortrag und damit die Hinwendung zur sog. „selektiven“ Kariesentfernung.
Eigentlich ein ganz alter Hut, was die Referentin Jana Schmidt schon gleich zu Beginn ihres Vortrages unter Hinweis auf die 2 Zahnmedizin-Titanen Miller und Black erwähnte.
Schon vor mehr als 130 Jahren gab es die akademische Diskussion, ob und wann eine Karies vollständig entfernt werden soll bzw. wann von dieser Regel abgewichen werden darf.
Und auch ich lernte im Rahmen meines Studiums, nun schon 40 Jahre her, dass in Ausnahmefällen es zulässig sei, in pulpanahen Bereichen ein wenig Karies zu belassen, um zu einem späteren Zeitpunkt, in Hoffnung auf eine Tertiärdentinbildung in der Zwischenzeit, nach Entfernung der Deckfüllung dann die vollständige Kariesentfernung vorzunehmen.
Dieser Vorgehensweise trug auch die Nomenklatur Rechnung: Man sprach von Kariesentfernung und von unvollständiger Kariesentfernung.
Was also ist neu????
An der Technik nicht viel.
Aber an der Terminologie.
Und darüber wurde leider nicht gesprochen: Über die begriffliche Verschiebung von „vollständiger“ bzw. „unvollständiger Kariesentfernung“ hin zu „nicht-selektiver“ und „selektiver Kariesentfernung.
Sie spiegelt einen Paradigmenwechsel in der Kariestherapie wider – und plötzlich ist das ehemals Gute schlecht und das früher Schlechte gut.
Selektiv klingt doch viel besser als unvollständig, oder ?
Und mit „nicht selektiv“ klingt irgendwie das nun schlecht, was früher mit „vollständig“ positiv beschrieben wurde.
Die neue Terminologie ist nicht wertneutral:
„Selektiv“ suggeriert Präzision und wissenschaftliche Fundierung
„Nicht-selektiv“ wirkt unspezifisch und potenziell veraltet.
Die Vorteile der selektiven Kariesentfernung?
Die selektive Technik reduziert Risiko einer iatrogenen Pulpaeröffnung. Dies ist besonders relevant bei tiefen Läsionen mit vitaler, symptomarmer oder symptomloser Pulpa. Man belässt kariöse Restdentinanteile, begräbt und versiegelt diese unter dichten Restaurationen. Die zurückgelassenen Keime werden inaktiv, da die bakterielle Aktivität durch Nährstoffentzug sinkt. Ein Reentry wie früher ist nicht mehr notwendig, die einmal eingegliederte Füllung muss nicht wieder entfernt werden.
Soweit so einleuchtend und gut die Theorie.
Was gibt es an Nachteilen und Limitationen?
Zunächst – der Erfolg der Maßnahme steht und fällt mit der korrekten Indikationsstellung – die selektive Kariesentfernung ist nicht universell anwendbar. Sie setzt eine korrekte pulpadignostische Einschätzung voraus (vitaler Zahn, keine irreversible Pulpitis). Und der mittel- und längerfristige Erfolg hängt entscheidend von der Qualität der adhäsiven Versiegelung ab. Mikroleakage führt zum Therapieversagen.
Was noch ?
Die Unterscheidung zwischen infiziertem und nicht infiziertem Dentin ist klinisch schwierig und stark behandlerabhängig. Ausserdem ist nicht umfassend geklärt, wann und wieviel kariöses Dentin verbleiben darf. Und Langzeitergebnisse gibt es nicht, die Studienergebnisse betrachten nur kurz- bis mittelfristige Zeitabstände.
Das mit Abstand grösste Problem sehe ich aber in einem Punkt, der leider nicht oder nur marginal im Vortrag Berücksichtigung fand. Den Risiken bei fehlerhafter Anwendung in der Praxis.
