von Hans – Willi Herrmann
Nachfolgend exemplarisch 3 Fälle des letzten Monats.
Ihnen ist gemeinsam, daß die Patienten über einen Zeitraum von mindestens einem Monat (Minimum 4 – Maximum 6 Wochen) an immer wiederkehrenden, zum Teil sehr starken Zahnschmerzen litten.
Die Therapie bis dato trotz wiederholter Behandlungen brachte keinen Erfolg.
In allen drei Zähnen (Rö Bild 1 -Zahn 44, Rö- Bild 2 Zahn 25, Rö- Bild 3 Zahn 47) sind die Wurzelkanäle weit aufbereitet, daß davon ausgegangen werden kann, daß eingebrachte Desinfektionslösungen und Medikamente ihre Wirkung entfalten konnten, die eingesetzten Substanzen sind in der Zahnmedizin seit vielen Jahrzehnten bekannt und renommierte Endodontologen haben deren Wirksamkeit in Studien bestätigt.
Was sagt man nun diesen Patienten ?
Soll weiter der Versuch der Zahnerhaltes gewagt oder sollte der jeweilige Zahn entfernt werden ?
Die Patienten sitzen bei uns auf dem Behandlungsstuhl und erwarten konkrete Hilfe.
Was wäre eine sinnvolle Vorgehensweise, um dem jeweiligen Patienten die Schmerzen zu nehmen und den Zahn zu erhalten ?
Ich werde nächste Woche berichten, wie ich konkret den jeweiligen Zahn behandelt oder gegebenenfalls auch nicht behandelt habe.
Das gibt dem interessierten Leser die Möglichkeit, Behandlungsvorschläge als Kommentar eingestellt werden.



Hallo Ha-Wi,
die kurze Beantwortung der von Dir aufgeworfenen Fragen ist ohne klinische Untersuchung gar nicht so einfach. Immer die individuelle Leidensfähigkeit der Patienten berücksichtigend steht für mich bei allen drei Fällen der Zahnerhalt im Vordergrund.
Wenn der ZE suffizient ist und es möglich ist Kofferdam dicht anzulegen würde ich weiter durch die Kronen arbeiten. Auch wenn die Aufbereitung bereits gründlich durch die Vorbehandler erfolgte, zeigt sich mir immer wieder, daß der Blick durch das Dentalmikroskop meistens eine Optimierung der Aufbereitung notwendig macht. Deshalb erneute Arbeitslängenbestimmung und Aufbereitung, danach und natürlich während der Erweiterung hochvolumige Ultraschallspülung mit NaoCl und abschließend eine Calciumhydroxid -Einlage für vier Wochen. Ich würde alle Zähne danach dicht verschließen. Sollten die Schmerzen persistieren, wäre Ibuprofen für eine kurze Dauer aber regelmäßig hilfreich denke ich. Hätte einer der Patienten bereits zu Behandlungsbeginn starke apikale Druckdolenzen , aber keine eindeutige Schwellung oder Abszedierung die man eröffnen könnte, käme als ultima ratio vor einem wie auch immer gearteten chirurgischen Eingriff eine Antibiotikagabe infrage.
Jetzt würde ich nur noch hoffen das die Schmerzen abklingen und dem Patienten allerdings sagen , das daß durchaus noch zwei Tage in Anspruch nehmen kann.
Völlig falsche Vorgehensweise ??
Viele Grüße aus Leipzig
Nils
Hallo Nils,
vielen Dank für die Vorschläge. Ich werde nächste Woche berichten.
An Zahn 47 zeigte sich mit dem Dentalmikroskop, dass sich die Krone an 47 dezementiert hatte. Ich habe der Patientin gesagt, dass die Brücke vor Behandlung entfernt werden sollte.
Bei den beiden anderen Zähnen schienen die Kronen bei der Erstuntersuchung erhaltungsfähig.
Herzliche Grüße
Ha -Wi
Was für´n Aufwand.
Die Patienten im Halbstunden-Rythmus einbestellen und mit Hedstroem-Feilen auf 21 mm Länge bis apikal ISO 30 aufbereiten. Vielleicht beim 47 nur bis 20mm wenn´s apikal kitzelt.
Danach CHKM-Einlage und Watte drauf und erst mal zwei Tagen warten. Danach ggf. wiederholen. Sind ja nicht auf der Flucht. Außerdem muß die Dezementierungsspalte ja auch von Bakterien befreit werden, was aufgrund der ausgezeichneten Kriechfähigkeit dieses sehr potenten Desinfektionsmittels aber kein Problem darstellen sollte. Nach Abklingen der Beschwerden dann Einstift-WF mit Endomethasone. Brücke am 47 danach erneuern. Fertig
Spannend, CHKM desinfiziert den Dezementierungsspalt. Warum dann die Brücke erneuern? Regelmässige Einlagen könnten doch auch zum Erfolg führen, oder?
Das war doch sicher nur ein Gag :)
Hoffentlich. ;)
wird jetzt Kontroversen aufwerfen, aber:
in den Fällen 2 und 3 würde mit einer WSR eine (bis auf den Wundschmerz) nahezu sofortige Schmerzbefreiung stattfinden, inkl. Zahnerhalt.
Die Bilder, ausser dem von 25, keine suffiziente Aufbereitung der Kanäle.
Deppe
„zeigen“ fehlte in dem Satz. . . , Pardon