Was lange währt, wird dann doch noch gut…

Die 35 jährige Patientin suchte im August 2020 auf Überweisung des Hauszahnarztes mit starker Schmerzproblematik unsere Praxis aus. Der Zahn 46 mit deutlicher apikaler und interradikulärer Aufhellung war zuvor in mehreren Behandlungssitzungen endodontisch behandelt worden, es ergab sich aber keine Besserung der Schmerzproblematik.

19.08.2020

Zunächst erscheint der Zahn auf Grund seines restaurativen Status fraglich.
Wir exkavieren, gingivektomieren, bauen den Zahn auf und führen im Anschluss die Wurzelkanalbehandlung durch.

Die Schmerzproblematik verschwindet und kehrt auch nicht wieder.

In nächster Sitzung wird zum Behandungsabschluss eine Calciumhydroxid-Einlage appliziert. Die nicht intentionelle periapikale Überpressung der medikamentösen Einlage sorgt in der Regel für eine rasche knöcherene Konsolidierung, weshalb ich optimistisch auf die anvisierte Röntgenverlaufskontrolle nach 12 Wochen schaue.

25.08.2020

Die Patientin erscheint allerdings schon 4 Wochen später in der Praxis.
Der Zahn 46 macht Beschwerden. Nach Entfernung der medikamentösen Einlage und intensiver laserakktivierter Spülung präsentiert sich der Zahn unauffällig, weshalb erneut Calciumhydroxid appliziert wird.

Dann das frustrane Resultat in der ersten Nachkontrolle.
Die apikale Knochendestruktion ist größer geworden, in der Regel ein sichereres Indiz dafür, dass der Zahn nicht erhaltungsfähig ist. Die Verdachtsdiagnose vertikale Wurzelfraktur steht im Raum. Weitere 4 Monate später.

Erst nach rund 6 Monaten scheint sich zum ersten Mal eine Besserung im Röntgenbild abzuzeichnen, wenn auch nicht eindeutig, jedoch ein Trend, der sich in den nachfolgenden Aufnahmen jeweils 6 Monate später tendenziell eindeutig fortsetzt. Am 28.02.2021 wird mit der Wurzelkanalfüllung die eigentliche Wurzelkanalbehandlung zum Abschluss gebracht.

Am 25 August 2022, exakt 2 Jahre auf den Tag genau als sich die Patientin bei uns zum ersten Mal vorstellte, können wir vermelden: Vollkommene Ausheilung!

25.08.2022 Vollständige knöcherne Konsolidierung

Und die Moral von der Geschicht ? „Nie aufgeben!“ oder „Manchmal dauern Wunder etwas länger !“

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