Geht Rebilda blasenfrei ?

Beim Masterstudiengang Endodontologie in Düsseldorf kam am Wochenende im Rahmen der Fallpräsentationen der Teilnehmer eine Problematik zur Sprache, die sich in folgender Nullhypothese zusammenfassen lässt: Das zur postendodontischen Stabilisierung verwendete Composite-Material ist nicht blasenfrei in die Kavität einzubringen, was zu „unschönen“ Blasen im Abschlussröntgenbild führt.

Ich verwende ebenfalls diese Material (Rebilda,VOCO).
Und möchte nachfolgend darstellen, wie ich im Praxisalltag vorgehe, um blasenfrei das Composite in die Kavität zu applizieren.

Wir verwenden das Material zur Befestigung unserer Glasfaserstifte und zum anschliessenden Auffüllen der postendodontischen Kavität und hierbei kommt statt der originalen gelben Kanüle des Herstellers die lilafarbenen Capillary Tips der Firma Ultradent zum Einsatz. Damit kommen wir bis ans Ende unserer Stiftpräparation in den Kanal hinein und die Kanüle ist so dünn, dass es zu keinem Einschluss von Luft in den Kanal kommen kann, weil sich das applizierte Material an der Kanüle vorbei im Kanal verteilt. Wir füllen so in einem Zug unter Sicht zunächst den Kanal und anschliessend die gesamte Kavität auf, um danach abschliessend den Stift zu inserieren. Nach 4 Minuten Wartezeit und UV- Lichthärtung wird der Stift okklusal reduziert und der abschliessende koronale Verschluss mit lichthärtendem Composite vorgenommen.

Damit die lila Capillary Tip sich nicht versehentlich bei Applikation des Composites von der gelben Kanüle löst, wenden wir folgenden Trick an. Wir trennen die Spitze der gelben Kanüle ab. Dadurch ist es möglich, die lila Kanüle anschliessend mit Friktion auf die gelbe Spitze aufzuschieben.

So kann sie sich nicht mehr versehentlich lösen, wenn das Composite- Material durch die Kanüle gepresst wird. Das Abtrennen geht gut mit einer üblichen Haushaltsschere, ich empfehle aber einen Nagelknipser. Dieser definiert exakt die einzuführende Länge der Kanüle, es gibt also immer eine reproduzierbare Kanülenlänge, die Methode ist so narrensicher und und die Kanülenkürzung kann daher bedenkenlos delegiert und im Vorfeld der Behandlung schon durchgeführt werden.

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