Starke Dislokation

Liebe WURZELSPITZLER

heute möchte ich einmal wieder die Chance nutzen eure Meinung zu nachfolgendem Fall einzuholen.

Leider ist die Qualität der abfotografierten DVT Aufnahmen mehr als suboptimal. Ich hoffe aber, dass man die grundsätzliche Problematik erkennt…

kurz zu den Hintergründen:

Der heute 31jährige Patient erlitt Mitte November 2021 ein Frontzahntrauma in Sinne einer ausgeprägten palatinalen Dislokation von 12-22 (inkl unkompl. Kronenfrakturen von 11 und 21). 

Die Zähne wurden in einem MKG Notdienst „reponiert“ und geschient.

Drei Wochen später erfolgte eine 3D-Röntgenuntersuchung die trotz mässiger Qualität zeigt, dass es bei Zahn 11 nicht annähernd gelungen war den Zahn in der vormalige Position zu reponieren.

Aufgrund der verstrichenen Zeit wurde darauf verzichtet einen neuen Repositionierungsversuch zu unternehmen.

Das jetzt im April erneut angefertigte DVT zeigt die aktuelle Situation.

Zahn 11 steht insbesondere apikal komplett ausserhalb des Knochens. Es liegt ein Lockerungsgrad I-II vor. Ferner weissen die Zähne 21 und 22 eine dezente apikale Aufhellung auf.

Zahn 12 reagiert auf elektr. Stimulation und ist apikal o.p.B

Wie die klinischen Bilder hoffentlich zeigen ist die ästhetische Situation recht stark kompromittiert (Zahnstellung/-verfärbung, schwarze Dreiecke interdental… ).

Jetzt würde mich euer Vorgehen interessieren! Insbesondere hinsichtlich des Zahnes 11.

Was tun?  

5 Gedanken zu „Starke Dislokation

  1. Hallo Christoph,

    Es ist beeindruckend was die Natur kann – die direkte Falschpositionierung auf die frakturierte Alveole hat zum teilweisen Erhalt geführt. Ein Phänomen was wir aus der GBR (guided bone regeneration) kennen und teilweise off label genutzt wird. Statt einer kortikalen Platte werden die zu extrahierenden Zähne zersägt und als Resorbtionsschutz oder Verschalung genutzt. Ich würde zeitnah extrahieren und Implantieren sowie koronal/vestibulär Augmentieren.
    Ein KFO-Versuch sehe ich kritischer und wahrscheinlich nicht so vorhersagbar im Verlauf.
    LG Antonio

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