von Ronald Wecker
Der zum Unfallzeitpunkt 8-jährige Patient erlitt eine Avulsion der Zähne 21 und 22. Nachdem die Zähen etwas mehr als eine Stunde trocken lagerten wurden sie nach ca. 20 minütigem „Aufenthalt“ im Dentosafe alio loco deponiert und ein TTS-Splint befestigt. Eine endodontische Therapie wurde nicht angeraten.
3 Wochen nach der Replantation stellte sich der junge Patient vor. Beide Zähne waren perkussionsempfindlich, reagierten nicht auf elektrischen und Kältereiz und waren palpatorisch deutlich druckdolent.
Nach initialer endodontischer Therapie wurde CaOH2 eingelegt und 2 Wochen später die Obturation mit MTA durchgeführt. Bereits das postoperative Bild zeigt ein resorptives Geschehen am distalen Aspekt der Wurzel des 22. Nach weiteren 8 Monaten musste Zahn 22 aufgrund der deutlich fortgeschrittenen externe Resorption entfernt werden. Zahn 21 wies keine Anzeichen einer Resorption auf.
3 Jahre nach dem Trauma schien es 21 geschafft zu haben.
Gestern nun die traurige Erkenntnis: Auch an 21 haben resorptive Prozesse zu einer starken Schädigung der Wurzel geführt. Die Prognose ist infaust. Die anstehende prothetische Versorgung des heute 14-jährigen Patienten stellt eine große Herausforderung dar.

Frustrierend…! Vielleicht könnten zwei einflügelige E-Max-Klebebrücken, befestigt an 11 und 23, helfen, die Zeit bis zu einer späteren Implantation zu überbrücken?
LG Bernard
Ja, das ist es. Ronald hatte auch die Idee mit den einflügeligen Klebbrücke. Ob der 11 den 21 tragen kann? Beim 23 ist er da schon zuversichtlicher.
LGJ
Ich habe einen Patienten, der seit ca. 10 Jahren mit so einer Konstruktion unterwegs ist, immerhin…
LG B
Prof. M. Kern aus Kiel kann Dir auch die Literatur dazu liefern… LG Tom
Guten morgen,
wurde ein Tetracyclin verschrieben?
Nach Filippi und Krastl soll u.a. durch die Gabe von Tetracyclin (antiresorptives regenerationsförderndes Therapiekonzept) die Resorption verhindert werden können, wobei der Zeitraum der trockenen Lagerung schon relativ lang war.
http://www.andreas-filippi.ch/pdfs/Krastl%20Filippi%20Weiger%202008%20Therapie%20von%20Zahnunfaellen.pdf
Nein. Drei Wochen nach der Replantation scheint mir der Zeitpunkt verpasst zu sein. Das wäre etwas für die Erstversorgung gewesen.Da ist das Wissen bei den meisten Behandelnden aber offensichtlich noch nicht ausgeprägt genug.
LG JS