Robert Zimmermann – Literaturnobelpreisträger

Ich habe eine ganze Reihe unnützes Wissen in meiner Kindheit angesammelt.
So hat ein Klassenkamerad in der 9. Klasse mit mir gewettet, dass ich bis zum Abitur nicht mehr weiss, wofür LSD als Abkürzung steht. Ich kann die genaue Bezeichnung bis heute, wie aus der Pistole geschossen, aufsagen.

Auch das Bob Dylan mit bürgerlichem Namen Robert Allen Zimmermann heisst, habe ich mir damals gemerkt. Jener ist mittlerweile Literatur-Nobelpreisträger. Ob zu recht oder nicht, das lasse ich andere entscheiden.

Aber immerhin.
An die Textzeilen eines seiner bekanntesten Werke…

The Times They Are A-Changin‘

Come gather ‚round people
Wherever you roam
And admit that the waters
Around you have grown
And accept it that soon
You’ll be drenched to the bone
If your time to you is worth savin‘
And you better start swimmin‘
Or you’ll sink like a stone
For the times they are a-changin‘

…musste ich letzte Woche denken.

Schauplatz – das Curriculum Endodontie der Endoplus- Akademie im München.

Als ich Zahnmedizin studierte, Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, war gefühlt das Verhältnis Zahnmedizin-Studenten zu Zahnmedizin-Studentinnen 70:30. Als ich am Dienstag morgen letzter Woche den Seminarraum betrat, fand ich einen einzigen Zahnmediziner vor.

Ich bat ihn, für das Foto aufzustehen.
Damit er, umgeben von 16 Kolleginnen, besser auszumachen sei.
Nachdem ein männlicher Nachzügler den Reigen komplett gemacht hat, belief sich das „amtliche“ Endergebnis auf 2:16. Das macht einen Männer- Anteil von 11,1 Prozent.

So ändern sich die Zeiten.
Und wenn man nicht wie ein Stein im Wasser untergehen möchte, dann sollte man besser anfangen, zu schwimmen, wobei die Frage ist, was das „zu schwimmen anfangen“, denn für die Zahnmedizin konkret bedeuten mag.

3 Gedanken zu „Robert Zimmermann – Literaturnobelpreisträger

  1. An deutschen Unis sieht es nicht anders aus. Und wir werden den Preis dafür bezahlen. In spätestens 10 Jahren. Zum Teil tun wir das heute schon. Nicht nur dank dieses unseligen NC…
    Gruß, Harald

  2. Im Examen in Tübingen 2022 hier in BW 100% Frauen.
    Ich kann mir 2 Gründe vorstellen:
    1. die Bewertung im Bildungssystem für „schlau“ und „sehr gut“ passt überhaupt nicht mehr auf die Spezies „Mann“. Daher haben deutlich mehr Frauen sehr gute Noten und Männer eben nur noch „gute“ Noten was wiederum für das -infrage zu stellende Zugangssytem- zur universitären Ausbildung- eben nicht reicht.

    2. diejenigen Männer die „sehr gut“ sind, studieren nicht mehr Zahnmedizin, sondern ein Fach in dem sie auch sehr gut verdienen.

    Die. Einstiegsgehälter (!!!) für sehr gute Juristen liegen bei Top Kanzleien aktuell zwischen 150-180.000.- Euro Jahresgehalt.
    Da wird „Mann“ keine ZA-Praxis in Deutschland finden, die solche Gehälter in den ersten 10 Berufsjahren zahlt, wenn überhaupt… :-(

    Aktuell werden pro Jahr 500 ZA Praxen in Deutschland weniger. Die Zahl der Zahnärzte bleibt aber gleich. Sprich- die ZA Praxen werden personell und von der Fläche her immer größer.
    Die Zahl der Angestellten ZÄ wird auch überproportional immer größer- die der Inhaber schrumpft.

    Eine Berufsvertretung der Zahnärzte gibt es nicht, nur eine Standesorganisation, die aber Weisungsbefugt dem Bundesgesundheitsministerium untersteht, dass auch die Honorpreise festlegt und die Organisation der Berufsausübung abschliessend genehmigt.

    Wenig Perspektive für kleine Praxen und stark steigende Gehälter der Angestellten ZÄ für die Zukunft.

    Frauen ernähren traditionell (meist!) nicht alleine eine Familie, sondern teilen das mit einem Partner. Daher wird ein geringeres Gehalt meist akzeptiert und führt in der Fläche zu geringeren Gehältern.

    Gesellschaftlich ungelöst ist die Ausfallzeiten der Frauen während Schwangerschaft und den ersten Betreuungsmonaten (Jahren).
    Hier sind wir in D meilenweit hinter den skandinavischen Ländern hinterher und ich habe höchsten Respekt vor jeder Frau die als Einzelfamilienunterhalter und Selbständige Kinder bekommt. Da ist Frau als Angestellte ganz anders abgesichert. Deshalb entsteht -aus meiner Sicht-jetzt auch ein GAP von einigen Jahren, bis die Kinder groß genug sind und den Frauen das „Angestellt sein“ so „stinkt“ dass sie sich- meist mit anderen zusammen- wieder Selbstständig machen.

    Aktuell werden im Schnitt 40% der Alterspraxen nicht verkauft und wir sind erst am Anfang der Baby Boomer Zeit mit der großen Menge an Praxis-Altersabgaben. Das Geld, das die Inhaber der Abgeberpraxen für Ihre Zulassung hinlegen mussten, gibt es nicht mehr- da 2007 die Niederlassungsfreiheit eingeführt wurde. Im Gegensatz zu den Ärzten, bei denen es diese immer noch gibt… im Schnitt wird nur noch der „Gewinn“ bezahlt. Praxen die nicht mehr aktuell sind, werden gar nicht mehr verkauft.

    Personalrecruting scheint zum entscheidenden Faktor zu werden und da haben größere Einheiten einfach bessere „Werbebudgets“.

    Es wird wohl nicht nur der Fortbildungsraum massiv anders aussehen wie früher, sondern auch die Praxen selber und die ganze Landschaft….
    Äußerlich bereits sichtbar: bei uns heißt kaum noch eine Praxis: „Zahnarztpraxis“, sondern „Zeit für Zähne“, Zahnzentrum xy, Smilexy, mein Zahn…

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