von Olaf Löffler
Obsoleszens – ist ein Wort, welches nicht so häufig gebraucht wird. Aber im Alltag ereilt es uns häufig. Unter Obsoleszens ist die Abnutzung, bzw. Veralterung (Duden) eines Produktes zu verstehen. Hier nun eine kleine Geschichte dazu.
Plötzlich funktionierte das Kodak Röntgengerät nicht mehr. Baujahr 2009. erst vor 2 Jahren haben wir die Hauptplatine erneuern müssen, da beim Auslösen des Gerätes ein Kondensator geplatzt ist, so war die Aussage des Monteurs.
In unserer Praxis haben wir 3 dieser Röntgengeräte. Nur eines funktionierte immer problemfrei. Allerdings wird dieses nur selten genutzt. Als Nutzer ist man auf Grund dieser Erfahrung frustriert.
Dann fiel mir eines Tages das Buch „Geplanter Verschleiss“ von Christian Kreiß in die Hände.
Prof. Kreiß hat in seinem Buch einige Probleme der Kunden beschrieben. Interessant ist die klassische Einteilung von geplantem Verschleiss.
Es wird unterschieden in:
1. Technische und Funktionelle Obsoleszens
Durch technischen Fortschritt wird ein Produkt obsolet – überflüssig, weil das neue Produkt besser ist.
2. Qualitative Obsoleszens
Künstliche, geplante Verkürzung der Lebenszeit durch den Hersteller mit dem Zweck, den Kunden zu Ersatzkäufen zu zwingen.
3. Psychologische Obsoleszens.
Voll funktionsfähige Gegenstände werden durch neue ersetzt, beispielsweise aus Modegründen.
Beispiele zur oben beschriebene Einteilungen kann sicher jeder Leser nennen.
Im anfänglich beschriebenen Fall des Röntgengerätes kommt noch hinzu, daß ein Neukaufzwang durch überteuerte Ersatzteile bzw. Reparaturen entsteht.
Im Falle dieses Gerätes sind für den Strahler € 2589,44 Kosten für die Reparatur fällig.
Dies kann man als eine gewollte Umsatzsteigerung der Firma ansehen. Wenn der Kunde dies bemerkt, wechselt er zu einem Konkurrenzprodukt. Und hofft wenn er wechselt, daß ihm beim Konkurrenten nicht dasselbe wiederfährt. Wenn aber alle Konkurrenten so unfair spielen dann.
Da im o.g. Beispiel keine Kulanz gewährt wird, kommt der Verdacht der qualtitativen Obsoleszens auf.
In Frankreich ist die geplante Obsoleszens zukünftig ein Betrugsdelikt.
Guten Morgen Olaf,
ich halte es eher damit: Nimm‘ niemals Böswilligkeit an, wenn Dummheit als Erklärung ausreichend ist. ;-) http://de.m.wikipedia.org/wiki/Hanlon%E2%80%99s_Razor
Sicher ist es aufwändiger für ein Unternehmen, bewusst Produkte mit Mängeln, welche sich erst später auswirken, herzustellen, als davon auszugehen, dass es das Unternehmen bei diesem Produkt einfach nicht besser hinbekommen hat.
Ich drücke Dir die Daumen für die Haltbarkeit des Neugeräts!
Herzliche Grüße
Haya
Hallo Haya,
wie kommt es dann, dass man bei Zulieferfirmen z.B. Schalter bestellen kann, die für bestimmt Schaltzyklen gebaut sind? Und die Preise der Schalter mit den Schaltzyklen (1.000, 5.000, 10.000, …) korrelieren?
Oder Kugellager gestaffelt nach Preisen, abhängig von Umdrehungszyklen?
Wenn Dummheit eine hinreichende Erklärung wäre, wieso findet sich in solche Unternehmen kein Schlauerer, der die Blindgänger in der Entwicklung austauscht?
Internationale Firmen müssen sich nicht immer an den deutschen Kündigungsschutz halten.
LG
Christian
Guten Abend Christian,
Ich bin kein BWLer, aber ist das nicht eine normale Verschleissberechnung, die einer Preiskalkulation zugrundeliegt? Die Idee, dass aber absichtlich Produkte so designt werden, dass sie z.B. exakt nach zwei Jahren Garantiezeit unreparierbar kaputtgehen ist für mich einen ganzen Schritt weiter gedacht: Man unterstellt Absicht, wo meines Erachtens einfach keine ist. Es ist nur Dummheit bzw. Nachlässigkeit. Möglicherweise ist es einfach nicht das Kerngeschäft der Firma, möglicherweise macht das in dem Unternehmen daher nur jemand nebenher (neben wichtigen, großen Projekten), möglicherweise ist der Markt für dieses Produkt so gering, dass es sich schlicht nicht lohnt, die Top-Designer und Spitzenleute in Produktdesign und -Umsetzung einzusetzen. Das schmerzt den Verbraucher zwar, aber entweder verschwinden solche Produkte früher oder später vom Markt, weil es bessere Konkurrenzprodukte gibt (was die anderen Kommentare teilweise vermuten lassen) oder aber man muss als Konsument, wenn man darauf angewiesen ist, den entsprechenden Ausfall und den Austausch in die eigene Kalkulation einbeziehen.
Herzliche Grüße
Haya
Leider hört man von Kodak immer das gleiche. Unser Heliodent (Sirona) verrichtet seinen Dienst seit 13 Jahren ohne Probleme, genauso das Heliodent eines Kollegen.
Das ist echt lustig, ich wollte genau das selbe schreiben! Unser Sirona Heliodent läuft auch seit genau 13 Jahren super, und unser intraoraler Strahler von unserem nagelneuen Kodak hat 4 Wochen nach Gewährleistungsende den Geist aufgegeben. Unser Depot (danke hier an der Stelle nochmal dafür ohne Namen zu nennen) hat es aber reguliert, wir mußten „nur“ die Technikerkosten bezahlen.
Gerade sitze ich an einem Miele Thermodesinfektor wo ein billiges Kunststoffteil gebrochen ist was das Bedienfeld hinter der Blende fixiert, und den Desinfektor unbrauchbar macht weil die Knöpfe wegrutschen. Für den Preis hätte ich mehr erwartet, und von der Qualität und Stärke des Kunststoffes will ich hier erst gar nicht reden….
Ist bei eurem intraoralen Kodakstrahler der Federarm auch so blöde „justiert“ das dieser sich selbstständig nach der Positionierung bewegt? Ich hasse es in diesem Zimmer Röntgenbilder zu machen, ich habe immer das Gefühl ich werde veräppelt….
Nicht aufgeben Leute! Ihr habt doch den Beitrag vom 12.01. gelesen, unsere Zukunft ist super!
Gruß Gregor S.
Ein kurzer Kommentar hierzu: Im März habe ich ein neues Heliodent von Sirona montieren lassen. Bis zum September ist die Hauptplatine 4 mal durchgeschmort- gar nicht witzig….
H.Keppler
Dreimalige Reparatur des selben Teiles ist eigentlich Grund für Rückabwicklung des Kaufs, oder besser so lautet die „Rechtsprechung“…