Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ? – Wie gings weiter …

Es war kurz vor Weihnachten. 2024. Und die apikale Aufhellung ausgesprochen gross.
Ein Schmerzpatient, der wirklich starke Beschwerden hatte und dessen Behandlung keine Aufschub duldete.

Bei diesem Fall hier.

6 Monate später. Letzte Woche kam der Patient wieder.
Der Zahn war in all der Zeit beschwerdefrei.
Und die apikale Aufhellung ist deutlich rückläufig.

Ursprünglich 1,7 cm gross.
Jetzt „healing in progress“ wie es ein berühmter italienischer Endodontist immer in seinen Vorträgen bezeichnete, wenn das Recallbild nach langer Zeit noch keine vollständige Ausheilung darstellen konnte. Hier jedoch kann ohne Zweifel das bisher in kurzer Zeit Erreichte als ganz wunderbar eingestuft werden.

Zeit für die Wurzelkanalfüllung.
MTA ist nicht notwendig.

Ich konditioniere den Guttapercha-Mastercone an seiner Spitze mit Eukalyptol, um eine möglichst dichte Versieglung zum Periapikalraum zu erreichen. Stichwort Intrakanaläre Abdrucknahme der Apikalregion.

Mit Erfolg.
Die vorhandene Überpressung ist minimal.
Viel viel kleiner als die angesichts des grossen Foramen apicale und der periapikalen Knochendestruktion zu erwarten gewesen wäre.
Schön auch, dass es mittels Warm Vertical Compaction (WVC) nach Schilder gelungen ist, die vom Foramen caecum ausgehende koronale Ramifikation ebenfalls abzudichten.

6 Gedanken zu „Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ? – Wie gings weiter …

  1. Wieder mal ein sehr schön dokumentierter und gelöster Fall. Darf man fragen wie weit das Foramen apicale offen war? Lt. meinem Wissensstand sollte das Foramen ab Iso 45 bzw. tendenziell eher bei ovalen Foramen bevorzugt mit MTA abgedichtet werden. Würden Sie da mitgehen?

    Viele Grüße

Antworte auf den Kommentar von Dr. Hans-Willi HerrmannAntwort abbrechen