3D – Drucker zur Praxisorganisation – Ein Erfahrungsbericht 6 Jahre später (II)

Als ich meinen Bambu Lab X1 Carbon kaufte, gab es nur dieses Modell. Mittlerweile ist die Produktpalette auf 6 Modelle (eigentlich sogar 7 , wenn man den neuen H2D Drucker einmal in der Laser-Kombi- Variante und einmal als Solodrucker aufzählt) angewachsen. Die Preise reichen von gerade mal 199 Euro bis hin zu Summen von 2500+ Euro.

Wie unterscheiden sich die Drucker voneinander ?

Hier ein tabellarischer Überblick, die technischen Daten betreffend, Chat GPT sei Dank.

A pro pos Chat GPT – ich habe der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ folgende Fragestellung zur Aufgabe gemacht: „Du bist Zahnarzt und setzt 3D-Drucker als Werkzeug zur Erstellung von Hilfsmitteln zur Praxisorganisation ein. Du hast mit Anycubic-Druckern angefangen, nutzt jetzt aber wegen ihrer Vorzüge die Drucker von Bambulab. Bitte stelle die Modelle von Bambulab mit ihren Vorzügen und Nachteilen gegenüber. Schreibe einen Erfahrungsbericht von ca. 3000 Wörtern.“

Was wurde geantwortet ? Hier die relevanten Abschnitte:

  1. Bambu Lab X1 Carbon – Das Flaggschiff
    Vorteile:
    Extrem schnell und zuverlässig: Bis zu 500 mm/s Druckgeschwindigkeit im Standardmodus.

Automatische Kalibrierung: Active Vibration Compensation, automatischer Flow-Test, Kalibrierung der Druckplatte.

Multi-Material-Station (AMS) im Lieferumfang: Einfacher Zugriff auf bis zu vier (oder durch Erweiterung bis zu 16) Materialien.

LiDAR-Sensor: Zur hochpräzisen Schichtüberwachung und ersten Layer-Kontrolle.

Vollständig geschlossen: Optimal für temperaturempfindliche Materialien wie ABS oder PETG-CF.

Kameraüberwachung: Ermöglicht Remote-Monitoring über App.

Nachteile:
Preis: Relativ hoch, aber gerechtfertigt durch die gebotene Leistung.

Lautstärke: Trotz Einhausung im Vergleich zu sehr leisen Druckern hörbar.

Komplexität: Durch die Vielzahl an Automatisierungen etwas „overengineered“ für einfache Aufgaben.

Praxisrelevanz:
Für umfangreiche Druckaufträge (z.B. ganze Schubladenorganizer, Steri-Einlagen, individuelle Boxen) ist der X1 Carbon unschlagbar. Die Multi-Material-Funktion ermöglicht zudem die Produktion farbcodierter Hilfsmittel (z.B. Ampelsysteme oder Farbsortierung bei Bohrerschienen).

  1. Bambu Lab P1S – Der Preis-Leistungs-Sieger
    Vorteile:
    Geschlossener Bauraum: Ähnlich wie beim X1 Carbon – ideal für technische Materialien.

Sehr schnell: Druckt fast gleich schnell wie der X1 Carbon.

AMS-kompatibel: Multi-Material-Druck durch Nachrüstung.

Automatische Kalibrierung: Fast identisch zum X1 Carbon, allerdings ohne LiDAR.

Kameraüberwachung: Optional nachrüstbar.

Nachteile:
Keine LiDAR-Überwachung: Erster Layer muss gelegentlich manuell geprüft werden.

Keine AMS im Standard-Paket: Muss separat erworben werden.

Praxisrelevanz:
Für die meisten zahnärztlichen Organisationstools ist der P1S absolut ausreichend. Besonders wenn man auf den LiDAR-Sensor verzichten kann, erhält man hier nahezu dieselbe Performance wie beim X1 Carbon – zu einem deutlich geringeren Preis.

  1. Bambu Lab P1P – Der Preisbrecher
    Vorteile:
    Offener Bauraum: Für PLA und PETG problemlos geeignet.

Sehr schnell: Identische Geschwindigkeit zum P1S und X1 Carbon.

Günstigster Einstieg: Für Einsteiger oder als Zweitgerät optimal.

AMS-kompatibel: Multi-Material-Nutzung bei Bedarf nachrüstbar.

Modular erweiterbar: Gehäuse, Kamera und Lüfter optional.

Nachteile:
Offen: Weniger geeignet für anspruchsvolle Materialien wie ABS.

