Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (II)

Kleine Zukunftsprognose gefällig, schliesslich ist ja Jahreswechsel ?
Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung wie sich die Zahnmedizin zukünftig fachlich entwickeln wird, aber ich weiss, wie es organisatorisch weitergehen wird.

Machen wir uns nichts vor.
Es fehlen dem Berufsstand die Mitarbeiter.
Und es ist davon auszugehen, dass dies zumindest in der nächsten weiteren Zukunft, Zeithorizont 10 Jahre mindestens, nicht besser, sondern sogar noch schlechter werden wird.

Dass dies in vielen Bereichen des täglichen Lebens so sein wird, ist kein Trost. Lediglich ein weiteres Indiz, dass sich unser Arbeiten grundlegend verändern wird.

Jetzt die Prognose:

  1. Zukünftig wird ein Behandler, der über 2 Mitarbeiter in der Praxis verfügt, welche ihm zuarbeiten, sich schon komfortabel glücklich schätzen dürfen.
  2. Es wird -vor wenigen Jahren noch unvorstellbar- Praxen geben, die mit einer Mitarbeiterin, dem sprichwörtlichen „Mädchen für Alles“ welches heutzutage auch ein Mann sein darf, auskommen müssen und es wird
  3. Zahnärzte geben, die am Behandlungsstuhl ohne Assistenz arbeiten und gegebenenfalls wie in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mit der helfenden Hand der assistierenden Ehefrau/des assistierenden Ehemannes auskommen werden.

Willkommen in 2024ff!

Auch wenn uns diese Entwicklung nicht passt, wir müssen uns damit auseinandersetzen.
Und je früher wir das tun, umso besser können wir gegensteuern.
Statt irgendwann von der Realität kalt erwischt zu werden.

Zum Gegensteuern gibt es 2 Stellschrauben. Die eine davon ist, in einem begrenzten Markt und im Hinblick darauf, dass man am liebsten immer so weiter machen möchte wie bisher und dieser Weg der einfachste erscheint, den Kollegen die Mitarbeiter wegzunehmen.

Nennen wir es Mitarbeiter-Kannibalismus.

Bedeutet konkret, das ich mehr Geld zahle und bessere Rahmenbedingungen schaffe für meine Mitarbeiter als alle anderen um mich drum herum.

Sollte ohnehin selbstverständlich sein, aber wird alleine das Problem nicht lösen.

Weil die Konkurrenz zu groß geworden ist.
Denn es kämpfen nun auch fachfremde Bereiche um diesen Mitarbeiterpool. Arztpraxen, Krankenhäuser, Krankenversicherungen, Unikliniken, Gesundheitsdienste. Sie alle sind dankbar dafür, wenn sie die vorhandenen Lücken in ihren Teams auffüllen können. Und werben mit Rahmenbedingungen, die die Zahnarztpraxis bisher nicht gewohnt war, aufzubieten. Längst werden fachfremde Kräfte gerne genommen und wenn diese auch nur in entferntestem Maße in ihrem bisherigen Arbeiten etwas mit Medizin zu tun hatten, dann ist das schon ein seltener und daher nur zu gerne genommener Glücksfall.

Machen wir uns daher nix vor.
Wir brauchen einen Plan B.

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