von Hans – Willi Herrmann
Letztes Wochenende bei meinem Curricularkurs in Dresden präsentierte mir der wie immer sehr rührige Herr Ermerling von Hanchadent am Zeiss Pico seine neueste Attraktion, eine Modifikation des Jung Variofocus- Objektivs. Das Variofocus- Objektiv ermöglicht mit einer auf der Stirnseite und damit gut zugänglichen und intuitiv erreichbar angebrachten Stellschraube die Veränderung des Arbeitsabstandes im Bereich von 200 – 350 mm, demnach um 15 cm.

Das „neue“ Variofocus- Objektiv zum Preis von 3150 Euro (im Übrigen nicht nur am Zeiss Pico, sondern auch an Kaps, Leica und Zumax- Mikroskopen verwendbar) ergänzt das bereits auf dem Markt befindliche „alte“ Variofocus- Objektiv. Dieses deckt bei einem Arbeitsabstand von 220 – 300 mm einen Verstellbereich von 8 cm ab, schlägt dafür aber auch nur mit 2150 Euro zu Buche.
Die Firma Zeiss hat im Übrigen mit dem Zeiss Vario ein ähnliches Produkt im Angebot, dass ich an dieser Stelle hier nur ergänzend erwähnen kann, weil ich bislang keine persönlichen Eindrücke damit sammeln konnte.
Womit wir beim Thema wären: Wie schlägt sich das Variofocus 2 ?
Ich muss zugeben, ich bin ziemlich beeindruckt, gewinnt doch bei schönem dreidimensionalen Bild (dass selbstverständlich immer ein Ergebnis des Gesamtpaketes Zeiss Pico + Vario Focus ist) das Zeiss Pico im vorliegenden Fall enorm an Ergonomie.
Was fehlt noch zu dem Top- Modellen ?
Wenig.
Zumindest viel weniger, als man auf Grund der Preisdifferenz zunächst vermuten würde.
Und so bin ich versucht, zu sagen, dass, wenn ich noch einmal (als junger Zahnarzt zur Erstausstattung ) die Kaufentscheidung treffen müsste, ich mich vermutlich angesichts des vorliegenden Kosten- Nutzen- Verhältnis für eine solche Kombi entscheiden würde, um finanziell tragbar alle meine Behandlungszimmer mit Dentalmikroskopen ausstatten zu können.
Aus dem Munde eines Zeiss Pro Magis- und Zeiss Pro Ergo- Benutzers und von Jemandem, der seit 1997 mit Dentalmikroskopen arbeitet, sicherlich ein besonderes Lob.
Ich habe zur Zeit ebenfalls das beschriebene Vario Focus an einem Leica M320 im Testeinsatz und kann den positiven Gesamteindruck nur bestätigen. Es ist sehr gut bedienbar und macht einen sehr hochwertig verarbeiteten Eindruck. Durch den erweiterten Fokusbereich bringt es mehr „Ruhe“ in die Arbeit mit dem Mikroskop.
Vielen Dank zudem nochmals an WURZELSPITZE für die Bekanntmachung des DGmikro Symposiums am 27.-28. September an der Universitätsklinik Witten/Herdecke!
(http://dgmikro.de/images/dgmikro_flyer_a4_witten_11-07-2013.pdf)
Johannes Neuschulz
Vielen Dank für die Einschätzung! Wie wirkt sich denn der Einbau des Vario Focus auf die Helligkeit im Kanal aus? Mit welcher Lichtquelle wurde am Zeiss bzw. wird es am Leica OPM betrieben?
mfg E Kramer
Am Kaps Mikroskop funktioniert das Vario-Focus wunderbar und ist ein enorme Arbeitserleichterung. Wenn man das „Test-Objektiv“ zurückgibt merkt man, was einem fehlt. Es gibt keine Alternative, daher hab ich es bestellt.
Jürgen Wettlauffer
Vielen Dank für die Vorstellung des Vario. Wir beobachten diese Entwicklung mit interesse. Wie groß beurteilen Sie den Verlust an Licht bei Einbau des Vario Focus? Welche Lichtquelle hatte das OPM bei Ihrer Testung?
MfG E Kramer
Ich habe das „Test-Objektiv“ in der ersten Version ja schon hier beschrieben:
http://wurzelspitze.wordpress.com/2013/01/26/jung-variofocus-objektiv-im-ersten-test-pimp-your-scope/
Auch ich musste es leider zurückgeben und warte auf „meins“.
In meinem Fall hatte ich als Beleuchtungsquelle LED:
http://wurzelspitze.wordpress.com/2011/05/14/led-am-mikroskop-z-b-zeiss-pico-am-stativ-s-100/
http://wurzelspitze.wordpress.com/2011/06/12/led-am-mikroskop-zeiss-pico-am-stativ-s-100-update-retrofit-adapter/
Sehr geehrter Herr Kramer,
Das Thema „Lichtverlust“ ist besonders bei der Endo für uns wichtig.
Man erkennt dies auch daran, das die Fa. Zeiss ihre Xenon-Beleuchtung gemeinsam mit dem Varioscope sehr günstig anbietet, da die Halogen-Beleuchtung in Kombination mit dem Varioscope nicht sinnvoll ist.
Ich habe das Variofocus von CJConsultation (Entwickler:C. Jung), Vertrieb Hanchadent am Kaps Mikroskop mit Xenon Beleuchtung sowie dem nagelneuen Mikroskop von ATMOS mit LED Technologie getestet und den Lichtverlust gemessen.
Am Kaps beträgt der gemessene Lichtverlust ca. 43%. Die reinen Zahlen klingen schlechter als es der reale Eindruck beim Arbeiten vermittelt. Neben den vielen anderen Vorzügen werden durch das neue Objektiv die Kanäle, oder der Zahn viel plastischer und mit größerer Brillanz dargestellt.
Am ATMOS Mikroskop beträgt der Lichtverlust mit LED Beleuchtung ca. 31%.
Die Gründe für die unterschiedlichen Lichtverluste bei identischer Optik des Objektives liegen in der verschiedenen Technik der Lichtführung. Verantwortlich sind die Spiegel sowie, wie parallel der Hersteller die Lichtachse zur optischen Achse führen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Wettlauffer
Das ist einmal eine fundierte Antwort.
Auch ich bemerke im täglichen Einsatz den Lichtverlust, finde aber ebenfalls dass die Vorteile klar überwiegen.
Johannes Neuschulz
Sehr geehrter Kollege Wettlauffer, vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen und Informationen! Wichtig ist für die Leser und für uns, dass Halogen als Beleuchtung ausscheidet, wenn man ein Variofocus in Betracht zieht.
Vielen Dank und Gruß
Enno Kramer