Falsche Ausgangsdiagnose – Yannick

Heute stelle ich die Behandlung des aktuell neunjährigen Yannick vor.

Bei dem Jungen war im November 2022 in Regio 21 anhand des OPGs der Verdacht einer überzählige Zahnanlage gestellt worden.

Bei dem Versuch der Entfernung (in ITN durch einen Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen) zeigte sich jedoch, dass in Wirklichkeit ein Dens evaginatus vorlag.

Im weiteren OP-Verlauf wurde daraufhin der palatinale Anteil zu zwei Drittel abgetragen, wobei es zu einer kleinflächigen Pulpaeröffnung kam.

Intraoperative Situation – Bild alio loco

Es erfolgte eine direkte Überkappung mit Kerr Life und die Aufklärung der Mutter über die besondere Situation. Es wurde angeraten, den Zahn nun endodontisch behandeln zu lassen.

Soweit die Informationen aus dem uns übermittelten Arztbericht.

Entgegen der ursprünglichen Empfehlung rieten wir Eltern und Patient zu dem Versuch der Vitalerhaltung.

Ausgangssituation November 2022

Dafür wurde unter Lokalanästhesie das Fremdmaterial palatinal entfernt und eine partielle Pulpotomie durchgeführt. Nach Blutstillung mittels NaOCl wurde die Pulpawunde mit Biodentine abgedeckt. Nach vollständiger Aushärtung des Materials folgte eine adhäsive Kompositfüllung.

Nachfolgend die radiologischen Kontrollen, die den Erfolg der Therapie durch das Fortschreiten des Wurzelwachstums zeigen.

Abschluss-Röntgenbild und weitere Nachkontrolle

6 Gedanken zu „Falsche Ausgangsdiagnose – Yannick

  1. Hallo Christoph
    Liegt deine Kompositfüllung sub, para oder supragingival? Kann ich nicht so recht erkennen.
    Fürchtest Du langfristig keine parodontalen Probleme? Der Evaginatus hat tiefe nicht reinigbare Spalten zum Zahn hin.

    Grüße
    Friedrich

    • Hi Friedrich. Das kann ich nicht wirklich beantworten. Bisher stellt sich die Situation parodontal als unauffällig dar. Ich würde denken, dass die Evagination para- und wohl auch subgingival liegt. Meine Kompositfüllung ist supragingival. Die Frage die ich mir stelle: Was wäre die Alternative gewesen?
      Was denkst Du?
      lg c

      • Hallo Christoph
        Keine Frage, die Vitalerhaltung war super. WK wäre schlecht gewesen. Ich habe mich gefragt, ob es möglich wäre, den Evaginatus im Sinne einer Odontoplastik zu entfernen. Wie groß dann das zu überkappende Areal gewesen wäre, weiß ich nicht. Außerdem würde es zu einer Verletzung des Wurzelzements mit dem Risiko der Induktion einer Resorption kommen. Ob dann noch ein parodontales Attachment möglich wäre ist auch fraglich. Das waren halt so meine Gedanken.
        Grüße
        Friedrich

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