August ist der Monat im Jahr auf den wir spätestens im Monat Juni lechzen.
Es ist der Urlaubsmonat.
In den ersten 2 Jahren meiner Berufstätigkeit, die noch in die Zeiten des „Der Sozialismus siegt“ fallen hatte ich im Jahr ca. 3 Wochen Urlaub, inkl. Samstage. Ich war angestellt in einer staatlichen Zahnarztpraxis.
Nach meiner Selbständigkeit im Jahr 1991, nun im Kapitalismus, hatte ich die 14 Tage Urlaub im Jahr. Sprich 2 Wochen. Mehr konnte ich mir nicht leisten, meinte ich. 1999 war das erste Jahr in welchem ich mir 4 Wochen Urlaub leistete. Das war ein Traum… Den wollte ich weiter genießen.
Als Zahnarzt, ausgebildet in der DDR hatte ich ein großes Problem. Es fiel mir unglaublich schwer Geld für meine Tätigkeit zu verlangen. Das mussten wir früher nie. Das hatte zur Folge, daß ich 10 Jahre Leistungen, die wir erbrachten, gar nicht berechnete. Vor allem im GOZ Bereich.
Das führte natürlich wiederum dazu, daß wir mehr, sprich länger arbeiten mussten. Deshalb weniger Urlaub.
Aus heutiger Sicht unvorstellbar.
6 Jahre ging das gut mit dem „vielen Urlaub 3-4 Wochen. Dann gründete ich eine neue Praxis, ganz ausgerichtet auf dentalmikroskopische Therapien der Zahnerhaltung. Das war die Umsetzung eines Traums. Träume leben kostet…
Folge, auf Grund von noch bestehenden Altkrediten und Neukrediten, mehr Arbeiten und wieder weniger Urlaub. Wieder waren Jahre mit max. 2-3 Wochen Urlaub im Jahr angesagt.
Diese Form der Selbstausbeutung ist sicher vielen Selbständigen nicht ganz unbekannt. Das ist eigentlich ein Unding, wenn man selbst weniger Urlaubstage hat als die Mitarbeiter.
Früher gab es in meiner Praxis für die Mitarbeiter den gesetzlichen Mindesturlaub, dann 2 Tage mehr, danach mindestens 28 Tage auch bei Teilzeitarbeitsmodellen.
Und nun bin ich im Urlaub und schreibe über Urlaub… Es hilft mal die Zeiten Revue passieren zu lassen und zu überlegen, wie soll das weiter gehen…
Ich wünsche allen Lesern die noch im Urlaub sind, oder diesen noch vor sich haben erholsame Tage. Ich bin wieder im September online.

Lieber Olaf,
Selbst und ständig. Genau das ist der Grund, weshalb so viele der Jüngeren vor der eigenen Praxis zurückschrecken. Denn es sind ja nicht nur die Verantwortung, die vielen Arbeitsstunden sondern auch meist weniger Urlaub als durchschnittlich, was die Verdienstmöglichkeiten deutlich relativiert. Wir haben im Juli die Praxis renoviert, u.a. komplett neuer Boden, neue Einheiten. Zweieinhalb Wochen geschlossen. Für die Mitarbeiterinnen der wohlverdiente Urlaub, für mich jeden Tag auf der Baustelle nachsehen, daß keine Katastrophen passieren. Und ja: Am Wochenende zweieinhalb Tage Kurzurlaub jeweils. Sehr schön, aber Erholungswert bescheiden, ehrlich gesagt zu wenig für mich mittlerweile, um wirklich aufzutanken. Zeit, das zu ändern. Dir schönen Urlaub!
LG Bernard
Trotzdem haben wir es selber in der Hand. Ein für mich unschlagbarer Vorteil.
Ich hatte vor 12 Jahren ordentlich die Hosen voll. Nach soo langer Zeit im Beamtenverhältnis zur Selbstständigkeit… und dann noch eine Neugründung…
Heute bin ich froh es gemacht zu haben und würde es genau wieder so machen. Bei allen Widrigkeiten bleibt es ein super Job der neben all der Arbeit ein sehr gutes Einkommen gewährleistet.
Ich bin sehr glücklich über den gewählten Weg.
Liebe Grüße Aus Portugal 🪁
Das freut mich zu lesen.
Genieß deine Auszeit und versuch den Kopf frei zu bekommen.
Ich gönne mir seit drei Jahren im Sommer drei Wochen am Stück.
Ich brauche aber auch diese Auszeit um mal runterzufahren.
Liebe Grüße,
Markus