Von Jörg Schröder
Das präoperative Bild ließ nichts besonders Gutes vermuten.

Distal wurde bis in den obliterierten Kanalanteil hinein weit aufbereitet, was die Chancen, den Originalkanal zu finden, ein wenig mindert. Kleiner Hoffnungsschimmer: das in einen Hohlraum eingepresste Sealermaterial.
Mesial sah es ungünstiger aus. Im Bereich der Krümmung der Wurzel endet die ebenfalls eher weite und somit stufenverdächtige Aufbereitung. Zudem passt die Lage der Aufhellung nicht zum Wurzelverlauf.
Da ML vollkommen umaufbereitet geblieben war, bestand zumindest die Hoffnung, dass dieser Kanal für die eher apikal-mesial gelegene Aufhellung verantwortlich war.
ML entsprang einem gemeinsamen, eher schlitzförmigen Orifizium und enthielt eine zähe, schwarz-teerige Masse. Und kommunizierte im mittleren Drittel (Flüssigkeitsaustausch) mit MB. Wie immer in solchen Fällen, versuche ich nach Entfernung der vorhandenen Obturationsmassen zunächst die nicht aufbereiteten Kanalsysteme bis zum Foramen aufzubereiten.
Und staunte nicht schlecht, als entgegen meiner Erwartung die Messaufnahme des ML nun so gar nicht zur apikalen Aufhellung passen wollte. Doch schon kurze Zeit später -die ELM zeigte auch in D und MB Patency an – war die Sache klar: MB mündet zentriert am Beginn der apikalen Pathologie. ML hat ein separates Foramen.
Die bereits präoperativ vorhandene sehr weite Kanalaufbereitung mindert ein wenig die radiologische Ästhetik. ;)