Und hier lehne ich mich insofern weit aus dem Fenster, das ich auf einen Konjunktiv verzichte und nicht sage „die positive Beleumundung der „selektiven“ Kariesentfernung könnte zu einem unkritischen Einsatz, nein, sie wird zweifellos in einer nicht unerheblichem Zahl zu einer unkritischen Durchführung der Maßnahme führen: Wenn zu viel infiziertes Dentin belassen wird (z. B. aus Zeitdruck, aus Bequemlichkeit oder Fehleinschätzung), kann die Läsion weiter sich ausbreiten. Unsichtbar von aussen, unbemerkt vom Patienten, bis es zu spät ist.
Vor allem ist eine adäquate adhäsive Fülllungstherapie zwingend notwendig – unzureichende Randdichtigkeiten kombiniert mit Restkaries erhöhen das Risiko für frühzeitiges Versagen erheblich. Auch eine falsch eingeschätzte Pulpa (z. B. bereits irreversibel entzündet oder ein devitaler Zahn kann unter Umständen erst Monate später Beschwerden verursachen und komplexere und invasivere Folgebehandlungen (Endodontie, Extraktion) nach sich ziehen.
Im Übrigen – falls unter Hinweis auf das vermeintlich Neue, Zahnsubstanzschonende initial „minimalinvasiv“ behandelt wurde, aber später umfangreiche Therapie nötig ist, kann dies die Arzt-Patienten-Beziehung belasten. Und eine fehlgeschlagene selektive Kariesentfernung führt zu höheren Gesamtkosten durch Reinterventionen.
In wenigen Sätzen zusammengefasst:
Im besten Fall kann die selektive Kariesentfernung eine hilfreiche Strategie ein.
Wenn sie mit Bedacht, korrekt indiziert und technisch einwandfrei durchgeführt wird.
Als scheinbare Abkürzung im Hinblick auf ein schnelles Behandlungsende tut der Behandler weder dem Patienten, noch der Zahnmedizin einen Gefallen.
Zitat Goethe , der mit Hegelscher Dialektik sehr vertraut, statt seinem Mephisto nun einen Faust sagen lässt (siehe Foto vor Auerbachs Keller): „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die das Gute will und das Böse schafft.“
Ich unterschreibe alles von Dir Gesagte, Du hattest das mit Thomas ja in Eurem Podcast beleuchtet. Es gibt Einiges an Literatur dazu, verfasst von Leuten, bei denen ich mir nicht sicher bin, wieviele Zähne sie selbst auf diese Weise behandelt haben. Ich lehne mich jetzt, mit über 37 Jahren Berufserfahrung und vielen Tausend excavierten Zähnen, auch aus dem Fenster und sage:
Eine vollständige Excavation wird in den Händen der allermeisten Behandler das bessere, vorhersagbarere Ergebnis bringen. Die angebliche, neuerdings zu bevorzugende Alternative ist alter Wein in neuen Schläuchen. Till Damaschke hat sehr gute Publikationen dazu verfasst.
LG Bernard
Ich habe gerade beschrieben, wie ich in meine Literaturverwaltung (Zotero) KI eingebunden habe ([Zotero und KI-Plugins: State of the Art April 2026](https://www.logies.de/zotero-ki-plugins-2026.html)). Also habe ich meine eigenen Fundstellen zu der Frage von Beaver/KIMI 2.5 zusammenfassen lassen, s. u., weil mir im obigen Text nicht gefiel, daß „Versiegelung der Karies“ ein entscheidender Faktor wäre. Denn „Versiegelung der Karies“ bedeutet hier eine dentinadhäsive Kompositfüllung. Dem steht entgegen, daß die Amalgamfüllung, s. u., zu weniger pulpalen Komplikatonen in der Cp-Therapie führt als die Kompositfüllung.
