Veränderung weicher Gaumen

von Hans – Willi Herrmann

Der Patient, zum Recall in der Praxis erschienen, hatte eine Bitte.

Ob wir nicht bei seiner Frau, auch wenn sei keinen Termin habe, einmal in den Mund schauen könnten.

Sie habe eine weißliche Veränderung  neben dem Gaumenzäpfchen entdeckt und sei diesbezüglich beunruhigt.

Das Ergebnis der Inspektion (weisses, leicht eindrückbares, nicht abwaschbares Gebilde, plaumenkerngroß) habe ich spontan in nachfolgendem Video festgehalten.

In den bald 24 Jahren meiner zahnärztlichen Tätigkeit habe ich eine solche Erscheinung bislang noch nicht gesehen und nach sofortigem Konzil die Patientin ad hoc zum HNO -Arzt überwiesen.

Irgendeine Idee, worum es sich handeln könnte und wie zu verfahren ist ?
Dann nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion.

19 Gedanken zu „Veränderung weicher Gaumen

  1. Hallo Christoph,
    nicht HNO. Sofort, noch heute morgen! ab in die Uniklinik in die Kieferchirurgie!
    Ich tippe bei der eingeschränkten Sicht und ohne weitere Diagnostik auf Mund-Schleimhautkarzinom.
    Stephan

  2. Hallo HaWi.
    Das sieht aus wie ein riesiger Mandelstein. Die Dinger stinken bestialisch und sollten entfernt werden. Was auch leicht mit der Pinzette möglich ist. Schau mal bei youtube unter Mandelstein. Aber du hast recht, in dieser Größe sind sie eher selten. Meist fallen sie den Patienten viel früher auf. Ich bin mir ziemlich sicher, das ist ein Mandelstein.
    Hetzliche Grüße,
    Harald.

    • Der wäre aber wirklich riesig. Hatte zunächst den Eindruck, dass die Veränderung recht weich sei… Bei nochmaligem Betrachten des Videos (die Veränderung nicht unbedingt weich, der Eindruck „weich“ eher bedingt durch die Verschieblichkeit auf weicher Basis, Umgebung, soweit beurteilbar, eher wenig auffällig) könnte das aber auch gut sein… Wollen wir es hoffen für die Dame.
      Gibt es weitere klinische Hinweise (Geruch?)

    • Hallo Harald,

      genau so ist es.
      Es ist ein Tonsillenstein der Rachenmandel. Das Aussehen fand ich (auch wenn natürlich alle Alarmglocken läuten) ebenfalls nicht karzinomtypisch. Deshalb vermutete ich auf Grund des kryptenartigen Aussehens einen Zusammenhang mit der Rachenmandel, allerdings ohne zu wissen, dass es Tonsillensteine gibt. Auffälliger Geruch (auf den ich sehr empfindlich reagiere) war im Übrigen (allerdings durch den Mundschutz) nicht festzustellen. Der HNOler, bei dem die Patientin 30 Minuten später untersucht wurde, sagte mit danach, er hätte einen solch großen Tonsillenstein der Rachenmandel auch noch nicht gesehen.

      Herzliche Grüße

      Ha -Wi

      • Ja HaWi, ich selbst litt in der Jugend an solchen Erscheinungen – aber man sah noch rote Struktur neben der bestialisch stinkenden weißen Substanz. Diese bricht hin und wieder ab (und hatte schon mal mehr als Kirschkerngröße) und stinkt noch einmal, wenn man sie in der Hand zerdrückt. Offenbar ein immunologisch-anatomisches Problem, das ich irgendwann los wurde. Warum, weiß ich nicht. HG Stefan

      • Die Dinger kommen in bestimmten Kulturkreisen öfter vor, sind meist ernährungsabhängig, bzw. von der Qualität des Immunsystems. Und von der Konsistenz oft sehr unterschiedlich. Manchmal bestehen/wachsen sie über Jahre und sind steinhart, meistens aber weich und bröckelig. Der Odor ist allen gemeinsam. Der Name TonsilloLITH ist irreführend… Wie sagte der englische Kollege: „Those little balls of stench!“ Besser! :)

  3. Habe ich so auch noch nicht gesehen.
    Sehe es auch als (malignen) TU an.
    Ist das nicht der Bereich der Tonsillen?
    http://de.wikibooks.org/wiki/Pathologie:_Obere_Atemwege#Waldeyer_Rachenring
    Da es aber auch amelanotische – also weiße – und sogar knotige und gestielte intraorale Melanome gibt…
    http://oralcancerfoundation.org/facts/index.htm
    http://oralcancerfoundation.org/facts/rare/om/index.htm
    Daher: Diagnose by Histo.
    Bin gespannt auf eine Diagnose.

  4. Als Zahnarzt mit 25 Jahren Erfahrung sollte man eigentlich wissen was Tonsillensteine sind. Absolut ungefährlich. Erschreckend hingegen, dass ein Zahnarzt nichts darüber zu wissen scheint.

  5. Ich weiß ja nicht was Zahnärzte lernen. Aber was Tonsillensteine sind sollte ein Zahnarzt auf jeden Fall wissen. Und so Schwarzmaler die da mit einem Karzinom anfangen, das sind mir die liebsten.
    Wegen einem Fingerschnitt am besten ins Krankenhaus und Arm amputieren. Mein Gott diese Mimosen …

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