Das Röntgenbild zeigt einen Unterkieferfrontzahn nach einem Fahrradsturz.
Der Zahn imponiert klinisch mit einen Lockerungsrad 2 und starken Aufbissbeschwerden. Die Sondierungstiefen sind zirkulär 3-4mm. Der Zahn wurde endodontisch notbehandelt und mit CaOH gefüllt.
Wie erklären Sie sich die Verschalung Verschattung im mittleren Wurzeldrittel?

Die röntgenopake Med. hat den Bruchspalt ausgefüllt und zeigt uns in der Projektion den Querschnitt des Zahnes?
Fraktur und CaOH?
Meine erste Vermutung war: „Zahnfragment“ in der Lippe. Lagen Weichteilverletzungen vor?
tippe wie jörg auf kronenfargement
Dislozierter Fremdkörper ;-) Woher rührt die Wabenstruktur auf der Röntgenaufnahme?
LGM
Die Wagenstruktur kommt vom Sensor. Ohne Sensor ist die nicht da. ;))
Hallo,
ist der Sensor defekt, oder ist das üblich? Solche Artefakte fände ich nicht so toll, die könnten durchaus Feinheiten wie initiale Resorptionen maskieren… Habe kaum eigene Erfahrung, bisher haben wir konventionelle Zahnfilme erstellt, stehen aber kurz vor Digitalisierung… das macht mir jetzt etwas Kopfzerbrechen.
Viele Grüße
YAngo Pohl
Weichteilverletztung? Alle die bei Prof. Hoffmeister an der Charité gelernt haben werden sich gerade fragen wie die Weichteile aus dem Schritt es bis zum Frontzahn geschafft haben könnten :D… Das ein Stück Zahn in der Lippe steckt ist aber wahrscheinlich die richtige Antwort auf die Fragestellung gewesen.
Ich tippe auf überpresstes CaOH, das durch eine Querfraktur austreten konnte, was auch die Mobilität erklärt.
Ich tippe mal spontan auf in den Frakturspalt gelangtes Calciumhydroxid.
Wurzel quer frakturiert und CaOH im Frakturspalt – dem schließe ich mich an !
Hallo,
ich schließe mich der Meinung von Jörg und Christoph an . Fragment der Schneidekante welches durch den Sturz in die Lippe gelangt ist.
LG Nils
Hallo,
ich sehe es auch so wie die meisten: Kronenfragment. Paßt von Radioopazität, Volumen, Form zum fehlenden Kronenanteil des Zahnes.
Ca-hydroxid o.dgl. würde mich sehr überraschen – so eine homogene und scharf begrenzte Verteilung in einem Frakturspalt?
Viele Grüße
Yango
Hallo
ich vermute kein Fragment der Schneidekante, da Röntgenopazität höher als Schneidekante Nachbarzähne. Röntgenopakzität liegt näher an Deckfüllungsmaterial. Des weiteren existiert ein dunkler Saum um das Objekt. Wenn es im Weichgewebe der Lippe liegen würde wäre diese meiner Meinung nicht vorhanden.
Ca(OH)2 könnte sein, jedoch warum ist dann das koronaler Drittel ohne Ca(OH). Für ein Überpressung würde eher eine vollständigere koronale Füllung bei „dichter“ Deckfüllung sprechen.
Aufgrund diesem einzelnen Röntgenbild kann ich keine Aussage machen. Sorry
Kollegiale Grüsse
JJ
Vielleicht liegt das Fragment „hochkant“ in der Lippe ( würde auch erklären das man sozusagen auch den Dentinkern in der Mitte erkennen könnte?), dadurch wird höhere Röntgenopazität erreicht da eine längere Stecke von den Röntgenstrahlen durchdrungen werden muss im Vergleich zu den Restzähnen. Der dunkle Saum könnte aus einer Brechung der Röntgenstrahlen – ähnlich einer Linse- um das Fragment herum erklärt werden, und wird noch verstärkt durch die größere Entfernung zum „Film“…
Sehe ich auch so: Die Rö-Strahlen müssen ja auch durch 2 Zähne/Zahnanteile hindurch. Der dunkle Randsaum entspricht dem burn-out-Effekt, der sich typisch im Zahnhalsbereich zeigt. Und dieser Effekt ist nach meinen Beobachtungen bei digitalen Systemen verstärkt…
Beste Grüße
Yango
Kronenfragment in der Lippe erscheint auch mir die wahrscheinlichste Antwort, die klinisch ja auch sehr simpel nachzuprüfen ist.
Interessant ist doch jetzt die Konsequenz: Selber entfernen und nähen oder zum MKG/Oralchirurgen schicken? Das Lippenrot ist ja die „Grenzlinie“ der zahnärztlichen Chirurgie. Wie würde sich die eventuelle längere Verweildauer auswirken? Wie würden sich die Kollegen in der Situation entscheiden?
Viele Grüße eines jungen Kollegen
Julius E.
Fremdkörper (FK) gehören sofort entfernt: Infektionsvermeidung, Narbenminimierung. Vor allem aber Erfolgsaussichten: Dann ist der „Suchweg“ noch offen – und man findet – ggf. mit Mühen, OP-Mikroskop, viel Spülen – die eingedrungenen FK. Ist erstmal die Wunde geschlossen – die Weichgewebe/das Epithel sind da sehr schnell – wird es richtig schwer und fast unmöglich, die FK noch zu finden und zu entfernen… Daher: bei Verdacht auf eingedrungene Fremdkörper (=Wundsituation: RQW) immer Weichgewebsaufnahme der betroffenen Region (Film/Sensor im Vestibulum oris platzieren, Belichtungszeit ca 1/4 der typischen Zahnfilmaufnahme, alternativ/ergänzend zB FRS). Bei fehlenden Kronenfragmenten auf jeden Fall (auch deshalb ist es sinnvoll, Fragmente am Unfallort zu asservieren: was ich in der Hand hab, kann nicht in der Lippe stecken), sonst ggf. abhängig von Unfallbedingungen (gab es die Möglichkeit eines FK-Eindringens? zB Sturz auf Splitt etc.)
Überweisung zum Chirurgen nach Situation (Wundtiefe und Ausdehnung: Muskulatur verletzt/Verschmutzung, etc) und eigenem Können.
Beste Grüße
Yango Pohl