von Christian Danzl
Bilanz nach 1 1/2 Jahren (Teil 1 und Teil 2):
- Läuft. Problemlos. Immer noch.
- Spart Turbinenlager. Über den Daumen gepeilt haben wir 70-80% weniger Lagerschäden an den Übertragungsinstrumenten
- Kostet. Heftig.
Die Jahres-Wartung wurde jetzt erst durchgeführt, da in unserer exponierten ländlichen Lage die Dentaldepots erst mal so weit sein müssen, eine Wartung und Validierung durchzuführen.
Kostenpunkt Wartung mit anschließender Revalidierung incl. Fahrtkosten und Steuer:1.400,- €uro.Keine Freude.Klar, kann man sich das jetzt schönrechnen, weil man ja so viele Neulagerungen der Übertragungsinstrumente gespart hat.
Geht leider nicht, weil wir uns mit der Ersparnis schon die Betriebskosten (Öl, Indikatoren, Arbeitszeit, usw.) schöngerechnet haben.Wir werden nach günstigeren Lösungen Ausschau halten…

Ich würde mich sehr freuen wenn eine günstigere Alternative gefunden wird, die Kosten haben mich nachwievor davon abgehalten um den auf dem Papier praktischen DAC umzusteigen…
Wie hoch sind die gesamten jährlichen Unterhaltskosten inkl. Validieren und Wartung?
Hallo Olaf,
zu den Wartungs- und Validierungskosten von 1.400,- kommen ca. noch ca. 500,- an Öl dazu und grob 800,- an Indikatoren. Strom, Pressluft und Wasseraufbereitung nicht mitgerechnet. Macht je nach Materialeinkauf ca. 2.500,- bis 3.000,- pro Jahr. Bei uns läuft er 6 – 8 mal am Tag.
Liebe Grüße, Christian
Hallo allerseits.
Wir haben uns das Gerät gerade neu angeschafft. Bei uns tritt folgendes Phänomen auf: Nach dem Reinigungsvorgang laufen die Turbinen an der Einheit für ca. 20 Sekunden nicht auf voller Umdrehungszahl, diese steigert sich nur langsam und unter Abgabe von nicht geringer Menge Pflegeöl auf dem Turbinenkopf. Können andere Anwender auch davon berichten? Und wie ist Abhilfe zu schaffen, jede Turbine vor Benutzung an der Einheit nochmals durchspülen bzw einlaufen lassen? Ich hatte gehofft, das DAC „produziert“ sofort einsatzbereite Instrumente…
Gruß und Danke für Rückmeldung!
Turbine/Winkelstücke müssen sowieso nach dem Aufstecken 30 sek. lang leer durchlaufen, bevor sie benutzt werden können, um das überschüssige Öl auszublasen.
LG
Christian
Nunja, meine Überlegung war: Warum macht das DAC das nicht einfach als letzten Aufbereitungsschritt? Kupplung ist vorhanden, Luft ist vorhanden, Wasser ist vorhanden. So könnte man direkt vom DAC an die Einheit.
Vielen Dank für diesen Langzeittestbericht. Diese Kosten werden einem von keinem Depot so ausführlich dargelegt. Gibt es denn jemand der schon Erfahrung mit dem Gerät von NKS ICare Plus hat? Von der sterilisation der Kritisch B Übertragunsinstrumenten abgesehen, wäre dies mit dem DAC vergleichbar.
Ich habe ein sehr viel günstigeres Verfahren hier erläutert, Rechtssicherheit kann ich nicht garantieren:
http://www.dentalmagazin.de/expertenzirkel/Instrumente-aufbereiten-Manuell-versus-maschinell_275985.html#1
Das NSK iCare+ (Rechtssicherheit?) ist in etwa so teuer wie der DAC, ist abhängig von der Instrumentenzahl, eine entsprechende Tabellenkalkulation hatte ich hier schon eingestellt.
