Warum ich nie wieder auf unseren Endo- Diagnosetag verzichten werde …

Über unseren Endo-Diagnose-Tag habe ich schon berichtet.

Was ist das ?
An einem Tag in der Woche (bei uns ist es der Mittwoch) kommen alle unsere überwiesenen Patienten zur Untersuchung/Diagnose/Therpaieplanung.

Wir machen das schon seit nun einer ganzen Reihe von Jahren und wollen diese Vorgehensweise nicht missen.

Warum?

3 Gründe

  1. Effizienz
    Wir sind wesentlich schneller.
    Das Hintereinanderschalten gleicher Behandlungsprozeduren lässt diese schneller, glatter, reibungsloser verlaufen. Merken tue ich das immer dann, wenn ich mich in seltenen Fällen breitschlagen lasse, mal eine Ausnahme zu machen und auch an einem Nicht-Mittwoch einen Neupatienten anzuschaue. Es dauert Alles dann soo viel länger als normalerweise, dass es jedes Mal richtig weh tut und eine wunderbar disziplinarische Maßnahme darstellt, NIEMALS von der TRANSPORTER- Regel Nr. 1 „Der Plan wird niemals geändert“ abzuweichen.

Es gibt aber noch zwei weitere entscheidende Gründe:

2. Transparenz
Wir wissen immer genau, wieweit wir im Vorlauf sind, unsere zukünftigen Behandlungen betreffend. Woran wir das erkennen? Daran, wie weit in die Zukunft hinein wir mit unseren Besprechungsterminen ausgebucht sind. Idealerweise stellen wir den Patienten einen Termin am nächsten Untersuchungstag zur Verfügung. Der Patient muss also gegebenenfalls 1 – 6 Tage warten auf seinem Besprechungstermin. Sind es möglicherweise 2, 3 oder gar 4 Wochen, die als Wartezeit im Raum stehen, dann wissen wir, dass wesentlich mehr Arbeit auf uns in naher Zukunft wartet, als wir bewältigen werden können. Und es gilt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Sowohl was zu schaffende freie Valenzen angeht, die Untersuchungs-Tage an sich betreffend, als auch was die eigentlichen Behandlungstermine angeht.

3. Adjustieren der Kybernetik- Stellschrauben
Es gibt mehrere Stellschrauben, an denen man drehen kann, um die vorhandene Problematik in den Griff zu kriegen. Das Entscheidende ist jedoch, das man jederzeit einen Einblick hat, wo exakt man steht. Und genau da macht der Diagnose-Tag den Unterschied, weil er genaue Zahlen vermittelt. Wie lange im Voraus sind wir ausgebucht? Nicht nur mit unseren Terminen, sondern mit unserem zu erwartenden Arbeitsaufkommen in der Zukunft. Ohne Diagnose-Tag kenne ich solche Kennzahlen nicht. Ich als Behandler, der sich tagein tagaus fast ausschliesslich im Behandlungszimmer aufhält, bekomme das ja auch nicht mit und muss mich bestenfalls auf meine Praxis-Managerin verlassen, die wiederum ihrem Gefühl und ihrer Erfahrung folgen muss. Wohl dem, der über eine solche Assistentin verfügt! Front-Office ? Ein harter Job im Übrigen. Der Name „Front“ ist Programm. Insofern sind auch diese Mitarbeiter dankbar dafür, über hilfreiche unterstützende Algorithmen zu verfügen.

Wie nun adjustieren?
Hier auf die Schnelle und in Kürze 3 (von noch einigen mehr) Hebeln:

1. Mehr Untersuchungs-Slots anbieten, wenn die Wartezeit zu lange wird.
Beseitigt das erstauftauchende Problem, der Patient bekommt früher einen Termin, beseitigt jedoch nicht die nachgeschalteten, sondern verstärkt diese, es dauert nämlich dann noch länger, bis mit der Behandlung begonnen werden kann. Trotzdem kommt man manchmal nicht drumherum, so zu verfahren. Ich sehe aber immer, wann und wieviele solche Ausnahme-Termine vorhanden sind und wer diese bekommt.

2. Die Untersuchungs-Slots einkürzen und statt dessen in dieser Zeit endodontisch behandeln.
Müssen wir tun, um die Wartezeit auf die ENDO- Termine zu verkürzen. Natürlich auch nicht gut, weil sich dadurch die Wartezeit auf die Untersuchung-Termine erhöht. Zeigt aber Wirkung und sobald diese sichtbar wird, wissen wir, was zu tun ist, nämlich wir können wieder mehr Untersuchungs-Termine anbieten. Dieses punktgenaue Anpassen mit klaren Parametern ginge weder so schnell noch so präzise, wenn wir nicht genau wüssten, wie unsere Terminsituation aussieht.

3. Welche Behandlungen führen wir durch? Und zu welchen Bedingungen ?
Das ist das Schöne daran, wenn man genau weiss, wie die Auftragslage im Jetzt und in naher Zukunft ist. Man muss nicht mehr JEDE Behandlung SOFORT und ÜBERHAUPT durchführen. Beispiel gefällig? Leidiges Thema Unfallkasse. Die hochkomplizierte und sehr zeitaufwändige Post Traumata – Fälle gerne zum BEMA-Rahmenbedingungen durchgeführt haben möchte. Was wir nicht tun können. Und daher diese von einer definitiven Kostenzusage gemäß unserem ausgestellten Heil- und Kostenplan abhängig machen. Solange diese nicht vorliegt, fangen wir nicht an. Und machen auch keine Termine im Voraus aus. Oder was ist mit den Patienten, die schon bei der Erstuntersuchung einen „nicht benignen“ Eindruck hinterlassen? Auch da ist – sofern eine Behandlungsabsicht von unserer Seite überhaupt sinnvoll erscheint, das Vorliegen der vollständigen Kostenübernahme nocht für die Behandlung an sich, sondern schon für die Terminvereinbarung eine conditio sine qua non.

Wie schon erwähnt gibt es noch einige mehr solcher Stellschrauben, aber ich glaube, die Botschaft ist angekommen. Der Diagnose-Tag ist ein wichtiges und nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug unserer Behandlungsplanung.

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