Von Bonald Decker
nicht nur einmal haben wir von dem ungleichen Duell -Implantat versus Zahn- berichtet. Zuletzt vor einigen Wochen hier.
Nun „schreiben“ wir wohl leider das nächste „Kapitel“ dieser „traurigen“ Geschichte.
Diesmal scheint es einen unteren Frontzahn „erwischt“ zu haben.
In der Einzelzahn-Röntgenaufnahme stellte sich das Ganze so dar:
Als „Besonderheit“ zeigte sich diesmal, dass die Implantation (wohl) zu einer lateralen Perforation des Kanalsystems geführt hat. So deute ich auf jeden Fall die folgende Messaufnahme nach endometrischer Bestimmung des (Neo) Apex …
Was also nun?
Wie würden Sie weiter verfahren?

Implantat vs. Zahn: der Zahn hat leider verloren:(… Der Versuch müßte gestartet werden den Zahn bis zum Apex aufzubereiten (sieht gerade noch etwas zu kurz aus), und dabei den Kanal weg vom Implantat zu erweitern, ansonsten gibt es zu viele Titanspänne die „rumfliegen“. Wenn das Implantat wirklich direkt im Kanal steht versuchen aufzubereiten, und nach intensiver Desinfektion/ Spülung mit biokeramischen Sealer im vertikaler Kondensation fühlen. Meine Erfahrungen mit iRoot SP (oder als Alternative jetzt auch in Deutschland „Brasseler USA Endosequence“ von Henry Schein oder „Total Fill“ von American Dental Systems )sind bis jetzt sehr gut, und müßte hier auch sehr gut klappen.
Falls das alles nichts wird könnte man das noch machen was ich bis vor kurzem noch nicht kannte: „WSR“ am Implantat ( und zeitgleich am Zahn)! Ist zwar eine ziemliche Sauerei wegen der Titanspänne, aber soll funktionieren.
Viel Erfolg,
Gregor
Eine andere Frage: welcher Zahn sollte eigentlich mit diesem Implantat ersetzt werden?!? Entweder habe ich einen Knick in der Optik oder bin wirklich sehr schlecht im zählen, aber ich sehe auf dem OPTG schon vier untere Frontzähne neben Eckzähnen und Prämolaren… Ich hätte stattdessen lieber die Lücken der 6er mit Implantaten versorgt (viel wichtiger!) als die Lücke in der Front, zumal die sich nun wirklich als zu eng erwiesen hat.
Beste Grüße,
Gregor
Wenn ich die approximalen Abstände des Implantates zu den Nachbarzähnen betrachte, würde ich zur Explantation raten, denn hier wird sich kaum eine hygienefähige Situation, geschweige denn Interdentalpapillen realisieren lassen. Mit dem Belassen des Implantates ist auch die Langzeitprognose von 43 reduziert, die von 42 ist schon schlecht genug, da wahrscheinlich ein Gutteil des Parodonts angebohrt und „animplantiert“ worden ist.
L. Pröbster
Dem stimme ich auch zu, aber bei so viel Glück wie der Patient hat ist es garantiert schon perfekt osseointegriert und geht nicht mehr raus…
Warum behandelt man solch einen Fall nicht kieferorthopädisch vor ( Mesialisieren 43, 44 und 45 ) und implantiert dann entspannt in eine große Lücke regio 46 ?
Da fragen Sie leider den falschen.