Tatsächlich steht die Versiegelungsthese in aktuellen Leitlinien. Allerdings ist dann noch die Frage, ob sie auf zahnärztliche Praxen übertragen werde können. Ich habe versucht, den Widerspruch zwischen obigem Text/Leitlinie und meiner Bibliothek mittels Gemini aufzulösen, https://gemini.google.com/share/ad13f0552ee7. Gemini schreibt:
**Qualitative Bewertung der Quellenlage**
– **Belegdichte:** **Fundiert.** Die epidemiologischen Daten aus dem Praxisalltag (Whitworth, Kwang) sowie die Cochrane-Übersicht (Rasines Alcaraz) liefern eine belastbare Datenbasis für die Überlegenheit von Amalgam bei tiefen Läsionen unter Realbedingungen. Die Evidenz für Komposit ist qualitativ schwächer (Dawson).
– **Konsens:** Es besteht ein **Widerspruch** zwischen kontrollierten klinischen Studien (die oft keinen Unterschied finden) und praxisbasierten retrospektiven Daten. Die genannten Quellen deuten darauf hin, dass die Techniksensitivität von Komposit in der allgemeinen Praxis (General Practice) bei tiefen Kavitäten zu einer schlechteren Pulpaprognose führt als Amalgam.
– **Widersprüche:** Während die moderne Lehrmeinung den „bakteriendichten Verschluss“ als primäres Erfolgskriterium unabhängig vom Material definiert, zeigen die Daten von Kwang und Whitworth, dass dieser Verschluss bei Komposit in der Breite der Versorgung seltener oder weniger dauerhaft erreicht wird als bei Amalgam.
M.L.: Wie unten die Daten zeigen, steigt mit dem Eröffnen der Pulpa das Risiko auf endodontische Komplikationen enorm, so daß auch ich im Alltag die selektive Kariesentfernung praktiziere, allerdings nur bei klinisch symptomlosen oder allenfalls leicht auffälligen Zähnen. Vor dem Amalgamverbot (1.1.25) habe ich bei tiefen Kavitäten, aufgrund der unten genannten Literatur, Amalgam vorgezogen. Ob ich über die nächsten Jahre mit meinen jetzt fast ausschließlichen Kompositfüllungen schlechtere Erfahrungen machen werde, bleibt abzuwarten. Insgesamt sind die Komplikationen nach Cp-Therapie so selten, daß sie sich vom Zahnarzt in der Praxis kaum „gefühlt“ bezüglich eventueller Ursachen werden einordnen lassen.
Michael Logies, Wallenhorst
Beaver/KIMI 2.5: Auf Grundlage der in deiner Bibliothek vorhandenen Arbeiten hier die überarbeitete Analyse zu **pulpalen Komplikationen an vitalen Zähnen** unter Amalgam- und Composite-Restaurationen mit korrekter Verwendung des Begriffs „Liner“ (Unterfüllung/Unterfütterung):
**Pulpalale Komplikationen bei vitalen Zähnen: Amalgam vs. Composite:**
Die vorliegende Literatur zeigt ein differenziertes Bild bezüglich der Häufigkeit pulpaler Komplikationen unter beiden Füllmaterialien an vitalen Zähnen.
**Whitworth et al. (2005)** untersuchten in einer prospektiven Kohortenstudie mit 602 Zähnen in sechs Allgemeinpraxen das Risiko für Pulpaversagen (pulp breakdown) innerhalb von 36 Monaten nach der Restauration. Dabei verglichen sie zwei Ansätze zur Pulpa- und Dentinprotektion: das traditionelle Calciumhydroxid-Lining gegenüber dem Konditionieren und Versiegeln (conditioning-and-sealing) mit einem schmelzfreisetzenden Bondingsystem. Die Wahl des Bulk-Materials (Composite oder Amalgam) lag im Ermessen des Zahnarztes. Interessanterweise zeigte sich, dass weder die Art der Kavitätenbehandlung (Lining vs. Conditioning-and-sealing) noch die Verwendung von Kofferdam-Isolation einen Einfluss auf das Pulpaversagen hatten. Pulpaversagen trat signifikant häufiger bei Composite-Restaurationen auf als bei Amalgam-Restaurationen (Odds Ratio 2,13; P = 0,001). In tiefen Kavitäten mit Pulpaexposition war dieser Effekt noch ausgeprägter: Hier zeigte sich eine OR von 3,92 für Composite im Vergleich zu Amalgam (P = 0,017) (Whitworth et al. 2005, 4).
