von Larn Beckof
Eine junge Frau von ursprünglich afrikanischer Herkunft , 28 J., kam
letzte Woche ohne Beschwerden zur Erstvorstellung. Es waren noch nie
Röntgenaufnahmen angefertigt worden. Vor 2 Jahren bestanden nach
Angaben der Patientin rechts oben Zahnfleischprobleme, die sich ohne
Behandlung zurückbildeten.
Beim ersten Blick in den Mund zeigten sich zwei sehr ähnliche aber doch
verschiedene ungewöhnliche Befunde, beim nachfolgenden Röntgen ein weiterer.
- Höckerähnliche Struktur vestibulär im Interdentalraum unmittelbar an
und zwischen 15 und 16, bei forciertem Eindrängen eines Instrumentes
minimal beweglich. -
Höckerähnliche Struktur vestibulär im Interdentalraum 17/18
unmittelbar an 17 (cp und vital) bei forciertem Eindrängen eines
Instrumentes (zwischen der Struktur und 18) unbeweglich. -
Im Knochen zwischen 34 und 35 Verschattung (6 mm Durchmesser) mit
einer Röntgendichte wie Zahnsubstanz. Basal umgebend Verdacht auf
zystische Aufhellung ca 2 cm, Kieferkamm und Schleimhaut o.B., keine Exostosen.
Frage: Welche Diagnosen würden Sie für die Befunde 1, 2, 3 stellen?
Welche weitere Diagnostik und welche Therapie würden Sie vorschlagen? –
Wie gesagt, ältere Aufnahmen liegen nicht vor.
Unsere Auflösung nach Stand der Dinge:
- Milchzahnrest, Extraktion
-
Schmelzperle, Entfernung durch Abtrennen (Restauration der cp)
-
Verdacht auf Zementom, Abklärung durch DVT

Unter Berücksichtigung von Geschlecht und Herkunft der Patientin sollte hinsichtlich des Befundes in regio 34,35 eine ossäre Dysplasie differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden. Hier, eine floride ossäre Dysplasie, respektive floride zemento-ossäre Dysplasie. Die Nomenklatur, bzw. die ICDs sind etwas uneinheitlich.