Kein Gehäuse, keine Kamera, kein Filtersystem: Muss bei Bedarf selbst nachgerüstet werden.

Keine LiDAR-Überwachung.

Praxisrelevanz:
Der P1P ist ideal für PLA-Organisationshilfsmittel: Beschriftungsschilder, Schubladenaufteilungen, Bohrerschienen. Bei einfachen Druckanforderungen (z.B. Trays oder kleine Halter) ist er durch seine Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit ein Arbeitstier. Durch seine Erweiterbarkeit kann er mit der Zeit wachsen.

  1. Bambu Lab A1 und A1 Mini – Der Kompakte
    Vorteile:
    Sehr kompakt: Perfekt für kleinere Praxen oder den Schreibtisch.

Automatische Kalibrierung: Komfortabler Start für Einsteiger.

AMS lite verfügbar: Ermöglicht einfachen Multi-Material-Druck.

Leiser Betrieb: Besonders angenehm im Praxisumfeld.

Günstig: Niedrigste Einstiegskosten bei guter Qualität.

Nachteile:
Kleiner Bauraum: Für größere Hilfsmittel ungeeignet.

Weniger robust für den Dauereinsatz: Komponenten weniger industriell als bei den größeren Brüdern.

AMS lite weniger zuverlässig als das große AMS.

Praxisrelevanz:
Für Kleinteile wie Schilder, kleine Halter, Clips und Adapter ist der A1 Mini perfekt. Ich nutze ihn in der Praxis z.B. für schnelle Ersatzteile oder einfache Farbcodierungen. Der A1 eignet sich auch gut als Zweit- oder Drittdrucker, wenn die großen Maschinen belegt sind.

Soweit die Antwort aus der schönen neuen Welt.
Die meine Einschätzung bestätigt.
Nicht was die Drucker angeht, sondern die KI betreffend.

Die da lautet: Auf den ersten Blick scheinbar kompetent zusammengefasste, in gefälliger Semantik formulierte Informationen, die möglicherweise darüber hinwegtäuschen dass die wirklich relevanten Details, die den Unterschied ausmachen, gar nicht vorhanden sind.

Wenn ich also meinen Senf zur Sache dazugeben darf: Der Bambu Lab X1 Carbon ist ein Weltklassedrucker. Ein Traumdrucker. Sein Geld mehr als wert. Mit so vielen positiven Eigenschaften, dass es für mich keinen Sinn macht, ein paar hundert Euro einsparen zu wollen und auf die günstigeren Drucker auszuweichen.

Der P1S würde Sinn machen.
Für diejenigen, die eine Druckfarm betreiben und ein Druckteil viele viele Male reproduzieren wollen. Dafür braucht man keinen Carbon X1 mit seiner Bauraumkamera und seinem LIdar Scanner. Und auch das einfache Display tut es hier. In der Zahnarztpraxis aber wird man den Drucker zur Prototypenherstellung und Einzelstückfertigung einsetzen. Und da sind all seine Features nicht Luxus, sondern willkommene Nützlichkeiten.

Wer hingegen in den Themenkomplex einsteigt, Newcomer ist, sich erst langsam an die Materie 3 D – Druck herantasten möchte, dem sei der Bambulab A1 empfohlen. Für einen Preis von immer mal wieder weniger als 300 Euro ebenfalls eine fette Empfehlung. Das man mit diesem nur PLA druckt und kein ABS (für das man wegen der höheren Drucktemperaturen und notwendiger Temperaturkonstanz beim Druck eine Einhausung benötigt) kann man zu Beginn seiner 3D- Druck Erfahrung akzeptieren. Dennoch – Auch für den Einsteiger lohnt sich der 1000 Euro teurere X1 Carbon. Weil sein Handling das unkomplizierteste von allen ist. Weshalb ich 3D- Druck Greenhorns und Technik-Fremdelnden den Drucker ans Herz lege, weil die Wahrscheinlichkeit, eben nix tun zu müssen ausser den Startknopf zu drücken und Filamentrollen, falls leer, wechseln zu müssen, hier am grössten ist.

Und weil das auch erfahrene 3 Druck-Hasen gut finden, habe ich letzte Woche einen weiteren X1 Carbon für mich bestellt.

Fehlt noch meine Analyse des H2D, des Bambulab Top- Modells, das ich nun seit 2 Monaten in Verwendung habe.

Darüber schreibe ich in Teil 3.
Demnächst hier.


Ein Gedanke zu „3D – Drucker zur Praxisorganisation – Ein Erfahrungsbericht 6 Jahre später (II)

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