Die systematische Übersicht von **Dawson et al. (2015)** evaluierte spezifisch endodontische Komplikationen bei Zähnen mit vitalen Pulpen, die mit Composite-Harzen restauriert wurden. Die Autoren berichten, dass Liner oder die Kombination aus Glasionomer und Composite-Material den pulpalen Response beeinflussen können. In sechs der eingeschlossenen Studien traten pulpaale Komplikationen mit anschließendem Bedarf für endodontische Behandlung in 2–12% der Zähne auf. Dabei zeigten drei Studien mehr pulpaale Komplikationen bei Composite-Restaurationen, während eine Studie mehr Komplikationen bei Amalgam feststellte; die Unterschiede waren jedoch minimal. Vier der zehn eingeschlossenen Studien berichteten überhaupt keine pulpalen Komplikationen oder apikalen Destruktionen. Die Autoren betonen, dass die Evidenzqualität in allen Studien als niedrig eingestuft wurde und daher keine definitiven Schlussfolgerungen gezogen werden können (Dawson et al. 2015, 5–6).
Eine retrospektive Analyse von **Kwang et al. (2014)** untersuchte den Zeitverzug zwischen Restauration und endodontischer Intervention. Composite-Restaurationen führten 1,91-mal häufiger als Amalgam-Restaurationen zu einer nachfolgenden endodontischen Behandlung. Die mittlere Zeit zwischen Restauration und Intervention betrug 270 Tage (durchschnittlich 9 Monate), wobei 75% der Patienten innerhalb von 12 Monaten und 42% innerhalb von 12 Wochen nach der Restauration eine endodontische Behandlung erhielten (Kwang et al. 2014, 3).
Der **Cochrane Review von Rasines Alcaraz et al. (2014)** schließt sieben randomisierte klinische Studien mit 3.265 Composite- und 1.935 Amalgam-Füllungen ein. Zwar lag der Fokus auf Restaurationsversagen, jedoch zeigte sich, dass Composite-Restaurationen ein signifikant höheres Risiko für Versagen hatten als Amalgam (RR 1,89; 95%-KI 1,52–2,35) und ein erhöhtes Risiko für sekundäre Karies (RR 2,14; 95%-KI 1,67–2,74). Die Autoren weisen auf die niedrige Evidenzqualität und das hohe Verzerrungsrisiko hin, da die Blinding der Prüfer aufgrund der unterschiedlichen Farben nicht möglich war (Rasines Alcaraz et al. 2014, 4,6).
**Liner (Unterfüllung/Unterfütterung) und ihr Einfluss:**
**Whitworth et al. (2005)** untersuchten explizit den Einfluss der Unterfütterungsmethode auf das Risiko pulpaler Komplikationen. Sie verglichen dabei Calciumhydroxid-Liner mit dem Conditioning-and-sealing-Ansatz (Konditionierung und Versiegelung mit einem Bondingsystem). Überraschenderweise zeigte sich kein Unterschied im Schutz der Pulpa zwischen diesen beiden Methoden. Weder das Lining mit Calciumhydroxid noch das Conditioning-and-sealing mit Klebeharzen zeigten einen signifikanten Einfluss auf das Auftreten von Pulpaversagen. Die Studie schlussfolgert, dass beide Methoden den Pulpaschutz bei vitalen Zähnen gleichermaßen gewährleisten können – zumindest über einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten (Whitworth et al. 2005, 4).
**Dawson et al. (2015)** erwähnen in ihrer systematischen Übersicht, dass die Verwendung von Dental-Linern oder die Kombination aus Glasionomer-Zement und Composite-Material den pulpalen Response beeinflussen können. Die Art des Bonding-Materials und die Ätzung der Kavität könnten ebenfalls den Zustand der Pulpa beeinflussen. Allerdings werden keine spezifischen Zahlen zur Wirksamkeit verschiedener Liner-Materialien im Vergleich genannt (Dawson et al. 2015, 6).