Die Assistina 3*3, die ich vor der thermischen Desinfektion im Babyflaschendesinfektor verwende, s. o., produziert einsatzbereite Instrumente, die kein Vorlaufen brauchen.
Hier noch die Tabellenkalkulation zum Vergleich DAC Universal/iCare+ (hatte ich im ersten Beitrag dieser Serie in den Kommentaren eingestellt):
http://www.logies.de/DAC_versus_iCare.xls
Zum Babyflaschendesinfektor (Kochscher Dampftopf, Desinfektion im strömenden Dampf nach Robert Koch) gibt es einen Vortrag von mir (noch ohne Echtzeitlogging, das wir heute im Einsatz haben):
http://www.logies.de/dampftopf.zip
Meine Entscheidung gegen das iCare+ erfolgte auch aufgrund der KRINKO-Empfehlungen 2012, die thermische Desinfektionsverfahren gegenüber chemischen bevorzugen, was auch seit Jahrzehnten Stand in der Hygiene ist:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Medprod_Rili_2012.pdf?__blob=publicationFile
Wer einen DAC besitzt, benutzt ihn auch. Mit dem Gerät sind die Übertragungsinstrumente richtlinienkonform aufbereitet. Der Aufwand mit Thermodesinfektor, anschließender Ölung und weiterer Sterilisation im Autoklav ist zeitlich und personell wesentlich aufwändiger. Es ist für mich gut vorstellbar, dass nicht jede Praxis, die ein RDG besitzt, dieses auch für die Übertragungsinstrumente benutzt (obwohl sie es sollte). Wenn es aber für die Übertragungsinstrumente genutzt wird, würde ich gerne erfahren, wie die Reinigungschemie sich auf die Haltbarkeit der Hand- und Winkelstücke auswirkt? wahrscheinlich weniger positiv. Insofern frage ich mich, ob man an den Aufbereitungskosten überhaupt sparen kann, wenn man den Gesetzen entsprechen will. Wir sind in einer sehr frustranen Lage und müssen unseren Unmut in die Standespolitik tragen, um nach Lösungen zu suchen (Hygienepauschale z.B.). Der Druck im Kessel ist auf jedenfall hoch – meine ich. Ich bin übrigens eine DAC-Nutzer und seit über 2 Jahren ganz zufrieden mit dem Gerät.
Die Alternative zum DAC ist nicht das RDG, sehe ich auch so. Die Alternative zum DAC ist die Assistina 3*3 bzw. ein anderes validiertes Reinigungs- und Pflegegerät, gefolgt von einem Schnellsteri (Statim z. B.), einem Autoklavenschnellprogramm oder einem thermischen Desinfektionsverfahren (Kochscher Dampftopf/Babyflaschendesinfektor, d. h. 100 °C, strömender Dampf, für mind. 5 min (plus Aufwärmphase ca. 7 min). Für den letzteren habe ich jetzt mind. 15 Jahre Erfahrungswerte: Meine roten Winkelstücke, zur Praxisgründung vor gut 19 Jahren gekauft, sind immer noch im Einsatz, zwischendurch ein Keramiklagerwechsel. Was m. E. zunächst kaputt geht, ist der Kunststoffkäfig der Kugellager, danach die Kugeln. Ich kann mir gut vorstellen, daß die heiße Reinigungschemie eines RDGs, die nicht speziell auf Winkelstücke ausgelegt ist, im langen RDG-Programm diesen Kunststoff weitaus stärker angreift als die auf Winkelstücke ausgelegte, kalte Reinigungschemie der Assistina 3*3 (ca. 2 min von insgesamt 6 min?) und der reine, heiße Wasserdampf. Wobei 134°C (DAC/Autoklav) das Material weitaus mehr fordern als 100 °C (Kochscher Dampftopf).
ist denn der Kochsche Dampftopf validierbar??
