Apexmessung Blauzahn China (II)

Ich sage es bei meinen Fortbildungen und habe es bei WURZELSPITZE immer wieder mal geschrieben. Ich halte die Trennung der Arbeitsschritte von Aufbereitung und Apexmessung für ausgesprochen sinnvoll.
Heisst: Erst messen, dann aufbereiten.

Wir messen immer wieder im Rahmen der Aufbereitung und nutzen mehrere unterschiedliche Messgeräte. 2 Apexlokatoren stehen bei uns auf dem Schwebetray, ein weiterer ist in den Behandlungsstuhl fest eingebaut, ein besonderes Feature unserer Morita Soaric Behandlungseinheit.

Warum das, obwohl die Mehrzahl unserer akkubetriebenen Endo- Motoren einen Apexlokator im Handstück integriert aufweist?
Warum denn nicht einfach die integrierten Messgeräte nutzen ?

Die Antwort ist einfach.
Wir nutzen bis zu 6 Endo-Motoren gleichzeitig. 
Und müssten dann jeweils zwischen den Endo-Motoren die Verbindungskabel umstecken. Was zwar theoretisch machbar ist und naheliegend erscheint, angesichts der Fragilität der Steckerbuchsen aber im Hinblick auf die Langlebigkeit der Motoren ich grosse Zweifel habe. Oder sagen wir, ich habe grosse Angst, meine Motoren zu zerstören auf diese Art und Weise. Nicht ganz unbegründet im Übrigen, hatten wir doch schon 2 Motoren eines namhaften Herstellers, die aus diesem Grund (wir haben die Buchse nur zum Aufladen benutzt) in Reparatur gingen.

Ich liebe das Arbeiten mit mehreren Endo-Motoren.
Wir haben uns im Laufe der Jahre einen effizienten Workflow erarbeitet.

Und daran hat auch die Geräte-Kombi Akku Handstück- Bluetooth Display der Firma Bondent nichts geändert. Obwohl – immerhin fand ich das Konstrukt so interessant, das ich es einem ausführlichen Praxistest unterzogen habe.

Der positiv ausgefallen ist.
Den Bondent-„iRoot Pro“-Motor – der vorletztes Jahr noch Bomedent hiess – verwenden wir ja schon gut ein Jahr. Er wurde zwischenzeitlich weiter verbessert, wenngleich ich vermelden kann, dass schon die ursprüngliche Version gut funktioniert hat und ich diesbezüglich im praktischen Arbeiten keine eklatanten Unterschiede zwischen alter und neuer Version feststellen konnte. Heisst- wer neukauft, freut sich über die 2024er Version, wer schon ein Gerät besitzt, kann unbesorgt mit dem Vorgängermodell weiterarbeiten. Neu ist allerdings das iRoot Apex Bluetooth-Display für den Apexlokator. Gefällt mir sehr gut. Es ist gut ablesbar, kann sowohl hochkant wie auch querliegend aufgestellt werden und die Datenübertragung funktioniert ohne nennenswerte Karenz. So lässt sich angenehm arbeiten. Und der Verzicht auf das Kabel (zum Display hin) schafft Freiräume. Nervt nicht mehr.

Alles in Allem finde ich die getestete Bondent-Kombination Akku Endo-Motor – Bluetooth Display sehr gelungen. Wer nur mit einem Handstück arbeitet, der sollte vor einem geplanten Neukauf auf jeden Fall sich die Geräte einmal anschauen oder vorführen lassen. Und ich muss an dieser Stelle gestehen, das ich fast ein wenig neidisch bin auf die jungen Zahnärzte, die heute für einen günstigen Preis alle möglichen Endo-Geräte sich zulegen können, für die wir alte Hasen das Doppelte oder gar das Vierfache noch hinlegen mussten.

Gäbe es nun noch eine magnetische Andockmöglichkeit, das Apexlokator-Kabel blitzschnell an das Endo- Handstück anzudocken, ich wäre dabei. So jedoch bleiben wir weiterhin bei unserem bewährten Workflow, der – da halte ich die Wette, schneller ist als alles andere.

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