**Risikofaktoren für pulpale Komplikationen:**
Die wichtigsten identifizierten Risikofaktoren für pulpaale Komplikationen an vitalen Zähnen sind:
**Kavitätentiefe und Pulpaexposition**: Nach Whitworth et al. (2005) war die Kavitätentiefe der dominierende Risikofaktor. Tiefe oder pulpalexponierte Kavitäten zeigten eine Odds Ratio von 7,8 für Pulpaversagen (P < 0,001). Eine direkte Pulpaexposition erwies sich als Schlüsseldeterminante für ungünstige Outcomes mit einer OR von 28,4 (P < 0,0001). In Kavitäten mit Pulpaexposition waren Composite-Restaurationen signifikant häufiger mit pulpalem Versagen assoziiert als Amalgam (Whitworth et al. 2005, 4).
**Polymerisationsschrumpfung**: Dawson et al. (2015) diskutierten als mechanistische Erklärung für pulpaale Komplikationen bei Composite, dass diese Materialien während der Polymerisation um 2–5% volumetrisch schrumpfen. Dies kann zu Hohlräumen zwischen Restauration und Kavitätenwand führen, die Bakterien oder deren Toxine in das Dentin und zur Pulpa eindringen lassen (Dawson et al. 2015, 2).
**Anzahl der restaurierten Flächen**: Kwang et al. (2014) fanden, dass Zähne mit zwei oder mehr restaurierten Flächen signifikant häufiger eine endodontische Intervention erforderten (Kwang et al. 2014, 4).
**Zeitrahmen für das Auftreten pulpaler Komplikationen:**
Nach Whitworth et al. (2005) traten die 16 Fälle pulpalen Versagens wie folgt auf: vier Fälle innerhalb von 6 Monaten, vier zwischen 7 und 12 Monaten und drei zwischen 13 und 24 Monaten nach der Restauration. Fünf weitere Fälle wurden bei routinemäßigen Nachuntersuchungen (6 und 12 Monate) entdeckt (Whitworth et al. 2005, 4).
Dawson et al. (2015) beobachteten, dass die meisten endodontischen Komplikationen in Studien mit Beobachtungszeiten über 5 Jahren auftraten, während Studien mit weniger als 200 Restaurationen und Beobachtungszeiten unter 3 Jahren seltener Komplikationen berichteten. Dies deutet darauf hin, dass negative pulpaale Effekte möglicherweise erst lang nach der Restauration manifest werden (Dawson et al. 2015, 6).
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**Literaturverzeichnis**
Dawson, V. S., Amjad, S., & Fransson, H. (2015). Endodontic complications in teeth with vital pulps restored with composite resins: a systematic review. *International Endodontic Journal, 48*(7), 627–638. https://doi.org/10.1111/iej.12364
Kwang, S., Aminoshariae, A., Harding, J., Montagnese, T. A., & Mickel, A. (2014). The Critical Time-lapse between Various Restoration Placements and Subsequent Endodontic Intervention. *Journal of Endodontics, 40*(12), 1922–1926. https://doi.org/10.1016/j.joen.2014.08.005
Rasines Alcaraz, M. G., Veitz-Keenan, A., Sahrmann, P., Schmidlin, P. R., Davis, D., & Iheozor-Ejiofor, Z. (2014). Direct composite resin fillings versus amalgam fillings for permanent or adult posterior teeth. *The Cochrane Database of Systematic Reviews, 3*, CD005620. https://doi.org/10.1002/14651858.CD005620.pub2
Whitworth, J. M., Myers, P. M., Smith, J., Walls, A. W. G., & McCabe, J. F. (2005). Endodontic complications after plastic restorations in general practice. *International Endodontic Journal, 38*(6), 409–416. https://doi.org/10.1111/j.1365-2591.2005.00962.x