Ja sicher. Zum einen ist das Desinfektionsverfahren „strömender Dampf“ vom RKI anerkannt und per sehr aufwendiger Untersuchung (im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht) auch als wirksam für Übertragungsinstrumente nachgewiesen worden, da verweise ich auf meinen Vortrag: http://www.logies.de/dampftopf.zip
Zum anderen wird bei uns jeder Zyklus in Echtzeit thermogeloggt, es kann also für jeden Zyklus nachgewiesen werden, daß ausreichend lange Dampf strömte. Die Anforderungen an die Validierung hängen vom Verfahren und seiner Störanfälligkeit ab. Die Situation ist im Grunde so, daß bei uns bei jedem Zyklus das Gerät neu meßtechnisch validiert wird, weil die Parameter (Wassermenge, Zeit, Temperatur) erfaßt und dokumentiert werden.
Gibt es günstigere Validierer inzwischen? Lohnt sich die Herstellung von entmineralisiertem Wasser? Oder ist der Kauf einfacher uns sicherer?
Gibt es mittlerweile Erfahrungen mit günstigeren Validierern? Ist die Validierung nur bei Sirona möglich? Kann mit gekauftem entmineralisiertem Wasser günstiger gearbeitet werden als mit
selbst hergestelltem?
Möchte hiermal einsteigen, auch wenn dies schon ein „ruhiger“ Chat ist.
Meine Erfahrung mit dem DAC, seit knapp 1,5 Jahre in Betrieb/Nutzung, ist eher frustierend:
1. die Betriebskosten sind im Vergleich zu „nur“ desinfizierend-reinigenden Geräten wesentlich höher. Dazu kommt, dass der Personalaufwand für wöchentliche, quartals- und jährliche Pflege und Instandhaltung + Validierung einkalkuliert werden muss.
2. schwer einstellbare Öldosierung des DAC bzw. Freimachung der innenliegenden Winkelstückröhren von Öl nach der Reinigung, die sich im Gebrauch am Patienten durch massiven Austritt von Öl bei Inbetriebnahme am Triebkopf und Wasserausgängen darstellt. Von den Technikern meines Depots und von Spezialisten von Sirona nicht in Griff bekommen!
3. Erstaunlicherweise sind alle Roten Winkelstück-Triebköpfe mit Kugellager wegen falscher Ölung, so das Reparaturunternehmen, nach 4 Monaten kaputt gegangen. Es waren 6 Winkelstücke. Jetzt nach einem weiteren Jahr gehen gerade die ersten Roten Winkelstücke wieder in Reparatur! – Nicht zu vergessen sind ähnliche Reparaturen an 2 Turbinen und 3 Grünen Winkelstücken notwendig geworden.
Hat jemand vergleichbare Probleme?
Hat jemand mit dem icar plus von NSK Erfahrung?
Hallo Herr Schanz
ad 1: hab ich nicht durchgerechnet. billig läuft der DAC sicher nicht.
ad 2: Ölmenge ist bei auf max. – Laut Empfehlung vom Techniker. Öl kommt massenweise raus. Also erst Turbine/Wst laufen lassen, bis das überschüssige Öl weg ist.
ad 3: bei mir deutlich weniger Reparaturen diesbezüglich. Empfehlung ist aber sowieso bei längeren Präp. nach 10-15 min nach zu ölen (Spray, nicht im DAC), da nach der Zeit das Öl draussen ist.
LG
C. Danzl
Meine Empfehlung: Wenn Sie umsteigen wollen, steigen Sie auf die Assistina 3*3 um (reinigt und ölt nur) und schicken danach alles durch den Autoklaven. Die Assistina 3*3 ist einfach zu validieren, hat geringe Folgekosten. Und einen B-Autoklaven haben Sie sowieso, also warum sich ein 2. Gerät ans Bein binden, das teuer gewartet und revalidiert werden muß? iCare Plus desinfiziert chemisch. Die RKI-Empfehlungen sind aber auf thermische Desinfektion ausgerichtet.